8 Vorurteile gegenüber Design und Designern

14. April 2008 von Martin Riekert

Es wird viel gesprochen über Design. Jeder spricht und urteilt gerne über das, was er sieht. Und jeder meint es besser zu wissen, als der andere. Es gibt Unternehmer und Manager, die die Notwendigkeit und die Vorteile von hochwertigem Design verstanden haben, und diejenigen, die bisher ohne auszukommen meinen. Und es gibt Designer, die über Design sprechen: Zum einen die professionellen Designer, die ein Studium absolviert haben, zum anderen diejenigen, die sich aus eigener Überzeugung und Selbstüberschätzung zum Designer ernennen.

Wo viel gesprochen wird, entstehen auch viel Blödsinn, Verunsicherung und viele Unwahrheiten.

Einige Vorurteile möchte ich an dieser Stelle gerne ausräumen:

01 / Ein Corporate Design ist Luxus
Falsch. Kein Corporate Design ist Luxus. Wer es sich im Wettbewerb gegenüber der Konkurrenz erlauben kann, sich keine Gedanken über das Außenbild seines Unternehmens zu machen, hat entweder seltenes Glück oder überschätzt seine Marktposition.

02 / Wir brauchen kein Design
Falsch, denn „kein Design“ gibt es nicht. Alles hat eine visuelle Oberfläche, manches ist kontrolliert und zielorientiert gestaltet, manches beliebig und fragwürdig.

03 / Design ist eh Geschmackssache
Falsch, denn profesionelle Designer erstellen eine saubere und klare Konzeption, die als Ausgangssituation und Herleitung einer Gestaltungskonzeption dient. Das Design ist somit Ergebnis eines zielgerichteten Entwicklungsprozesses.

04 / Design ist immer unangemessen teuer
Falsch. Gute Arbeit ist nicht umsonst und Design, das etwas kostet, ist auch gutes Design. Denn gutes Design braucht Zeit und viele Absprachen bis zur richtigen Lösung. Und eine richtige Lösung ist ein Wettbewerbsvorteil.

05 / Design ist hübsch und nett
Falsch. Deshalb sprechen professionelle Designer ja auch nicht von hübschen Sachen, sondern von richtigen Lösungen.

06 / Design kann doch jeder
Falsch. Dass jeder Design sehen kann heißt nicht, dass jeder fähig ist, es zu erstellen. Es ist ja auch nicht jeder, der eine Stimme hat, ein guter Sänger.

07 / Webdesigner können auch programmieren
Falsch. Ein Designer, der auch Webseiten programmiert, professionelles Suchmaschinen-Marketing betreibt und Webseiten hostet, kann zwar alles, aber alles gleich wenig.

08 / Ein Produkt soll funktionieren und muss nicht gut aussehen
Falsch. Wer verkaufen will, muss auch optische Kaufanreize schaffen. Das Auge kauft schließlich mit.

Scheuklappen zu tragen heißt, wesentliche Potenziale einfach zu verschenken. Und es lohnt sich, die Möglichkeiten von professionellem Design kennenzulernen, denn Design trägt signifikant zum Unternehmenserfolg bei.

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12 Reaktionen zu diesem Beitrag

  1. Autor

    Du hast da völlig recht. Ich selbst bin Programmierer, für meine Designs brauche ich entsprechend jemanden, der das gelungen umsetzen kann. Und das kann eben NICHT jeder.


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  11. Anonymous

    Zu Punkt 07 / Webdesigner können auch programmieren:

    Dem muß ich wiedersprechen.

    Es gibt durchaus (wenn auch wenige) studierte gute Designer die HTML, CSS und Javascript beherrschen!


  12. Matthias Rauer

    @ Anonymous: Sicherlich gibt’s diese Ausnahmen. Auch unsere Designerinnen hatten gerade wieder eine interne HTML-Schulung. Es ist durchaus hilfreich, als Designer auch Grundlagen der Frontend-Programmierung zu beherrschen.

    Aber Allround-Talente, die Design-Profi und High-End-Frontend-Programmierer in einer Person sind und auch den Backend-Unterbau mit Java, GWT & Co. perfekt beherrschen, dürften doch eine Ausnahme und in Agenturen – und um die geht’s in dem Artikel vor allem – kaum anzutreffen sein, oder?


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