Glanz und Gloria: Prägefoliendruck

Wir kennen sie von exklusiven Verpackungen, Buch-Covern und Kunstreproduktionen: Veredelungen. Aus den Warenregalen sind sie nicht mehr wegzudenken, aber auch bei Drucksachen wie Broschürenumschlägen, Briefbögen und Visitenkarten haben sie mittlerweile Hochkonjunktur. Über Druckveredelungen wollen immer mehr Unternehmen Hochwertigkeit kommunizieren und sich von der Konkurrenz abheben.

Kreativ, stilbildend und unverwechselbar – das sind die Merkmale der Veredelungsform des Prägefoliendrucks. Das Verfahren erzeugt einen außerordentlichen Glanz und eine Brillanz, die mit keiner anderen Technik erreicht werden kann. Insbesondere metallene Gegenstände oder Motive lassen sich mithilfe des Prägefoliendrucks (auch: Heißfolienprägung) ausgesprochen wirklichkeitsgetreu und realistisch darstellen. Darüber hinaus sind mit hochglänzendem Druck auf mattem Untergrund (oder umgekehrt) Effekte zu erzielen, an die kaum ein anderes Druck- und Veredelungsverfahren heranreicht. Ein weiterer Pluspunkt der Heißfolienprägung ist die einmalige und aufmerksamkeitserregende Haptik.

Wie funktioniert denn das?

Beim Prägefoliendruck handelt es sich um ein hochdruckähnliches Verfahren. Verschieden gestaltete Beschichtungen werden über einen Prägestempel und unter Einfluss von Druck und hoher Temperatur von einer Folie auf das zu bedruckende Material übertragen.

Jedes Prägedruckverfahren hat seine spezifischen Besonderheiten und die Ergebnisse ihre ganz eigenen Wirkungen. Ganze neun technische Verfahren stehen zur Verfügung, es gibt mehr als ein Dutzend Folienarten und eine Vielzahl von Bedruckstoffen, die sich für den Prägedruck eignen: Von naturbelassenen, gestrichenen, bedruckten, beschichteten oder kaschierten Papieren über Karton bis hin zu Kunststoffen.

Möglichkeiten gibt es viele …

Prägefoliendruck „Plan“
Dies ist der Klassiker des Prägedrucks, bei dem die Überträgerfolie und das zu bedruckende Material auf einer Ebene liegen. Eine Gegenform für die Prägeform wird bei dieser Methode nicht benötigt. Die Stärke der Einprägung variiert je nach Höhe des Drucks und Zielmaterial stufenlos zwischen sehr dezent und deutlich wahrnehmbar.

Der Plan-Prägefoliendruck wird gerne zur Gestaltung widerstandsfähiger oder beschichteter Stoffe verwendet und begegnet uns auf Buchhüllen oder auch auf Werkstoffen wie Leder. Bereits mit dieser vergleichsweise einfachen Methode lassen sich interessante optische und auch taktile Effekte wie beispielsweise der Gegensatz zwischen glatten und strukturierten Flächen erzeugen.

Prägefoliendruck „Microembossing“
Die Oberfläche der Überträgerfolie ist bei diesem Verfahren leicht verformt und wird von einer feinen, gefrästen Struktur durchbrochen. Der schöne Effekt beruht auf der Lichtbrechung: Je nach Blickwinkel ändert sich das Erscheinungsbild des Druckmaterials. Die Technik eignet sich besonders zur Umsetzung von Flächenmotiven mit feinlinigen Elementen, Rastern, Mustern usw.

Prägefoliendruck „Struktur“
Bei diesem Verfahren werden ebene und strukturierte Elemente gekoppelt: Ebene Bereiche der Folienoberfläche reflektieren einfallendes Licht, strukturierte Flächen streuen die Strahlung. Das Ergebnis sind sehr ansprechende Gegensätze zwischen glänzenden und matten Elementen.

Blindprägung
Wird der Prägefoliendruck mithilfe einer geätzten oder gravierten Prägeplatte, aber ohne eine farbgebende Folie durchgeführt, erhält man eine Blindprägung. Charakteristisch für dieses Verfahren sind die deutlich aus dem Bedruckstoff herausgehobenen Bild- und Textelemente. Gut formbare Materialien wie Naturpapiere eignen sich besonders. Bei gestrichenen Papieren sollten die Motive nicht ganz so detailreich sein.

Prägefoliendruck „Relief“
Mithilfe dieses Verfahrens wird dem Bedruckstoff in der Tat Profil verliehen. Das Prägewerkzeug hat eine Gegenform und überträgt neben der Folie auch die Form auf das Zielmaterial. Der Relief-Prägedruck ermöglicht stark und vielfältig strukturierte Drucke mit Kanten, Winkeln, hoch- und tiefgeprägten Elementen usw. Das optische Erlebnis ist beeindruckend: Licht- und Schatten-Effekte vereinen sich mit Glanzeffekten, die optische Wirkung ist räumlich. Zudem intensiviert das Relief die haptische Wirkung. Der Relief-Prägefoliendruck eignet sich ausgezeichnet für die auffällige Abbildung von Logos, Markenzeichen, Schriften etc.

Prägefoliendruck „Variogramm“ (Holografieeffekt)
Bei dieser Methode bewirken feinste Strukturen in der Prägefolie die spektrale Lichtbrechung. Abhängig von Lichtintensität und -einfallswinkel sowie vom Blickwinkel des Betrachters variieren Farben und Reflektion, es entstehen reizvolle holografische und dreidimensionale Effekte. Das Verfahren verbindet die Relief- oder Plan-Prägetechnik mit Diffraction-Prägefolien, die zudem gefärbt oder gemustert sein können und so weitere Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen.

Hologramme
Beim Holografieverfahren wird ein holografischer Bildträger in eine Prägeform überführt. Die Grundlagen für diese Technologie bilden mittels Laserlicht aufgenommene Fotos von zweidimensionalen Grafiken oder von wirklichen dreidimensionalen Objekten. Durch den Einsatz von Laserlicht entstehen Interferenzmuster von Lichtwellen. In diesen Mustern sind alle Informationen über das aufgenommene Objekt enthalten.

2D-/3D-Hologramme: Sich überlagernde 2D-Grafiken erzeugen einen dreidimensionalen Effekt. Das Ergebnis ist z.B. ein Element, das über einem Hintergrund zu schweben scheint.

3D-Hologramme: Die Grundlage bildet hier ein mithilfe der Holografietechnik aufgenommenes tatsächliches Objekt. Der 3D-Effekt ist wirklichkeitsnah und entfaltet vor allem bei ausreichender Lichteinstrahlung seine interessante optische Wirkung.

Interessante Quellen und weiterführende Informationen:
AK Prägefoliendruck
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