Alternativen zum Suchmaschinen-Marketing

„Suchmaschinen sind die Blutsauger des Internets.“

Diese provokante These vertritt Jakob Nielsen, Usability-Experte der ersten Stunde, schon seit einigen Jahren. Hintergründe für diese Meinung sind die Funktionsweisen und die Inhalte von Suchmaschinen. Gibt ein User heute einen Suchbegriff ein, präsentieren ihm Google & Co. nicht nur relevante Seiten, sondern auch bezahlte Anzeigen und News. Diese News werden von den Websites der Zeitungen und Zeitschriften „abgegriffen“, ohne dass die Suchmaschinen für diesen Content bezahlen. Was der Endverbraucher als Service und Erleichterung beim Surfen im Web empfindet, ist für die Verlage und Rechteinhaber ein Graus, schließlich kostet die Produktion von professionellem Content viel Geld. Versuche der Zeitungsverlage, gerichtlich gegen die Suchmaschinenanbieter vorzugehen, sind bislang im Sande verlaufen.

„Die Suchmaschinen haben einen großen Teil ihres Geschäftsmodells darauf aufgebaut, Inhalte kostenlos zu übernehmen. Es ist ironisch, dass diese Suchmaschinen vor allem dank traditioneller Nachrichten- und Inhaltsaufbereiter existieren und auf deren Kosten Profite erwirtschaften.“
Gavin O’Reilly, Präsident der World Association of Newspapers (WAN)

Suchmaschinen sind wichtig im Web
Seit dem Start der ersten Suchmaschinen Mitte der 90er Jahre gehört die Web-Suche zu den wichtigsten Dienstleistungen im Internet. Die User verlassen sich auf die Suchergebnisse. In letzter Zeit jedoch nutzen sie Suchmaschinen aber zunehmend als reine „Antwortgeber“ und beachten die angezeigten bezahlten Anzeigen kaum. Die Folge: Um Traffic zu generieren, haben die Suchmaschinen immer mehr kostenlosen Content angeboten, darunter Satelliten-Fotos, Übersetzungs-Services, E-Mail-Accounts, Foto-Hosting etc. Diese Services sind zwar für die Nutzer nette Spielereien, bedeuten aber auch Kosten für die Suchmaschinenbetreiber, die sie wiederum durch Werbeeinnahmen auffangen müssen.

Suchmaschinen verdienen ihr Geld nahezu im Schlaf
Der Druck auf die Internet-Unternehmen, mit ihren Websites auf den vorderen Ranking-Plätzen vertreten zu sein, ist immens. Vereinfacht dargestellt greifen folgende Mechanismen: Professionelle Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) steigern die Qualität und verbessern die Usability. Verbesserte Websites erhöhen die Konversionsraten, also die Umwandlung vom Kaufinteressenten in Käufer. Suchmaschinen indes profitieren von diesen Verbesserungen in der Website-Struktur, ohne dazu selbst etwas beigetragen zu haben; Nutzer erhalten qualitativ hochwertige Suchergebnisse, die auf qualitativ hochwertige Websites führen. Dass die Werbekosten bei Google & Co. steigen, resultiert zudem auch aus der Konkurrenzsituation im Internet-Markt. Je mehr Unternehmen aus dem gleichen Segment an einem beliebten Keyword interessiert sind, desto höher ist der Werbepreis bei den Suchmaschinen. Statt ausschließlich auf schnell wirkende (und schnell wieder verpuffende) Suchmaschinenwerbung zu setzen, sollten Unternehmen auch darüber nachdenken, nach langfristigen und nachhaltigen Lösungen zu suchen.

Die Befreiung von Suchmaschinen
Viele Internet-Experten, darunter auch Jakob Nielsen, sehen in der Befreiung der Internet-Unternehmen aus der Abhängigkeit der Suchmaschinenbetreiber die große Herausforderung der nächsten Jahre. Ein Ansatz könnte die Intensivierung der Kundenbindung sein, für die sich verschiedene Möglichkeiten anbieten. Nielsen führt einige Online-Marketing-Strategien und ihre Wirkungsweisen an:

  • Newsletter bauen emotionale Beziehungen zum Unternehmen auf.
  • Innovatives Nachfrage-Marketing führt zu höheren Konversionsraten.
  • Communities binden User durch Interaktivität.
  • Affiliate-Programme erreichen Zielgruppen direkt.
  • Werbung für die URL (z. B. auf Produkten und Print-Werbung) generiert Besuche.
  • Mobile Services bedienen und binden die wachsende (und gegenüber neuen Produkten besonders aufgeschlossene) Gruppe der mobilen Nutzer.

Fazit: Auf Suchmaschinen werden Web-Unternehmen auch in den nächsten Jahren nicht verzichten können. Und niemand kann es Suchmaschinenbetreibern verdenken, dass sie Geld mit ihren Geschäftsmodellen verdienen möchten. Dennoch lohnt es sich für Internet-Unternehmen, längerfristig über Alternativen in der Kundengewinnung und Kundenbindung nachzudenken. Die Online-Marketing-Experten von //SEIBERT/MEDIA/CONSULTING sind dabei gerne behilflich.

Weitere Informationen und Artikel zum Thema:
Linkpopularität und Suchmaschinenerfolg
Online-Marketing-Leistungen von //SEIBERT/MEDIA/CONSULTING
Jakon Nielsen’s Alertbox “Search Engines as Leeches on the Web”

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