Googeln ohne Ergebnis oder wo sind meine Anzeigen?

Das große Ziel einer jeden AdWords-Kampagne besteht darin, die mühsam eingestellte und texterisch raffiniert gestaltete eigene Anzeige bei Google möglichst gut platziert zu wissen und natürlich auch in den Ergebnislisten zu sehen.

So gehört es in vielen Unternehmen fast schon zum guten morgendlichen Ritual, nach dem Kaffee die wichtigsten Keywords bei der Google-Suche einzugeben und zu prüfen, ob man denn auch weiterhin einen der vordersten Plätze bei den Anzeigen innehat und wie man im Verhältnis zur ärgsten Konkurrenz dasteht. War das Ergebnis nicht zufrieden stellend, konnte man zügig an den entsprechenden Rädchen drehen – z.B. Tagesbudget anpassen, Klickgebote rauf. Das gleiche wiederholte man noch einmal mittags und nachmittags – man will ja schließlich informiert sein, ob die angelegte bzw. bereitgehaltene Investition auch Früchte trägt.

Was für die Werbenden ein gut funktionierender Kontrollmechanismus war, lag Google aus einem einfachen Grund schwer im Magen: Das häufige „Suchen“ nach eigenen Anzeigen verfälscht schlicht die Statistiken, die so manchen Anzeigen und Keywords zu Unrecht eine höhere Signifikanz (durch die höheren Impressionen) zuordnete als anderen.

Um einem solchen, von der bösen Konkurrenz mitunter auch beabsichtigten, „Klickbetrug“ entgegenzuwirken, wendet Google deshalb seit Juni ein neues Verfahren an:

„Dazu wird auf dem Rechner des Suchenden ein Cookie hinterlegt und offenkundig auch die IP der Suchanfragen berücksichtigt. Sucht ein Nutzer nun mehrfach hintereinander nach demselben Begriff, werden die Anzeigen stetig weiter unten positioniert, bis diese gar nicht mehr in der Anzeigenauflistung auftauchen.“ (Gandke, 2007)

Das genaue Gegenteil vom ursprünglich erhofften Effekt tritt also ab sofort ein.

Die einzige Möglichkeit, sich ab fortan über die Platzierung der eigenen Anzeigen zu informieren, erfolgt über ein extra hierfür eingerichtetes neues Tool, die Anzeigenvorschau: www.google.de/adpreview.

Über diese kann man sich nun wie über die herkömmliche Google-Suche die Ergebnisseiten der Suchanfragen ansehen, ohne dabei allerdings die Wertungs-Indikatoren für das Ranking in den Listen zu beeinflussen. Eine sicherlich weitere sinnvolle Neuerung die helfen wird, Manipulationen einzuschränken, den Service aufrechtzuerhalten und die Neutralität der Ergebnislisten zu verbessern.

Allerdings stecken die Bemühungen des Preview-Prinzips noch in den Kinderschuhen, Fehler der tatsächlichen Wiedergabe sind gerade in der Anfangszeit nicht vollkommen auszuschließen.

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