Buzzwords – weniger ist manchmal mehr

Web 2.0! Web 3.0! Mashup! Dashboard! Corporate Identity! Viral Marketing! Oder: Nachhaltigkeit! Zielorientierung! Strategie! ... ... Vor allem die Marketing-Sprache liebt sie, aber kaum jemand außerhalb des elitären Kreises versteht sie so richtig: Buzzwords sind in. Ihre Verwendung soll für Aha-Effekte sorgen und dem Redner Fachwissen attestieren – und die Zuhörer vertreiben sich die Langeweile mit Buzzword-Bingo. Alles jedoch sollte seine Grenzen haben, denn mit Buzzwords kann man seine Zuhörer auch überstrapazieren.

Viele Buzzwords sind noch nebulöser als die Gegenstände, die sie beschreiben

Ein Problem vieler Buzzwords ist, dass sie ursprünglich relativ unklare und abstrakte Sachverhalte beschreiben und zusammenfassen sollten. Das Dilemma: Komplexe Begriffe wandeln sich zu Kurzformen, die selbst so unverständlich und nebulös sind wie die Gegenstände, die sie eigentlich erklären und werden nicht ganz zu unrecht gern als Luftblasen bezeichnet. Ein Blogger ist schon über die Begriffe Mega-Thumbs-Upper und mindshare gestolpert – von Interpretationen des Begriffs Web 2.0 einmal ganz zu schweigen.

Nicht wenige Buzzwords sind einfach überflüssig

Um nicht missverstanden zu werden: Ich möchte mich gewiss nicht auf die Seite selbsternannter Sprachwächter schlagen, die dem so genannten Denglisch mitunter (unfreiwillig) realsatirische „Alternativen“ gegenüberstellen. Sicher sind in internationalen Märkten international verständliche Begriffe nötig und angebracht. Doch Schlagwörter wie tagging words und generic CRM sind für so manchen Hörer vielleicht zuviel des Guten. Und muss wirklich von consumer, re-design, commitment die Rede sein?

Buzzwords wiederholen sich, sind langweilig und wirken austauschbar

Natürlich sorgen Buzzwords für große Augen bei Laien und auch schon einmal für anerkennendes Nicken bei Experten. In Meetings, bei Vorträgen und bei Präsentationen haben Buzzwords allerdings auch das Potenzial, Ihre Rede austauschbar wirken zu lassen und einfach Langeweile zu verbreiten zu oft wurden sie bereits in allen möglichen Zusammenhängen gehört. Natürlich ist Ihr Vortrag keine Büttenrede, mit der Sie unterhalten sollen und wollen. Aber sicher wird Ihnen an der Aufmerksamkeit und am Interesse Ihrer Zuhörer gelegen sein. Ganz ehrlich: Haben Sie sich nicht auch schon einmal gedanklich aus einem Referat ausgeklinkt, als ein Redner mit dem Abspulen der üblichen Buzzwords begonnen hatte?

Warten Sie lieber nicht, bis einer Ihrer Zuhörer BINGO! ruft:

Bei Applikationen bedeutet Usability, dass Anwendung und Nutzer dieselbe Sprache sprechen. Warum also als Unternehmen nicht in der Sprache der Mitarbeiter und Kunden reden? Allzu viel spricht nicht dagegen, das Kind ruhig auch einmal beim (verständlichen und nachvollziehbaren) Namen zu nennen und vor allem Erklärungen zu liefern. 😉

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