Suchmaschinen-Manipulation: Neuer Algorithmus soll Google Bombs verhindern

6. Februar 2007 von Gabriele Gissler

Davon hat bestimmt schon jeder gehört: Wenn man bei Google den Suchbegriff „miserable failure“ eingibt, erhält man als ersten Treffer einen Link zur Biografie des amerikanischen Präsidenten George W. Bush auf der offiziellen Website des Weißen Hauses.

Suchmaschinen-Algorithmus überlistet

Zunächst wurde vermutet, dass hinter diesem Phänomen gerissene Google-Mitarbeiter stecken, die auf diesem Weg ihre politische Einstellung kundtun und sich heimlich ins Fäustchen lachen. Doch weit gefehlt: Es ist lediglich ein Beispiel für die Überlistung des Suchmaschinen-Algorithmus von Google. Und ein Parade-Beispiel dafür, wie man mit Hilfe gezielter „Suchmaschinen-Optimierung“ die Suchergebnisse für einzelne Suchbegriffe erfolgreich manipulieren kann.

Das hier beschriebene Phänomen wird als Google Bomb bezeichnet. Korrekt müsste es eigentlich Suchmaschinen-Bombe heißen, denn es tritt nicht nur bei Google auf, sondern auch bei anderen Suchmaschinen. In Wikipedia wird der Begriff folgendermaßen erklärt:

“Unter einer Google-Bombe versteht man eine Manipulation des Google-Suchergebnisses für eine bestimmte Webseite durch vielfaches Setzen von Links mit einem vereinbarten Ankertext. Wenn nach diesem Text gesucht wird, zeigt Google nicht nur die Seiten mit dem Link an, sondern auch die Seite, auf die der Link verweist. Google-Bomben werden von Online-Communities eingesetzt, um Webseiten bestimmter Personen gezielt mit oft diffamierenden Schlagworten in Verbindung zu bringen.”

Der Suchalgorithmus von Google wird hier also gezielt ausgenutzt, weil das Google-Ranking einer Seite unter anderem von der Verlinkungshäufigkeit abhängt. Je mehr Seiten mit einem bestimmten Stichwort auf eine Website verlinken, desto besser wird diese Website unter diesem Suchbegriff bei Google gelistet. Zum Verfahren einer Google Bomb schreibt Wikipedia:

„Die populäre Suchmaschine Google bewertet Seiten nicht nur nach ihrem eigenen Inhalt, sondern auch nach dem Inhalt des Links, mit dem andere Seiten auf diese Seite verweisen. Diese Technik liefert in der Regel zuverlässige Ergebnisse. Das Verfahren macht Google jedoch auch anfällig für Manipulationen. Wenn viele Seiten einen Link mit dem Text “Failure” (deutsch: “Versagen”) auf die Webseite des Weißen Hauses setzen, dann wird bei einer Google-Suche nach dem Wort “Failure” das Weiße Haus gefunden, obwohl das Wort auf deren Webseite überhaupt nicht erscheint.“

Daneben führt Wikipedia etliche weitere Google Bombs an, die jedoch größtenteils nicht mehr zu den früheren Ergebnissen führen:

  • „talentless hack“ – erste Google-Bombe (inaktiv)
  • „Völlige Inkompetenz“ – karlheinzgrasser.at (inaktiv)
  • „miserable failure“ – George Bush (inaktiv)
  • „failure“ – George Bush (inaktiv)
  • „creator of the universe“ – Church of the Flying Spaghetti Monster
  • „Experiment Kohlkopf“ – Angela Merkel (inaktiv)
  • „Waschlappen“ – Christoph Blocher (inaktiv)
  • „french military victories“ – gegen Frankreich im Irakkrieg 2003 (inaktiv)

Google reagiert mit Anpassung des Suchalgorithmus

Google hat mittlerweile seinen Suchalgorithmus so angepasst, dass die bekannten Google Bombs nun nicht mehr funktionieren. In einem offiziellen Artikel nimmt Google selbst Stellung dazu:

“We wanted to give a quick update about ‚Googlebombs’. By improving our analysis of the link structure of the web, Google has begun minimizing the impact of many Googlebombs. Now we will typically return commentary, discussions, and articles about the Googlebombs instead.”

Der Test beweist es: Gibt man nun “miserable failure” in die Suchleiste bei Google ein, erhält man als Ergebnis Informationen über das Phänomen der Google Bombs. Damit hat das Google Bombing wohl vorerst ein Ende gefunden. Das Thema Suchmaschinen-Optimierung bleibt jedoch nach wie vor aktuell. Wenn Sie Ihre Website für Suchmaschinen optimieren und damit in den Ergebnislisten weiter nach oben bringen wollen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir beraten Sie gerne.

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