Warum die Zeit noch nicht reif für E-Mail-Signaturen ist.

Inspiriert von der Vision und den Vorteilen der elektronischen Signatur fing ich vor einiger Zeit an, die von mir versendeten E-Mail-Nachrichten mit einem eigenen Zertifikat zu versehen. Siehe in diesem Zusammenhang auch: E-Mail-Nachrichten verschlüsseln und signieren

Darauf passierte lange Zeit hin nichts, bis sich irgendwann einige Kunden meldeten und sagten, Sie könnten meine E-Mails nicht öffnen. Ich habe nie wirklich herausgefunden, woran es lag. Aber eine sichere Methode das Problem zu beheben war, die Nachricht erneut ohne SSL-Zertifikat zu verschicken.

Da mein SSL-Zertifikat sich ganz professionell auf einem eToken befindet, konnte ich zu Hause die Signatur nicht anfügen. Grundsätzlich kein Problem. Allerdings verkehrte sich ein vermeintlicher Vorteil hier in einen lästigen Nachteil: andere "moderne Kollegen", die ebenfalls über eine solche identitätssichernde Maßnahme verfügten, sendeten mir Dateianhänge ab sofort automatisch verschlüsselt. Das ist sicher und führt nur zu kleinen (auch schon lästigen) Verzögerungen bei der Anzeige. Wenn man aber keinen "Schlüssel" hat, kann man den Anhang gar nicht öffnen. 🙁

Zudem sieht in Outlook jede Mail mit einer E-Mail-Signatur so aus, als hätte Sie einen Dateianhang. Das ist verwirrend und stört. Es ist natürlich nicht so unangebracht, wie immer seine vCard anzuhängen, sieht aber so ähnlich aus.

Nach dem 30. Hinweis und der immer wieder unsignierten erneuten E-Mail-Versendung gab ich meiner schicken Signatur schließlich den Laufpaß.

Trotzdem werde ich heute noch jedes mal von Outlook weiter nach meiner Signatur gebeten, wenn ich die Nachricht eines Senders mit Signatur weiterleite oder beantworte. Mir leuchtet zwar nicht ein, warum ich eine Nachricht, die ich weiterleite, signieren sollte, nur weil die Ursprungsnachricht signiert war, erinnere mich aber immer wieder:

Wie schön könnte es sein, wenn Microsoft seinen Mail-Programmen eine vernünftige Signatur-Unterstützung schenken würde.

Weitere Nachteile von pauschalen digitalen Signaturen bei E-Mails:

  • Die meisten Empfänger können mit digitalen Signaturen nichts anfangen.
  • Und die, die mit den Signaturen etwas anfangen können, haben davon auch keinen Vorteil. Die Identifikation erfolgt doch bereits durch den Inhalt. Spam und Werbung kann jedenfalls jeder schnell und unproblematisch identifizieren und löschen.
  • Es besteht in fast 100% der Fälle gar keine Notwendigkeit für einen eindeutigen Echtheitsnachweis.


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