Usability-Richtlinien für Submit-Buttons in Formularen

Eine in der Praxis häufig gestellte und viel diskutierte Frage bezüglich der Gestaltung von Online-Formularen ist die, wo der Submit-Button stehen (links oder rechts) und ob er sich grafisch vom Cancel-Button unterscheiden soll.

Gerade habe ich dazu erste Ergebnisse einer neuen und sehr guten Studie gelesen, an der u.a. Luke Wroblewski mitgearbeitet hat, ehemaliger Lead User Interface Designer bei eBay und Yahoo und mit jeder Menge wissenschaftlicher Credits beladen. Bei dem Test wurden von den Usern verschiedene grafische Varianten genutzt, es wurden alle herkömmlichen Daten erhoben (Task Completion Time, Success Rate, Satisfaction Survey) plus Eyetracking-Daten. Hier die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

  • Sicherheit statt Geschwindigkeit
    Grundsätzlich geht es den Usern beim Ausfüllen eines Formulars um Sicherheit, nicht um Geschwindigkeit. Sie wollen keine Fehler machen, ob sie zwei Minuten früher oder später fertig sind, ist ihnen egal.
  • Submit-Button nach links
    Der Submit-Button sollte links stehen und es sollte eine klare vertikale Achse geben, an der sich der Blick orientieren kann. Diese Designs erhalten die besten Kommentare und werden explizit gelobt. Die Blicke der User wandern außerdem zuerst auf den linken Button, wenn zwei Buttons direkt nebeneinander stehen.
  • Kein Cancel-Button - wenn, dann grafisch modifiziert
    Cancel-Buttons (sowie alle anderen sog. "Buttons of Secondary Action", also Buttons, die nicht dem primären Ziel, dem Ausfüllen des Formulars, dienen), sollten nur verwendet werden, wenn es unbedingt notwendig und sinnvoll ist. Wenn sie verwendet werden, sollten sie sich grafisch vom Submit-Button unterscheiden, entweder durch eine Ausgrauung oder durch eine Darstellung als Textlink, nicht als Button.

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9 thoughts on “Usability-Richtlinien für Submit-Buttons in Formularen”

  1. Kein Cancel-Button: Wozu auch? Wenn ich das Formular nicht absenden will, kann ich ja zurücknavigieren oder das Browserfenster schließen. Jede zusätzliche Schaltmöglichkeit verleitet dazu, Fehler zu machen.

  2. Der Sinn des Reset-Buttons ist tatsächlich beschränkt. Man könnte ihn als in dem Wunsch nach Datenschutz begründet ansehen. Allerdings ist wirklich fraglich, wer ein Formular ausfüllt, den Vorgang abbricht und dann unbedingt alle Daten wieder löschen möchte. 🙂

  3. Wenn man mal darüber nachdenkt, macht ein “Abbrechen”-Button auch keinen Sinn. Denn: Was wird denn abgebrochen? Ein “Zurück zur Startseite” ist klar definiert.

    Und: Hat irgendwer schon mal auf Reset absichtlich geklickt?

    Wenn man sich die ganzen Blogs ansieht, ist das auch auffällig. Da gibt es ggf. mehrere Arten zu Speichern, aber ansonsten nur Submit: sonst nix.

  4. In einem Buch blättert man auch rechts weiter, daher finde ich persönlich rechts ganz gut.

    Im Browser ist das Vorblättern ja auch rechts und nicht links.

    PS: Die Validierung bedarf schon gewisser mathematischer Grundkenntnisse wie Punkt vor Strich. Ist das eine Art Qualitätscheck 🙂

  5. Sofern der Abbrechen Button wirklich notwendig ist, sollte dieser rechts stehen. Wenn man den Flow des Formulars folgt, und die Absicht hat das Formular abzusenden, kommt der Speicher-Button als Erstes. Somit müsste man den Abbrechen Button nicht überspringen (Eye-Tracking) um das Formular zu speichern.

    Der Abbrechen Button macht allerdings nur dann Sinn, wenn ein zurücknavigieren nicht möglich ist, zum Beispiel in einem Modal-Window, oder eine mit AJAX nachgeladene Box, wo das Abbrechen bewirken würde, das der vorher ausgetauschte Inhalt wieder sichtbar wird.

  6. Verblüffend, dass die Geschwindigkeit keine Rolle spielt..

    Gibt es auch eine ähnliche Studie zu CAPTCHA-Feldern?? Die Ergebnisse wäre interessant.

    Der Abbrechen Button ist ja auch wirklich nur notwendig in mehrseitigen Formularen, wie beispielsweise online Befragungen.
    Dieser ergibt bei einseitigen Formularen sowieso keinen sinn, da der User einfach wegnavigieren oder die Seite neu laden kann 🙂

  7. Es gibt zwei lesenswerte Studien zu CAPTCHAs. Bei der ersten handelt es sich um eine breit angelegte Untersuchung der Stanford University mit dem Titel “How Good are Humans at Solving CAPTCHAs?”. Hier der Link zum PDF: http://www.stanford.edu/~jurafsky/burszstein_2010_captcha.pdf. Die zweite Studie ist nicht wissenschaftlich angelegt, die Daten sind trotzdem interessant. Es geht um den Einfluss von CAPTCHAs auf die Konversionsrate und die Ergebnisse besagen, dass diese durch CAPTCHAs um bis zu 3% sinken kann. Auch hier der Link: http://www.seomoz.org/blog/captchas-affect-on-conversion-rates

    Grundsätzlich finde ich es übrigens schwierig, Formulare und CAPTCHAs miteinander zu vergleichen. Formulare sind in der Regel positiv besetzt, sie führen zu einem Kauf (Bestellformular) oder einer Antwort (Kontaktformular). CAPTCHAs sind negativ besetzt, sie haben keinen spürbaren Nutzen für den User. Sie sind ein Hindernis, das der User schnell aus dem Weg räumen möchte. Insofern dürfte Geschwindigkeit eine viel größere Rolle spielen.

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