Vergleich zwischen Copernic Desktop Search, Yahoo! Desktop Search und Google Desktop

Ich muss uneingeschränkt Google dafür danken, dass sie sich mit der Desktop-Suche befasst und eine gute Lösung dafür etabliert haben. Erst dadurch bin ich richtig auf das Thema aufmerksam geworden und habe seine Potenziale für mich entdeckt. Daher kurz vorab:

Ganz gleich für welche Lösung Sie sich entscheiden. Die Desktop-Suche sollte jeden interessieren, der mehr als 50 E-Mails pro Tag erhält. Es gibt kaum eine Software-Kategorie nach Outlook, die mir bei der täglichen Arbeit so geholfen hat.

Eigentlich beginnt das Thema "E-Mails durchsuchen" mit der schwachen Suchfunktion in den meisten E-Mail-Programmen. Outlook hat nicht mal einen Index und sorgt somit für schier unendliche Wartezeiten bei den einfachsten Anfragen. Wenn man dann noch gleichzeitig Archive über 5-6 Jahre hinweg durchsuchen will, rückt eine praktikable Lösung in den meisten Programmen in weite Ferne.

Meine allererste Lösung war der "Nelson E-Mail-Organizer" (NEO), der zwar die Grundfunktionen der Index-Suche bietet, aber bei großen Datenmengen zwischen 300 MB und 500 MB Arbeitsspeicher vereinnahmt. 🙂

Google Desktop Search war dann die erste wirklich begeisternde Lösung. Wie von Google gewohnt wird jede Suchanfrage innerhalb von Millisekunden mit einem Suchergebnis quittiert. Man glaubt erst gar nicht, dass das auf dem eigenen Rechner auch möglich ist. Dieser Vorteil stellt sich im Vergleich zu den konkurrierenden Produkten jedoch auch als entscheidender Nachteil heraus.

Schnell nach der Einführung von Googles Suchlösung auf dem Rechner wurde ich auf die Desktop-Lösungen von Yahoo! und Microsoft aufmerksam. Microsoft (damals noch mit Lookout unterwegs) hatte das alte NEO-Speicherloch-Problem und schaffte es nicht mal über meinen Beta-Rechner (Da "testinstalliere" ich Software.) hinaus.

Die Yahoo! Desktop Search - Lösung kommt eigentlich von "X1" und funktioniert insgesamt gut. Allerdings ist die Clientsoftware etwas behäbig und hat offensichtlich ab und an einen unvollständigen Index. Suchanfragen, die ich dort vergeblich ausführte konnte Google mit dem gesuchten Treffer quittieren. Das aus für die Yahoo!-Lösung.

Dann haben KollegInnen von mir von unseren Systemadministratoren Copernic-Desktop-Search installiert bekommen. Auf meine Nachfrage hin, warum nicht die Google-Lösung gewählt worden sei:

Copernic-Desktop-Search ist erheblich besser und anwenderfreundlicher als die Google-Variante.

Also habe ich mir die Software auf meinem heimischen "Beta"-Rechner installiert und ausprobiert - mit durchschalgendem Erfolg. Inzwischen nutze ich nur noch diese Lösung und habe auf dem Beta-PC Google Desktop Search bereits vollständig deinstalliert.

Gründe, warum Copernic-Desktop-Search besser ist:

  • Kann mit großen Datenbeständen umgehen, ohne viel RAM zu schlucken.
  • Blockiert den Rechner durch den Indiziervorgang nicht. (Yahoo! ließ mich teilweise lange warten, wenn ich 'plötzlich' den Rechner mal wieder brauchte.)
  • Bietet schon bei der Sucheingabe Ergebnisse an. Das ist gerade dann perfekt, wenn man den Suchbegriff nicht genau kennt.
  • Ermöglicht leicht die Suche nach Begriffen und Definitionen von An, Von und CC gleichzeitig. Das ist bei der Suche nach E-Mails für mich häufig entscheidend. (Man weiß einen Suchbegriff und wer die Mail an wen geschickt hat.) [Hier ist Google leider mit den 'from:'- und 'to:'-Operatoren nicht immer zuverlässig gewesen.]
  • Durchsucht auch Netzlaufwerke
  • Telefoniert nicht einfach nach Hause, wie Google. (In der neuesten Version soll man sogar den Index auf Google-Servern ablegen. Wahnsinn! 🙁 )

Größter Nachteil von Copernic Desktop Search: Dadurch, dass die Software immer gleich das Suchen beginnt, muss man geschickt einschränken, damit die Suchanfragen und -ergebnisse nicht "aufhalten".

Übrigens: Alle genannten Software-Programme sind als Freeware-Versionen erhältlich.

Downloads und Quellen:

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