Schnell Perl programmieren lernen

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„Übung macht den Meister!“ sagt ein deutsches Sprichwort und wird häufig zitiert, wenn es um die Erlernung von „Perl“ als Programmiersprache für komplexe Web-Anwendungen geht. Doch mutet die Forderung nach praktischer Auseinandersetzung mit der Programmiersprache – trotz unbestrittener Notwendigkeit – leider im Fall „Perl“ auch wie eine Ausrede an.

Der Praktiker empfiehlt das praktische Üben, weil sinnvolle Methoden über die Autodidaktik hinaus kaum vorhanden sind.

„Perl kann lernen, wer lernen kann“. Oder anders: Perl läßt sich leicht erlernen, wenn man Autodidakt ist.

Literatur gibt es viel. Gute Methoden sind meines Wissens nicht vorhanden.

Dieser Beitrag will anhand von KUMON, einer japanischen Lehrmethode für Mathematik, aufzeigen, wie ein Vorgehen zur Erlernung von Perl geschaffen werden kann, das folgende Kriterien erfüllt:

  • Schrittweises Vorgehen
  • Systematische und didaktisch durchdachte Lerneinheiten
  • Meßbare Ergebnisse und zwischenergebnisse.
  • Damit auch ständige Erfolge bei Bewältigung einer Lerneinheit.
  • Möglichkeit des invidividuellen Lernfortschritts ohne Zeitdruck.
  • Optional: Ausnutzung der Gruppendynamik ohne Nachteile von „Bremsereffekten“ durch langsamere Schüler.

Diese Vorteile lassen sich mit der KUMON-Methode erreichen. KUMON funktioniert so:

  • Es gibt für alle Kenntnisstände Übungsblätter mit vorgegebenen Aufgaben. In der Regel handelt es sich um Multiple-Choice-Aufgaben.
  • Die „Lernwilligen“ (bei KUMON meist Schulkinder) erhalten Aufgabenbögen, die zu dem eigenen Fähigkeitsniveau passen und lösen diese.
  • Der Schüler erhält das nächste Aufgabenblatt erst dann, wenn das aktuelle Aufgabenblatt in einer vorgegebenen Geschwindigkeit und komplett fehlerfrei gelöst wurde.
  • Enthält das Aufgabenblatt nur einen einzigen Fehler, muss es komplett neu ausgefüllt werden. Dadurch enthält KUMON ein starkes repetitives Element, dass ohne Beteiligung leicht als lästig oder unsinnig empfunden wird. Genau die Wiederholung macht jedoch den langfristigen Lernerfolg aus.

Für den Transfer der Kumon-Methode auf eine Lern-Systematik für „Perl“ braucht es:

  • Eine umfangreiche Sammlung mit Aufgabenblättern für viele Fähigkeits-Niveaus
  • Eine Applikation zur Messung des Erfolgs beim Lösen der Aufgabenblätter (in vorgegebener Zeit und ohne einen einzigen Fehler
  • Eine zentrale Stelle zur Ausgabe von Zertifikaten ab bestimmten Levels zum Nachweis des eigenen Lernerfolgs gegenüber dritten (z.B. in Bewerbungen)
  • Eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Lerneinheiten durch die Gemeinschaft der interessierten Perl-Entwickler

Es gibt bereits ein Online-Tutorial, das zwar keine Prüfeinheiten, dafür aber einen Inhalt enthält, der als Standard-Werk angesehen werden könnte – SelfHTML von Stefan Münz. Wäre es nicht ein nettes Ziel, ein ähnliches Tutorial mit eben den nicht zuletzt sehr motivierenden Lerneinheiten zu entwickeln?

Vielleicht läßt sich danach für SelfHTML ja auch eine Sektion mit Prüfeinheiten erstellen. Hier ein paar Gründe, warum solche Prüfeinheiten wirklich wichtig sind:

  • Prüfeinheiten bedeuten Kontrolle.
  • Kontrolle bedeutet Messbarkeit.
  • Messbarkeit macht Leistung transparent.
  • Transparente Leistung wird honoriert. Das heißt nicht nur Geld verdienen, sondern auch Fortschritt, Anerkennung, Wettbewerb
  • Anerkannte Prüfungseinheiten spornen zu mehr Leistung und mehr Weiterbildung an.

Wer interessiert ist, melde sich gerne bei mir oder in einer der folgenden Diskussionsforen zum Meinungsaustausch. //SEIBERT/MEDIA steht im übrigen gerne als Sponsor für eine Qualifizierungsinitiative von „Perl-Entwicklern“ zur Verfügung. Ein solches Sponsoring könnte umfassen: die Domain www.programmieren.de zur Nutzung

Diskussionsforen, in denen über diese Idee diskutiert wird:

Weiterführende Quellen für Perl-Programmierer:

Allgemeine Quellen für diesen Artikel: