Agile Projekte und Scrum in der Praxis: Elemente, Nutzen, Tools, Hürden

16. Februar 2011 von Matthias Rauer

VersionOne und Analysis.Net Research haben zum fünften Mal die State of Agile Development Survey durchgeführt und die interessanten Ergebnisse unlängst veröffentlicht. Im Rahmen dieser Erhebung sind knapp 5.000 (zum Großteil mit agilen Konzepten vertraute) Teilnehmer befragt worden, ob und wie sie Scrum & Co. in der Software-Entwicklung und im Projektmanagement einsetzen, welche Möglichkeiten sie in agilen Vorgehensmodellen sehen und welche Tools sie unterstützend verwenden, um agile Projekte auch digital abzubilden. Die wichtigsten Kennzahlen fassen wir hier zusammen.

Welche Vorgehensweisen und Elemente nutzen agile Teams?

Scrum ist der Erhebung zufolge mit Abstand die am weitesten verbreitete agile Vorgehensweise:

  • 58% der befragten Unternehmen setzen auf Scrum.
  • 17% bevorzugen hybride Lösungen aus Scrum- und XP-Elementen.
  • 5% haben individuelle Hybrid-Modelle entwickelt.

In Unternehmen und Teams, die agile Modelle anwenden, kommen insbesondere die Kernelemente agiler Vorgehensweisen zum Einsatz (Mehrfachnennungen waren möglich):

  • Iterative Planung: 83%
  • Daily Standup: 82%
  • Unit Testing: 77%
  • Release-Planung: 72%
  • Retrospektiven: 68%
  • Burn-down-Auswertungen: 67%
  • Continuous Integration: 65%

Warum setzen Unternehmen auf agile Methoden?

Unternehmen haben konkrete Vorstellungen davon, was Agilität bringen soll. Was versprechen sich Unternehmen und Teams in erster Linie von agilen Projekten? Dies sind die wichtigsten Argumente:

  • Time to Market sicherstellen
  • Bessere Möglichkeiten, um auf sich ändernde Anforderungen und Prioritäten reagieren zu können
  • Produktivitätssteigerung
  • Höhere Qualität
  • Mehr Transparenz
  • Risikominimierung

Und zahlt sich die Anwendung agiler Methoden in der Projektpraxis tatsächlich aus? Ja, die Umfrage bietet in diesem Zusammenhang eindrucksvolle Zahlen (Mehrfachnennungen waren möglich):

  • Schnellere und bessere Reaktionsmöglichkeiten bei Anforderungsänderungen: 87%
  • Höhere Projekttransparenz: 78%
  • Produktivitätssteigerung: 74%
  • Bessere Team-Moral und größere Motivation: 71%
  • Frühere Marktreife der Software: 70%
  • Bessere Vereinbarkeit von IT- und Geschäftszielen: 68%
  • Höhere Qualität: 65%

Eine in vielen Software-Projekten besonders wichtige Frage ist die nach der Geschwindigkeit der Umsetzung. Wie lange dauert es den Erfahrungen der Umfrageteilnehmern zufolge, Software mithilfe agiler Methoden zur Marktreife zu bringen?

  • Schneller als mit klassischen Vorgehensweisen: 66%
  • Gleich: 17%
  • Noch keine agilen Projekte abgeschlossen: 12%
  • Langsamer: 5%

Welche Tools nutzen Unternehmen, um agile Prozesse digital abzubilden?

In vielen Projekten kommen Teams mit Werkzeugen wie dem analogen Taskboard allein nicht aus und müssen agile Prozesse auch digital abbilden. Welche Tools kommen dabei zum Einsatz (Mehrfachnennungen waren möglich)?

  • Excel: 52%
  • VersionOne: 36%
  • Microsoft Project: 30%
  • Jira mit Greenhopper: 29%
  • HP Quality Center: 17%
  • Microsoft TFS: 17%
  • Google Docs: 16%
  • In-house-Lösungen: 16%
  • Vendor Y: 14%
  • Bugzilla: 13%
  • IBM ClearCase: 9%

Jira und Greenhopper haben damit um 5% im Vergleich zu 2009 zugelegt. In absoluten Zahlen konnte das Duo der Umfrage zufolge seinen aktiven Nutzerstamm mehr als verdoppeln.

Woran scheitern agile Projekte und welche Hürden sind zu überwinden?

Agilität im Unternehmen einzuführen ist selten ein Selbstläufer. Insbesondere fehlende Erfahrung und Konflikte mit Befürwortern traditioneller Entwicklungs- und Projektmanagementmethoden erweisen sich laut Studie als gefährlich. Gründe für gescheiterte agile Projekte:

  • Unerfahrenheit mit agilen Modellen: 14%
  • Unternehmenskulturelle Widerstände gegen agile Grundprinzipien: 11%
  • Externer Druck, das traditionelle Wasserfallmodell anzuwenden: 10%
  • Fehlende Unterstützung durch das Management: 7%
  • Widerstand aus dem Team: 6%
  • Fehlendes Training: 5%

Im Rahmen der Studie konnte zudem ermittelt werden, welche grundsätzlichen Hürden die Etablierung von Agilität behindern:

  • Notwendigkeit eines kulturellen und organisatorischen Wandels: 51%
  • Grundsätzlicher Widerstand gegen neue Methoden: 40%
  • Fehlendes Know-how in Sachen Agilität im Unternehmen: 40%
  • Fehlende Unterstützung des Managements: 34%
  • Ablehnung durch Kunden: 29%
  • Fehlendes Vertrauen in die Potenziale agiler Vorgehensweisen: 25%

Fazit

Nicht nur die Forschung hat die Vorteile agiler Vorgehensweisen längst aufgezeigt, auch die Projektteams, die in der Praxis tatsächlich nach diesen Methoden arbeiten, bestätigen den hohen Nutzen agiler Modelle: schnelle Marktreife, hohe Qualität, mehr Produktivität und größere Zufriedenheit im Team – sofern unternehmenskulturelle Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden können und das entsprechende Know-how in Sachen Agilität vorhanden ist. Und mit der Verbindung von Jira und Greenhopper zur digitalen Abbildung agiler Projekte sind Unternehmen sehr gut beraten.

Bei //SEIBERT/MEDIA sind agile Vorgehensweisen in Projekten an der Tagesordnung. Mit mehr als 20.000 Stunden Projekterfahrung in internen und externen Projekten mit agilen Entwicklungsmethoden gehört //SEIBERT/MEDIA zu den erfahrenen und größten Anbietern für Scrum in Verbindung mit den Atlassian-Tools Jira/Greenhopper und Confluence in Deutschland. Gerne helfen wir Ihnen bei der Etablierung von Scrum und der mächtigen Werkzeuge Jira und Greenhopper, die Ihre agilen Projekte ausgezeichnet unterstützen – sprechen Sie uns einfach unverbindlich an. Weiterführende Informationen finden Sie auch auf unserer speziellen Seite zum Thema Agilität in Unternehmen.

Download der Studienergebnisse als PDF-Datei (4,6 MB)

Weiterführende Informationen

Agile Software-Entwicklung vs. Wasserfallmodell: Was die Forschung sagt
Welche Vorteile bietet mir als Kunde ein Scrum-Projekt
Jira und Greenhopper: Agile Projekte digital abbilden
Projektabrechnung nach Aufwand: Eine Win-Win-Situation
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