Über den kleinen Unterschied zwischen Grafikdesign und Corporate Design

31. August 2007 von Martin Riekert

Was ist Grafikdesign? Und was ist Corporate Design? Und worin liegen die Unterschiede?

Bei Wikipedia kann man nachlesen:
„Unter Grafikdesign versteht man die Gestaltung von visuellen Inhalten in verschiedenen Medien, die durch ihre Darstellung anderen Menschen etwas mitteilen.“

Corporate Design ist neben Webdesign, Informationsdesign oder Animationsdesign eine spezielle Sparte von Grafikdesign, die eigenen Regeln und Aufgaben unterliegt. Da das eine ein Teilbereich des anderen ist, gibt es auch viele Gemeinsamkeiten: Es handelt sich immer um die Vermittlung von Inhalten, um visuelle Kommunikation und um Ästhetik.

Aber worin liegen nun die Unterschiede?

Corporate Design

Corporate Design ist ein Gestaltungskonzept, welches das gesamte visuelle Erscheinungsbild eines Unternehmens abdeckt, also medienübergereifend anwendbar sein muss. Der Absender jedes gestalteten Mediums ist das Unternehmen, das hinter dem Erscheinungsbild steht. Deshalb spricht man hierbei auch häufig von Unternehmenskommunikation. Die Unternehmensidendität (Corporate Identity) bestimmt die formalen Elemente der Gestaltung und die zu kommunizierenden Botschaften.

Corporate Design hat eine klare Funktion: Es spiegelt die Identität des Unternehmens wider, sorgt für Wiederekennung und differenziert das Unternehmen vom Wettbewerb. Durch ein homogenes und über längere Zeit gleich bleibendes Erscheinungsbild wird zudem Vertrauen geschaffen und die Glaubwürdigkeit des Unternehmens erhöht. Corporate Design ist also ein Programm, das auf Langfristigkeit angelegt ist und in der Anwendung pragmatisch sein muss. Das Vorgehen bei der Gestaltung ist daher sehr konzeptionslastig und strategisch ausgerichtet. Hier sind zwei Beispiele für ein konsistentes Corporate Deisgn aufgeführt:

Grafik Design

Unter einem Grafikdesign-Werk versteht man ein Einzelstück oder ggf. eine Serie eines Mediums (z.B. eine Plakatserie). Der Absender des Werks ist meist unbedeutend. Vielmehr ist es entscheidend, dass die konkrete Information, Botschaft, eine soziale oder politische Haltung oder eine persönliche Einstellung zum Ausdruck gebracht wird. Der Kommunikationsinhalt wird von dem Grafikdesigner interpretiert und mittels einer kreativen Idee vermittelt. Um die Idee eindeutig, unverwechselbar, und klar auszudrücken, bedient sich der Grafikdesigner entsprechender formaler Mittel. Hier einige Beispiele:

Die Veranstaltung „Hörgalerie“ wird als vielfältiges, modernes und schrilles Klangerlebnis interpretiert. Mit knalligen Farben, Piktogrammen, und synthetisch wirkenden grafischen Strukturen präsentiert der Grafikdesigner das Ereignis.

Das Magazin Pop erscheint mit aufreizenden Motiven. Durch die Schwarzweiß-Fotografie im Edel-Look wird Hochwertigkeit verbunden, die Pose von Madonna vermittelt aber auch Werte wie Selbstbewusstsein und Andersartigkeit und lässt auf eine spezielle Subkultur schließen.

Die Identität der Band des CD-Covers „Flamesplitter“ spiegelt sich in einem feuerspeienden Hund wider. Die Haltung der Musiker äußert sich aber viel stärker durch die Ästhetik und die verwendeten formalen Mittel. Künstlerisch, experimentell, spontan und melancholisch wirkt das Gesamtbild.

Das Thema Improvisationstheater auf dem Plakat „Skala 1:1“ wird durch die Bildidee „Puzzelteile“ interpretiert. Die Farbigkeit aus dem RetroLook der 70er Jahre und die formale Reduktion und Einfachheit ergeben eine Kombination, die auf ein ungewöhnliches Theater hinweist.

Fazit:
Egal ob Grafik Design oder Corporate Design, es geht immer darum gezielte Botschaften zu vermitteln. Dafür bedient man sich an Text- und Bildkombinationen. Über die formalen Elemente, die Farbwahl und den Farbeinsatz bringt man immer Werte und die innere Haltung zu Ausdruck: Bei der Unternehmenskommunikation die Corporate Identity des Unternehmens, bei einem individuellen Grafik Design Werk die Haltung des Grafikdesigners oder die des Themas.

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3 Reaktionen zu diesem Beitrag

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