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Ein Unternehmens-Wiki ist nicht Wikipedia

16. März 2009 von Stewart Mader

Wikipedia ist das mit Abstand bekannteste Beispiel für ein Wiki: An das Web-Lexikon denken die meisten Leute sofort, wenn sie das Wort Wiki hören. Das ist nicht verwunderlich, hat das Online-Lexikon den Begriff doch erst wirklich bekannt gemacht und profitieren Millionen Menschen Tag für Tag von der Enzyklopädie. Allerdings ist Wikipedia etwas völlig anderes als ein Wiki, das im Intranet eines Unternehmens eingesetzt wird.

Zu den potenziellen Wikipedia-Usern gehören praktisch alle Internet-Nutzer, sei es als Autoren oder (wie die Mehrheit) als Leser. Wikipedia ist öffentlich: An Wikipedia kann sich praktisch jeder Nutzer relativ anonym beteiligen, viele Beiträge entstehen aus unterschiedlichen Sichtweisen auf Themen.

Im Gegensatz dazu richtet sich ein Corporate Wiki an eine bereits existierende und fest eingegrenzte Gemeinschaft. Für diese Community ist das Wiki Bestandteil der täglichen Arbeit und eine wichtige Kollaborationsplattform, unabhängig davon ob sie alle Mitarbeiter eines Unternehmens, die Mitglieder einer Abteilung oder die Beteiligten an einem Projekt umfasst.

Innerhalb eines Unternehmens füllt ein Wiki nicht nur eine, sondern sehr viele Funktionen aus. Das System wird für elementare Prozesse wie Kommunikation und Organisation der Zusammenarbeit, aber auch für die Vor- und Nachbereitung von Meetings inklusive der gemeinsamen Erarbeitung von Agendas und Protokollen, zu Dokumentationszwecken, im Projektmanagement, für die Abstimmung von Aufgaben und gemeinsamen Aktivitäten, für internes Blogging usw. usf. genutzt.

Manch ein Unternehmen ist vielleicht der Ansicht, dass eine Enzyklopädie genau das ist, was es braucht. Das mag mitunter tatsächlich der Fall sein, ist aber sicherlich nicht die Regel. Äußert andererseits jemand in Ihrem Unternehmen Zweifel am Sinn eines Corporate Wikis und wirft die Frage auf, was ein Nachschlagewerk im Intranet denn bringen solle, dann haben Sie gute Argumente: Ein Lexikon ist eine sehr spezifische Anwendungsform eines Wikis und ein internes Wiki ist nicht Wikipedia.

Wikipedia hat einen einzigen Zweck: den einer Enzyklopädie. Ein Corporate Wiki dagegen ist nicht öffentlich und hat naturgemäß eine weitaus höhere Beteiligung als ein öffentliches System. Ein funktionierendes Firmenwiki ist kein Lexikon, sondern vor allem ein Arbeitsmittel, das maßgeblich zur Effektivität und Effizienz von Kommunikation und Zusammenarbeit beiträgt und an dem sich der Großteil der Mitarbeiter aktiv und regelmäßig beteiligt.

Dieser Artikel wurde im Original am 7. Februar 2008 als VodCast unter dem Titel „Your Wiki Isn’t Necessarily Wikipedia“ von Stewart Mader veröffentlicht. Stewart Mader gehört zu den führenden und einflussreichen Wiki-Experten unserer Zeit. Seine Website erreichen Sie unter http://www.ikiw.org. Weitere Artikel von Stewart Mader finden Sie in unserem Wiki-Special.

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7 Reaktionen zu diesem Beitrag

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  2. Wiki-FAQ: Fragen und Antworten zu Inhalten und Dokumenten | //SEIBERT/MEDIA Weblog

    [...] Fall etwas über die Korrektheit des Inhalts aus. In einem Enterprise-Wiki wird kein Mitarbeiter absichtlich falsche Informationen veröffentlichen. Und ist einmal versehentlich ein Fehler aufgetreten, kann er mühelos behoben [...]


  3. Wiki-Trolle: Ein Problem in Unternehmen? | //SEIBERT/MEDIA Weblog

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  5. Confluence- und Foswiki-Plugins: Ein Vergleich | //SEIBERT/MEDIA Weblog

    [...] zu ergänzen. Die Ansprüche an ein ausgereiftes Firmenwiki sind allerdings etwas höher, denn ein Firmenwiki ist kein Web-Lexikon, sondern soll eine Vielzahl von Prozessen im Unternehmen systematisch [...]


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