Kommerzialisierung der Blog-Posts

Der Anbieter PayPerPost versucht sich die Blogging-Szene und deren vermeintliche Unabhängigkeit und damit in vielen Bereichen auch Meinungsführerschaft zur Nutze zu machen.

Man versucht ein kommerzielles Netzwerk für virales Marketing zu etablieren. Werbetreibende können zum Beispiel fünf oder zehn Dollar für einen Artikel über das eigenen Produkt bieten.

Ein Konzept, das die Szene der "echten Blogger" obszön findet. Wird doch hier der "Ethos" zu Grabe getragen und dem Kommerz Vorschub geleistet.

Aber Trittbrettfahrer und Opportunisten sind nicht weit. 🙂

Ich oute mich direkt und räume ein, dass ich 'testweise' mal einen Account eingerichtet, 100,00 USD aufgeladen und eine "Opportunity" eingestellt habe. Mal sehen was passiert. Das Portal ist eigentlich bisher nur für Amerika ausgelegt. Ich konnte nur Amerikanische Bundesstaaten bei der Adresse wählen, was ggf. zu einem Ausschluss meiner "Gelegenheit" führen wird.

Ich werde berichten, wenn jemand was bloggt und die Beiträge verlinken.

Richtig ist, dass PayPerPost dem Blogging die mystifizierende Unabhängigkeit nimmt. Es ist reiner Kommerz. Wenn man zum Beispiel einstellt, dass die Posts "positive" sein müssen, ist zumindest in Deutschland zu prüfen, ob die dann nicht auch als "Werbung" gekennzeichnet werden müssen.

Robert Basic ("Blog-Strich") und Sven Lennartz ("Kohle fürs Posting - Bezahltes Bloggen") warnen daher in Ihren Artikeln vorsorglich alle, die sich versucht fühlen, vor der Parallele zur Prostitution. Hier: Freie Meinung gegen Geld.
Ich werde den Eindruck nicht los, dass der Altruismus dem Kommerz erliegen wird. Mal sehen ...

Andererseits: Viele Verlage arbeiten seit Jahr und Tag so. Zu Beginn wird ein scheinbar redaktioneller Artikel verfasst. Wenn dieser aber nicht nur im geschlossenen, sondern auch im öffentlichen Bereich zugänglich sein soll, wird eine Werbeschaltung verlangt. Andere Verlage integrieren Bilder nur gegen Zahlung.

Das Modell ist also über das Bloggen hinaus alles andere als neu.


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