Materialität, Haptik und Klickverhalten bei Websites
27. Dezember 2007 von Martin RiekertUnsere Zeit wandelt sich rasant und ebenso schnell verändern sich auch die technologischen Voraussetzungen und die Geschmacksmuster der Gesellschaft. Noch vor wenigen Jahren bedeutete Webdesign kaum mehr als die Abbildung in HTML programmierter Tabellen, führten große Datenmengen vor dem Hintergrund langsamer Internetverbindungen und extrem langer Ladezeiten doch zu massiven Problemen.
Inzwischen sind schnelle Verbindungen weit verbreitet und gestalterisch stehen zahlreiche Optionen wie zum Beispiel der Einsatz vieler Bilder zur Verfügung. Unter Webdesign wird deshalb heute eine Form von Interface verstanden, wie wir sie von Navigationsgeräten, Palms oder Handys kennen – besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang das iPhone von Apple, dessen Oberfläche mit den Fingerspitzen bedient wird. Solche Gestaltungsformen muten immer wie die Bedienoberflächen technischer Geräte an, an denen Aktionen ausgeführt werden.
Webdesign im Wandel der Zeit
In meiner Wahrnehmung hat sich in letzter Zeit eine Veränderung der Ästhetik von Webdesign vollzogen. Für mich war eine Webseite früher eine zweidimensionale Fläche, auf der man Farbfelder, Texte und Bilder eher nebeneinander platziert hat. Die technischen Zwänge, eben großteils auf Bilder zu verzichten und viel über die Programmierung zu gestalten, haben sich inzwischen zumeist aufgelöst. Heute sehe ich eine Website viel mehr als dreidimensionale Oberfläche aus unterschiedlichen Materialien wie Glas, Metallen, Kunststoffen etc., sehe Knöpfe zum Draufklicken mit unterschiedlich assoziiertem Klickverhalten (kurzer präziser Klick, weicher Klick) und kann deutlich gewölbte Flächen und Erhöhungen, die Schatten werfen, erkennen. Das verdeutlichen zwei exemplarische Beispiele:
zwei aktuelle Projekte von //SEIBERT/MEDIA/DESIGN
Neue Anforderungen an Webdesign
Es könnte bei der Auslegung meiner Intentionen Missverständnisse geben, deshalb möchte ich Folgendes noch hinzufügen:
Es geht mir nicht darum, unsere Layouts mit beliebigen 3D-Grafiken zu versehen, um einem trendigen Look nachzueifern. Es geht mir primär darum, dass wir uns während des Gestaltungsprozesses Gedanken um Materialität, Haptik und Klickverhalten unserer Kunden machen. Grundlegende Corporate Design-Richtlinien werden nach wie vor die Gestaltung eines Webdesigns prägen, ebenso die Kernwerte, die ein Unternehmen vertritt.
Ob es sich bei diesen Assoziationen und Anmutungen, die unter dem Begriff Web 2.0-Style zusammengefasst werden, nur um einen vorübergehenden Trend handelt, oder ob sich diese Form des Webdesigns als Standard durchsetzen wird, ist offen. Doch grundsätzlich sollte die Option, neue Wege zu gehen, immer im Hinterkopf behalten werden.
It’s a must anyway.
Konzept und Text: Martin Riekert. Operationalisierung: Matthias Rauer.







Am 29. Dezember 2007 um 16:26 Uhr
Cool ist in dem Projectile-Screenshot der Feuerloescher fuer “Loeschen”. Er wuerde aus Usability-Sicht vermutlich sogar funktionieren, weil er gemeinsam mit der Bezeichnung verwendet wurde. Allerdings ist hier originellerweise eine andere Bedeutung des Wortes “Loeschen” fuer die Visualisierung herangezogen worden. Das Loeschen einer Datei hat mit dem Loeschen des Feuers mit einem Feuerloescher aber nichts zu tun. Daher sollte eher der altbewaehrte, wenn auch nicht so aufmerksamkeitsstarke Feuerloescher herangezogen werden.
PS: Trotzdem eine wirklich originelle Idee.
Am 8. Februar 2008 um 10:47 Uhr
[...] im Rahmen der Mensch-Maschine-Interaktion auch, einigermaßen konstant und lassen sich von Modeerscheinungen im Web-Design nur wenig [...]
Am 13. April 2008 um 14:25 Uhr
[...] Das Unternehmen möchte demonstrieren, dass es mit der Zeit geht. In der Tat haben sich die Geschmacksmuster in den letzten 5 bis 10 Jahren teilweise deutlich verändert. [...]
Am 13. Mai 2008 um 09:33 Uhr
[...] Materialität, Haptik und Klickverhalten bei Websites [...]
Am 16. Juni 2008 um 09:07 Uhr
[...] Materialität, Haptik und Klickverhalten bei Websites (eigener Artikel) [...]
Am 16. Juni 2008 um 13:22 Uhr
[...] Materialität, Haptik und Klickverhalten bei Websites (eigener Artikel) [...]
Am 22. September 2008 um 08:44 Uhr
[...] und weiterführende Informationen: Die Ergebnisse der Studie Materialität, Haptik und Klickverhalten auf Websites Blickverläufe: Neue Eye-Tracking-Studien bestätigen F-Muster Lohse, G. L. (1997). Consumer eye [...]