Google Pack bringt Microsoft weiter in Bedrängnis

Mit einem Image, wie Google es immer noch hat, und seiner Innovationskraft wird auch die banalste Software zum Ereignis. Mit Google Pack hat der führende Suchmaschinenanbieter einen omnipotenten 'Installierer' veröffentlicht, der eigentlich nur in einem Paket viele andere schon vorhandene Software-Installationen vereint.

Kurz: Man installiert eine Software, die die gewählten weiteren Software-Pakete installiert und ständig aktuell hält.

Eigentlich kennt man das ja schon von vielen anderen Programmen. Am meisten nerven mich die wöchentlichen Update-Aufforderungen der Java-Engine auf meinem Rechner.

In Google Pack sei 'eine kostenlose Software-Sammlung von "sicherer und nützlicher" Software', sagt das Unternehmen. Folgende Programme sind enthalten:

  • Adobe Reader 7
  • Ad-Aware SE Personal
  • GalleryPlayer HD Images
  • Google Desktop
  • Google Earth
  • Google Pack Screensaver
  • Google Talk
  • Google-Toolbar für Internet Explorer
  • Mozilla Firefox mit der Google-Toolbar
  • Norton AntiVirus 2005 Special Edition
  • Picasa
  • RealPlayer
  • Instant-Messenger Trillian

Man kann selbst auswählen, welche Programme man wünscht. Bestehende werden bei Bedarf aktualisiert. Die Installation läuft ungewohnt unkompliziert ab. Nicht das übliche 100mal-"weiter"-Drücken.

Man könnte durchaus meinen, dass Google mit einigen aufgenommenen Produkten Microsoft in der Verbreitung von eigener Software behindern möchte: Internetexplorer, den MSN Instant Messenger und den Windows Media Player sind jedenfalls im "Pack" in Form von 'besseren' Alternativen ebenfalls enthalten.

Obwohl die Vorstände Schmidt und Page behaupten: "Zurzeit sind sämtliche Programme kostenlos. Auch wir bezahlen den Herstellern nichts für die Software – und diese bezahlen uns nicht für die Weiterverbreitung." liegt in der Aufnahme einer neuen Software in das Paket viel Geld für das Unternehmen.

Interessant ist auch im Fokus-Artikel:

Frage: Wie weit ist der Weg vom Google-Pack zu einem Google-Betriebssystem? Es fehlt ja nur noch eine Linux-Version und ein Bürosoftwarepaket.

Schmidt/Page: Wir versuchen nicht, ein besseres Betriebssystem oder einen besseren Computer zu bauen. Das Problem, das wir lösen wollen, heißt anders: Wie können wir alle Informationen dieser Welt auf jedem möglichen Gerät zugänglich machen? Es ist also sinnvoll, dafür zu sorgen, dass Sie auf dem allereinfachsten Weg an Informationen gelangen. Dabei wird die große Mehrheit der Geräte in Zukunft mobil sein, insbesondere außerhalb der USA.

Ich halte eine Installation des Software-Pakets für empfehlenswert. Norton Antivirus habe ich allerdings nicht installiert. Da ist man meines Erachtens mit AntiVir (Virenscanner fürs Betriebssystem allgemein), ClamWin (Scanning für eingehende Mails) und SpamBayes (guter Spam-Schutz) auf OpenSource-Basis deutlich besser bedient.

Quellen: