Die Alone-Time: Voraussetzungen für konzentriertes Allein-Arbeiten

Hätte Martin Luther heutzutage das Neue Testament im Rekord-Zeitraum von elf Wochen übersetzen können? Das fragt ein Artikel im Netzbuch und setzt sich in diesem Zusammenhang mit dem durch Medienangebot und Arbeitsprozesse bedingten Ablenkungs-Potenzial auseinander. Wir beantworten die Frage, welche Voraussetzungen im Hinblick auf die größtmögliche Konzentration beim Allein-Arbeiten erfüllt sein sollten.

Idealfall: Die tägliche Alone-Time

Das oberste Gebot der Konzentration ist die Vermeidung von Ablenkungen. Jason Fried schlägt in einem bemerkenswerten Artikel vor, jedem Mitarbeiter mindestens vier Arbeitsstunden pro Tag völlige Ungestörtheit zu gewähren. Er spricht von der Alone-Time, die er idealerweise in zwei Zeitkorridore der Kommunikation eingebettet sieht:

  • zwei Stunden Kommunikation, Austausch und Teamarbeit
  • vier Stunden Allein-Arbeiten
  • zwei Stunden Kommunikation, Austausch und Teamarbeit.

Mit der Alone-Time meint Fried einen Zeitraum, in dem im Sinne höchstmöglicher Produktivität jegliche Störungen auszuschließen sind.

Störquellen eliminieren

Das betrifft im Unternehmen vor allem die Kommunikation, denn keine Kommunikation bedeutet in diesem Zusammenhang:

  • keine Anrufe
  • keine PNs und IM-Nachrichten
  • keine Meetings
  • keine E-Mails
  • keine hereinplatzenden Kollegen

So wichtig diese Kommunikationsformen sind – ihren festen Platz sollten sie, so Fried, außerhalb der Alone-Zone haben.

Die Alone-Time in der Praxis

Eine praktikable Lösung könnte sein, eine bestimmte Zeitspanne tatsächlich zu reservieren und als Termin festzulegen, um sich in dieser Phase konzentriert komplexen Aufgaben zu widmen. Die Alone-Time sollte bewusst eingeplant und gegebenenfalls auch mit den Kollegen abgestimmt werden. In der Praxis ist ein Bitte nicht stören-Schild an der Tür, das von allen Mitarbeitern respektiert wird, empfehlenswert.

Als Störquellen zu vermeiden sind auch zum Beispiel

durch Accessoires und nicht benötigte Gegenstände, die allein durch ihre Anwesenheit unbewusst Stress erzeugen oder Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Und so verführerisch es sein mag, rasch nach Neuigkeiten zu sehen im Hinblick auf die eigene Produktivität sollte man

  • Browser schließen
  • E-Mail-Programm schließen
  • Newsreader schließen
  • Handy abstellen

Alles hat seine Zeit und unter diesen idealtypischen Voraussetzungen sollte es möglich sein, die letzten nötigen Prozentpunkte an Konzentrationsfähigkeit aus sich herauszukitzeln, um mit größtmöglicher Effektivität erfolgreich zu arbeiten und zumindest phasenweise die Produktivität eines Dr. Luther zu erreichen. In diesem Sinne:

Don’t overdose on communication. Shut up sometimes. Try it. I bet a lot more work gets done.

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