Information, nicht Unterhaltung: Das Internet wird bewusst genutzt

Offline ist out

2007 ist es soweit: Mit 52,3 Prozent sind erstmals mehr als die Hälfte aller deutschen Erwachsenen online. Das hat die jährliche Online-Studie der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF zur Demographie im Internet ergeben. Noch im Vorjahr waren die Internetnutzer mit 46,1 Prozent in der Minderheit.

Zu bemerkenswerten Erkenntnissen kommt die Erhebung bezüglich der Nutzungsgewohnheiten der so genannten Onliner. So dient das Internet einer großen Mehrheit von 74 Prozent der User in erster Linie zur Informationsbeschaffung. Am höchsten im Kurs stehen dabei tagesaktuelle Informationen, gefolgt von Freizeit- und Veranstaltungstipps sowie Produkt- und Verbraucherinformationen. Lediglich 14 Prozent der Befragten nutzen das Internet vorwiegend zur Unterhaltung.

Diese Erkenntnis legt die Interpretation nahe, dass die Internetnutzung in zunehmendem Maße pragmatischen Gesichtspunkten unterliegt, immer stärker zielgerichtet ist und die meisten User einen konkreten Gegenwert erwarten. Wenig überraschend spielt dabei das Alter der Personen eine tragende Rolle. Je älter die befragten Personen sind, desto stärker ausgeprägt ist das Bedürfnis nach Informationen. Unter Jugendlichen dagegen liegt der Anteil der Unterhaltungs-Surfer deutlich über 14 Prozent.

Im Trend: Videos

Breitbandverbindungen und DSL-Flatrates machen es möglich – das Internet goes Video. 25 Prozent der Nutzer greifen zumindest gelegentlich, 14 Prozent regelmäßig auf Videodateien zu. 2006 waren dies nur 20 bzw. 7 Prozent.

Gerade im Hinblick auf das Online-Marketing birgt dieser Aufwärtstrend ein enormes Potenzial, zumal renommierte Studien regelmäßig die enorme Werbewirksamkeit von Videospots nachweisen.

Ein fester Platz im Tagesablauf

Das Internet ist zur Gewohnheit geworden, und der Anteil der Mediennutzung verschiebt sich immer weiter in Richtung Internet. Durchschnittlich verbringen User 54 Minuten am Tag im World Wide Web; das ist eine Steigerung von immerhin 6 Minuten im Vergleich zum Vorjahr. Darüber hinaus nimmt das Internet in zunehmendem Maße einen festen Platz im medialen Tagesablauf ein. So kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass zwei Drittel aller User täglich online sind – der durchschnittliche Nutzer immerhin an 5,1 Tagen pro Woche.

Bezüglich der Nutzungshäufigkeit hat das Internet damit praktisch zu Radio und Fernsehen aufgeschlossen.

Ältere Nutzer eine Herausforderung

Selbst die Bevölkerungsgruppe der über 50jährigen ist vom Reichweitenwachstum nicht ausgeschlossen, und sogar unter den über 60jährigen verzeichnet die Studie Zunahmen der Nutzerzahlen.

In dieser Entwicklung liegt eine große Herausforderung in Hinsicht auf die Gestaltung und den Ausbau von Usability-Leistungen. Gerade vor dem Hintergrund, dass sich immer mehr ältere Personen der Herausforderung Internet stellen, dabei in der Regel jedoch über weniger technisches Know-how verfügen als jüngere Menschen, werden Betreiber von Webseiten künftig noch stärker auf die benutzerfreundliche Bedienung und den übersichtlichen Aufbau ihres Angebots zu achten haben.

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