Positionierungserwartungen an Websites

22. Oktober 2007 von Matthias Rauer

Orientierung auf den ersten Blick

Erfahrene Internet-Nutzer haben ganz konkrete Erwartungen hinsichtlich der Positionierung zentraler Elemente einer Website. Das hat die so genannte Imagery Studie II, eine Erhebung der Göttinger eResult GmbH, im Hinblick auf Positionierungserwartungen von 515 Usern, die das Internet seit 10 oder mehr Jahren und an mindestens 5 Wochentagen nutzen, ergeben.

Positionierung der Werbung Positionierung des Online-Shop-Links Positionierung des Kontakt-Links Positionierung von FAQ-Links Positionierung von Home-Links Positionierung der Sitemap Positionierung der Navigationsleiste

Diese Vorstellungen beschränken sich dabei nicht nur auf Steuerungselemente und Navigationsmöglichkeiten, sondern beziehen auch Kontakt-, E-Commerce- und Community-Elemente (also beispielsweise Impressum- und Kontakt-Links, Warenkorbbuttons und Verweise auf Diskussionsforen) mit ein.

Gerade beim Erstbesuch auf einer Homepage trägt eine erwartungskonforme Gestaltung wesentlich dazu bei, dass Nutzer sich leicht orientieren können und intuitiv zurechtfinden. Entsprechen die Anordnungen gerade zentraler Elemente dagegen nicht der Erwartungshaltung, stellt sich beim User unter Umständen ein negatives Gefühl der Desorientierung ein.

Konkrete Erwartungen

Jeweils die Mehrheit der befragten Personen gibt an, unter anderem die folgenden wichtigen Elemente in ganz bestimmten Bildschirmbereichen zu erwarten:

  • Navigationsleiste – links
  • Home-Button – links oben
  • FAQ – links unten
  • Sitemap – rechts oben
  • Kontakt-Link – links unten
  • Umfrage-Link – rechts
  • Shop-Link/Produktkatalog – links oben
  • Werbebanner – mittig oben
  • Datenschutzerklärung – mittig unten

Gefahren ungewöhnlicher Positionierungen

In vielen Fällen – so wurde durch Usability-Tests im Zuge der Studie ermittelt – führe bereits ein nicht-erwartungskonformer Aufbau der Homepage dazu, dass der Erstbesucher keine weitere Seite des Angebots mehr aufruft. Gewiss fühlen Betreiber sich nicht selten bemüßigt, sich gerade optisch von anderen Angeboten abzuheben. Vor diesem Hintergrund besteht allerdings die Gefahr, dass ungewöhnliche Positionierungen zwar Emotionen beim Erstbesucher wecken, diese aber durch Orientierungsschwierigkeiten zunächst negativer Art sein können.

Zur größten Verunsicherung führt insbesondere, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt ein in diesem Moment zwingend erforderliches Steuerungselement wie etwa die interne Suchfunktion oder die Warenkorbansicht, nicht zur Verfügung steht oder erst mühsam gesucht werden muss.

Erwartungsgerechte Positionierung ein motivierendes Element

Die optimale und erwartungsgerechte Positionierung von Elementen trägt also in bedeutendem Maße dazu bei, den Erstbesucher zum wiederholten Seitenaufruf zu motivieren und sollte bei der Homepage-Gestaltung nicht vernachlässigt werden. Bereits minimale Korrekturen etwa der Menüführung sind geeignet, dem Nutzer die Orientierung deutlich zu erleichtern.

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3 Reaktionen zu diesem Beitrag

  1. //SEIBERT/MEDIA Weblog » Blog Archiv » Die nächste Website ist nur einen Klick entfernt

    [...] ihre Kunden zu verstehen und über die Unternehmens-Website besser auf deren Bedürfnisse und Erwartungen einzugehen. So entsteht ein ausgeglichenes Verhältnis von Kundennutzen und Unternehmensnutzen. [...]


  2. //SEIBERT/MEDIA Weblog » Blog Archiv » Vom Kundengespräch zum Angebot: Warum es keine Standardpreise für Design-Leistungen gibt

    [...] ein Positionierungskonzept [...]


  3. Georg S. Kuklick

    Die größte und aussagekräftigste Studie zu dem Thema wurde von Audi durchgeführt und kommt zu anderen Schlüssen. Weder die Akzeptanz noch die Geschwindigkeit leidet unter verschiedenen Positionen von Inhalten.

    Beispiel Navigation rechts statt links. Der erste Klick erfolgt im Schnitt Millisekunden später. Die ersten sieben Klicks erfolgen sogar deutlich schnelle rmit der rechten Navigation.

    Ich kenne auch die oben genannte Studio und bin der Aufassung das die Ausrichtung der Aufgabenstellung bereits auf das erzeilte Ergebniss zielt und nicht praxisorientiert genug ausgelegt ist.


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