Hackathon bei //SEIBERT/MEDIA – Praxisbericht über die Entwicklung des EasyEvents-Plugins für Confluence

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Ziel eines Hackathons ist es, unter Zeitdruck und in konzentrierter Arbeit innerhalb kurzer Zeit (bei //SEIBERT/MEDIA 24 Stunden) ein Produkt zu realisieren bzw. ein kleines Projekt umzusetzen. Was das für ein Produkt oder Projekt ist, plant und entscheidet allein das Hackathon-Team.

Warum wir im Rahmen unserer agilen Organisation in regelmäßigen Abständen Hackathons durchführen, haben wir in ausführlichen Artikeln schon deutlich gemacht: Zum einen streben wir konkrete Lösungen mit echtem Innovationswert an, zum anderen zielen wir auf wichtige "weiche" Effekte ab, zu denen Weiterbildung sowie die Stärkung von Zusammenarbeit, Eigenverantwortung und Motivation unserer Kollegen gehören.

Anfang Juli 2013 hat unser jüngster Hackathon stattgefunden. Im folgenden chronologischen Erfahrungsbericht bieten wir Einblicke in die Arbeit eines der Teams, das im Rahmen der Veranstaltung das Confluence-Plugin EasyEvents konzipiert und entwickelt hat.

Montag (1.7.), 15.30 Uhr: Themen und Teams
Alle interessierten Kollegen treffen sich in unserem Aufenthaltsraum, um die Themenvorstellung mitzubekommen und die Teams für den anstehenden Hackathon zusammenzustellen.

Donnerstag (4.7), 15.00 Uhr: Produktvision
Unser Team findet sich in einem der Teamräume zusammen. Im ersten Schritt widmen wir uns der Produktvision und wollen abgleichen, ob wir ein gemeinsames Bild von ihr haben. Wir nutzen dafür die folgende Struktur einer Produktvision:

Für die ‘Zielgruppe’ mit einem ‘Bedürfnis’ ist ‘Produktname’ ein ‘Produkttyp’, der ‘Key-Features’ hat. Im Gegensatz zu ‘Hauptkonkurrent’ bietet ‘Produktname’ einen ‘Differenznutzen’.

Sven hat Donuts mitgebracht, um das Energielevel durch einen Zuckerschock hoch zu halten. 😉

Donnerstag, 15.30 Uhr: Kanban-Board
Es dauert nicht lange, bis wir ein Kanban-Board auf unserem Flipchart abgebildet haben. Die ersten Post-its wandern über das Board. Wir wollen eine Stunde lang konzentriert an den ersten Aufgaben arbeiten und dann ein "Standup" durchführen.

Donnerstag, 16.30 Uhr: Erstes Standup
Das erste Standup. Die bestehenden Plugins im Atlassian Marketplace wurden gesichtet, um zu schauen, ob dort bereits ähnliche Funktionalitäten vorhanden sind. Das ist nicht der Fall. Weiterhin haben wir uns andere Event-Seiten in den typischen Social Networks angesehen, um eine Idee davon zu bekommen, wie unsere Event-Seiten aufgebaut sein könnten. Wir nähern uns einem konkreten Bild vom gewünschten Produkt. Gemeinsam bauen wir eine StoryMap auf.


Donnerstag, 17.30 Uhr: Erste Scribbles
Nach dem Standup arbeiten wir an den ersten Scribbles und sammeln die bestehenden Informationen aus unserem Styleguide.

Donnerstag, 19.00 Uhr: Pizza
Die Pizza ist da! Wir essen gemeinsam im Sonnenschein auf unserer Terrasse und tauschen uns mit den anderen Teams aus. Die meisten sind euphorisch und berichten stolz von den erzielten Fortschritten.

Donnerstag, 21.00 Uhr: Oberflächen, Marketing, Kundenforschung
Die ersten Oberflächen werden sichtbar. Zugleich entstehen eine Info-Seite in unserem öffentlichen Wiki und eine Umfrage, um mehr über unsere potenziellen Kunden zu erfahren.

Donnerstag, 23.30 Uhr: Ende der Spätschicht
Auch die letzten Teammitglieder verlassen das Büro und fahren nach Hause, um ein paar Stunden Schlaf zu bekommen.

Freitag (5.7.), 07.00 Uhr: Die Frühschicht trifft sich
Die "Frühschicht" des Teams startet bereits wieder mit den Arbeiten am Hackathon-Thema. Ein erster Elevator-Pitch entwickelt sich: Wie würden wir jemandem unser Produkt innerhalb von 60 Sekunden erklären, der Fahrtdauer eines Aufzugs?

"EasyEvents ist wie eine XING-Event-Seite innerhalb von Confluence. Es hilft uns dabei, einfach und schnell ansprechende Event-Pages zu erstellen, über die sich die Teilnehmer mit einem Klick an- oder abmelden können. Durch die übersichtliche Darstellung finden die Teilnehmer schnell alle relevanten Informationen. Dank der eingebauten Sharing-Möglichkeiten erhalten die Veranstaltungen eine höhere Aufmerksamkeit."

Freitag, 14.30 Uhr: Erste präsentierfähige Version
Unsere Entwicklungsarbeiten kommen zum Ende. Einige Retrospektive-Fragen müssen wir noch beantworten. Wir haben ein Macro entwickelt, mit dem eine Eine-Klick-Anmeldung (ohne Editieren der Seiten) für Veranstaltungen möglich ist, und dazu eine schicke Event-Vorlage für unser Confluence gebastelt. Beides ist soweit, dass wir es als erste Version präsentieren können.

In der Retrospektive sind wir einhellig der Meinung, dass es eine tolle, wenn auch sehr anstrengende Erfahrung war.

Freitag, 15.00 Uhr: Präsentation
Wir treffen uns wieder mit allen Kollegen, um die Ergebnisse vorzustellen. Kaffee und Kuchen versüßen diesen spannenden Teil des Hackathons zusätzlich. Alle Teams präsentieren über 10 bis 15 Minuten, was sie in den letzten 24 Stunden erstellen konnten und welche Erfahrungen sie dabei gesammelt haben. Besonders häufig wird der interdisziplinäre und teamübergreifende Ansatz hervorgehoben: Viele Leute haben einen Tag lang sehr eng zusammengearbeitet, die sonst nicht so viel kollaborieren.

Freitag, 17.00 Uhr: Abschlussessen im Team
Die Ergebnisvorstellung ist vorbei. Unser Team entschließt sich, noch einmal gemeinsam eine Kleinigkeit essen zu gehen. Wir reflektieren gemeinsam über die letzten 26 Stunden und unsere Erlebnisse und Erfahrungen während des Hackathons. Wir sind uns einig: Wir werden zunehmend besser darin, in kurzer Zeit Ergebnisse zu produzieren. Zufrieden verabschieden wir uns in das Wochenende.

Weiterführende Infos

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