Lohnen sich Spam-Filter in Unternehmen?

2. Januar 2009 von Thorsten Brüggemann

Spam-Mails machen heute mehr als 70% des weltweiten E-Mail-Verkehrs aus. Was den privaten E-Mail-Nutzer in den meisten Fällen „nur“ nervt, kostet Unternehmen dagegen bares Geld. In erster Linie beeinträchtigen Spam-Mails die Produktivität von Mitarbeitern: Diese müssen entsprechende Arbeitszeiten aufbringen, um die betreffenden E-Mails zu identifizieren und sie anschließend zu löschen. Gleichzeitig müssen die IT-Abteilungen wegen des hohen Aufkommens an unerwünschten E-Mails ihre Mail-Server erweitern und zusätzliche Schutz-Software installieren. Doch wie sinnvoll ist der Einsatz solcher Spam-Filter, erzeugen diese doch wiederum nicht nur Kosten für die Installation, sondern auch für die Wartung? Zusätzlich besteht die Gefahr, dass Spam-Filter entscheidende E-Mails als Spam ausfiltern und löschen.

So arbeiten Spam-Filter:

  • Sie überprüfen die Absender-Adresse oder die Internet-Adresse.
  • Sie sortieren anhand des E-Mail-Betreffs Verdächtige aus.
  • Sie überprüfen den gesamten E-Mail-Text.
  • Sie kontrollieren den Versand-Server.

Spam-Filter sparen Zeit und Kosten

Eine wissenschaftliche Studie, die von den Universitäten in Hamburg und Köln gemeinsam mit dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit in Bonn (IZA) erarbeitet wurde, hat sich eben diesem Nutzen von Spam-Filtern in Unternehmen gewidmet. Befragt wurden ca. 1.000 Universitäts-Angestellte. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen durch den Einsatz von Spam-Filtern durchaus Einsparungen realisieren können. Verglichen wurden dabei Nutzer, die Spam-Filter installiert hatten, mit Usern, die ihre E-Mails selbst filtern.

Das Ergebnis der Untersuchung:

Pro Jahr und Mitarbeiter lassen sich durch Spam-Filter bis zu 440 Minuten Arbeitszeit einsparen. Das sind rund 35% des von Spam-Mails verursachten Gesamtaufwands pro Jahr und Mitarbeiter.

Einsparpotenzial sei also vorhanden, vor allem bei E-Mail-Nutzern, die viele E-Mails bekämen oder noch unerfahren in der E-Mail-Nutzung seien. E-Mail-Profis und Nutzer mit sehr wenig E-Mai-Verkehr dagegen könnten, so die Studie, auf einen Spam-Filter verzichten, da der Aufwand für die regelmäßige Anpassung der Einstellungen die Arbeitszeitersparnis oft aufwiegen würde. Da die Spammer ihre Methoden kontinuierlich veränderten, wären ständige Anpassungen nötig, um unerwünschte Mails weiterhin auszusortieren. (Letztere Argumentation halten wir allerdings für fragwürdig und nicht der Unternehmensrealität entsprechend.)

//SEIBERT/MEDIA setzt bei Anti-Spam auf „Greylisting“

Seit August 2007 setzt //SEIBERT/MEDIA die Anti-Spam-Technik „Greylisting“ ein und hat das Spam-Aufkommen dadurch um 90% reduziert. Beim Greylisting-Prinzip wird jede eingehende E-Mail als potenzielle Spam-Mail eingestuft und zunächst nicht weitergeleitet. Stattdessen speichert das System die Kombination aus Absender-, Empfänger- und IP-Adresse. Nach einigen Minuten verschickt der (seriöse) Absender automatisch eine erneute Sendebestätigung für die E-Mail, die vorher ihr Ziel ja nicht erreicht hatte. Nach dieser erneuten „Zustellung“ darf sie den Filter nun passieren.

Durch die Speicherung der „sicheren“ Absender/Empfänger/IP-Adressen-Kombination werden alle künftigen E-Mails sofort als normale Kommunikations-E-Mails erkannt und weitergeleitet. Alle nicht verifizierten E-Mails bleiben bei dieser Technik im Sicherheitsnetz hängen und werden als Spam aussortiert. In der Aufbauphase entstehen durch das Abblocken und Warten auf die erneute Sendebestätigung notgedrungen Weiterleitungspausen zwischen fünf und zehn Minuten. Später entfallen diese Weiterleitungspausen und der Filteraufwand macht sich durch eine deutlich geringere Anzahl von Spam-Mails bezahlt.

//SEIBERT/MEDIA/SYSTEMS berät Unternehmen umfassend und kompetent zum Einsatz moderner Web-Technologien für die interne und externe Kommunikation. Lösungen zum Ausfiltern von Spam-Mails sind Teil des gesamten Sicherheitskonzeptes eines Unternehmens. Wir beraten Sie gerne.

Weitere Informationen zum Thema Spam:
Aktiv gegen Spams: Alle Mails kommen auf die Greylist
Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (englisch)
Spam-Filer (Wikipedia)
Der goldene Mittelweg ist in allen Fällen aufwändig

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2 Reaktionen zu diesem Beitrag

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Zu unseren teils weltweit agierenden Kunden gehören u.a. Accor, Allianz, Atlas MTT, BAD, Deutsche Klinik für Diagnostik, Deutsche Post, Hitachi, Honda Motor, Hotel InterContinental, Institut Fresenius, Kabel Deutschland, Lufthansa, SAP, SGS AG, STA Travel, StepStone sowie viele andere große und kleine interessante Unternehmen.