Linkpopularität und Suchmaschinenerfolg Teil 2: Wenn Google meine Website nicht mehr kennt

7. April 2008 von Martin Seibert

SEO als die sportliche Herausforderung?

Vor einiger Zeit bekam ich einen Anruf von einem Kunden, der in heller Aufregung war und beklagte, dass seine Website plötzlich nicht mehr in den Google-Trefferlisten erscheine. Mit meiner Vermutung, es handele sich um eine Abstrafung wegen Verstoßes gegen die Google-Richtlinien, lag ich richtig. Suchmaschinen haben klare Regeln aufgestellt, um Ergebnis-Manipulationen zu verhindern, und sie ahnden Verstöße rigoros.

Ein sportlicher Vergleich drängt sich auf: Nicht immer steht der Schiedsrichter günstig und nicht immer sieht er jede Unsportlichkeit. Vielleicht interpretiert er auch manches Foul als normalen Zweikampf, doch am Ende und nach wiederholten Regelverstößen zieht er die rote Karte. Wer sich nicht an die Regeln hält, darf nicht mehr mitspielen – ganz einfach.

Zahllose selbsternannte Suchmaschinen-Optimierer fassen ihre Manipulationsspielchen auch tatsächlich als sportliche Herausforderung auf und überlegen sich gegebenenfalls neue Tricks, um im nächsten Anlauf nicht verwarnt zu werden oder gar vom Platz zu fliegen. Waren vor einigen Jahren Linkfarmen probate Mittel zur Steigerung des Rankings (heute ist das weitgehend ausgeschlossen), sind es derzeit eben eingekaufte statische Links. Der Bereich der Black Hat SEO ist ein Tummelplatz für halbseidene Gestalten und Firmen, die um des Optimierens Willen „optimieren“ und nicht, um eine Website nachhaltig erfolgreich zu machen und dauerhaft gut zu positionieren.

Das Ranking der Unternehmens-Website bei Google ist aber kein Spiel und drastische Abstufungen oder gar ein Index-Ausschluss können dramatische Folgen haben.

Wie Black-Hat-Optimierer tricksen

Wie an dieser Stelle schon ausgeführt wurde, wirken sich die Linkpopularität und der PageRank einer Website, die auf die eigene Seiten verlinkt, auch stark auf die eigenen Werte aus. Schon wenige Links von qualitativ hohen Seiten sind von großer Bedeutung für das eigene Ranking. Nun offeriert manch ein Seitenbetreiber, dessen Auftritt einen hohen PageRank aufweist, Linkplätze für teures Geld. Die thematische Ausrichtung der zu verlinkenden Website spielt dabei keine Rolle. Und nicht wenige Unternehmen sind bereit, ihr eigenes Ranking durch solche kostspieligen Aktivitäten zu verbessern.

Gekaufte Links widersprechen jedoch den Google-Richtlinien und Google hat längst damit begonnen, Linkverkäufer systematisch im PageRank zu senken. Im Oktober 2007 waren davon so prominente Seiten wie chip.de, geo.de und zeit.de betroffen.

Vielen Website-Betriebern hat sich der Sinnzusammenhang zwischen guten Inhalten und der Linkpopularität noch nicht erschlossen. Man fragt sich vielmehr, woher man auf Gedeih und Verderb Links von externen Websites bekommt, wo man sich eintragen kann und welches eben die Schlüssel zum unmittelbaren Erfolg sind.

Sicher ist es möglich, statische Links einzukaufen, Blogs wahllos mit Spam-Kommentaren zu überziehen, Brückenseiten einzurichten, offsite zu optimieren usw. usf. Doch Suchmaschinenbetreiber werden immer bestrebt sein, diese Aktivitäten wirkungslos zu machen.

URL Unbekannt: bmw.de

Größe schützt vor Strafe nicht

Am 4. Februar 2006 war www.bmw.de vorübergehend aus dem Google-Index verschwunden und der PageRank der Website auf 0 gesetzt. Zur Begründung führte Google die Verwendung unerlaubter Brückenseiten an. BMW mag das verkraften, aber kleine und mittlere Unternehmen oder Betreiber von E-Commerce-Sites trifft es hart, wenn der Besucherstrom via Google unvermittelt abbricht. Google hat gezeigt: Ansehen und Größe eines Unternehmens spielen bei der Ahndung von Richtlinienverstößen keine Rolle.

Black Hat SEO ist keine Optimierung, sondern Herumtricksen. Kurzfristig sind solche Maßnahmen wirksam, doch dann modifiziert Google seinen Algorithmus und schon beginnt man wieder von vorn. So ist das vermeintlich einfache und günstige Geschäft am Ende ein teurer Kampf gegen Windmühlen. Wer mit Black Hat SEO manipuliert, muss wissen, was ihm blühen kann und höchstwahrscheinlich auch blühen wird, denn am Ende hechelt man immer dem Schaden hinterher, den man sich im Grunde selbst zugefügt hat.

Weiterführende eigene Artikel:

Durch welche seriösen und nachhaltig wirkungsvollen Maßnahmen Ihre Website optimiert werden kann, lesen Sie im letzten Teil dieser Reihe zur Suchmaschinenoptimierung.

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4 Reaktionen zu diesem Beitrag

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  3. Herbert Malzahn

    Egal ob Blackhat oder Whitehat, letztlich ist nur die Einhaltung aller Google-Rules von Erfolg. Da Google im stetigen Wandel ist, treffen heutige Aussagen morgen vielleicht schon nicht mehr zu.

    Den genauen Google-Algorhitmus kennen wir eh nicht und sind unsere Aussagen in Bezug auf SEO immer nur Vermutungen. Kann man sich z.B. erklären, wie meine HP 3 Tage auf der ersten SERP steht und dann ebenso lange nicht mehr im Index erscheint? Ohne Content-Änderung!
    Oder warum erscheine ich 6 Stunden nach Eröffnung einer Domain auf Platz 8 mit einem sehr guten Keyword, das von über 100 Millionen Seiten benutzt wird? Und das ohne einen einzigen Backlink? Jetzt pendelt die Position zwischen 8 und 12, aber das dauerhaft?

    Das ist wohl kaum zu erklären und deshalb gibt es wohl nur die eine Strategie: Guter, informativer Content, oft aktualisiert, ständig erweitert, dann sollte die gute Positionierung bald erreicht sein!


  4. Andreas Herrmann

    Absolut richtig.

    Content is King, je aktueller und umfangreicher, je besser …

    Nur seit heute ist meine Seite auch aus dem Index verschwunden … großes Grübeln, Rätseln und Recherchieren … so habe ich nun über die Webmastertools versucht, eine neue Indizierung anzustossen, wollen wir mal hoffen das es wirkt, denn eines Verstosses gegen die Google Richtlinien bin ich mir nicht bewusst.

    Respektvolle Grüße!


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