Kuriose URLs: Elf unfreiwillig haarsträubende Domain-Namen von Unternehmen

Dieser //SEIBERT/MEDIA-Artikel ist am 15. Januar 2010 auch im Online-Magazin Dr. Web erschienen.

Gerade der Domain-Name ist ein Aushängeschild für Unternehmen und Organisationen im Web. Mit der eigenen Website wird allerorten geworben, sie wird in E-Mail-Signaturen, in Broschüren und auf Kugelschreibern erwähnt (dazu später mehr). Umso erstaunlicher ist es, unter welch unfreiwillig haarsträubenden URLs einige vollkommen seriöse Firmen und Institutionen im Netz vertreten sind: Insbesondere fehlende Bindestriche und unbedacht gewählte Abkürzungen sorgen sowohl für Erheiterung als auch für Kopfschütteln.

Wir haben einige kuriose, bizarre und auch wirklich peinliche Beispiele aus aller Welt dafür gefunden, wie Unternehmen sich mit der eigenen URL in die Nesseln setzen können. Damit möchten wir sicherlich niemandem zu nahe treten. Doch es lohnt sich nach wie vor, eine gute, alte Faustregel zu beherzigen: Erst nachdenken, dann registrieren.

Platz 11: Technik mit Nerv-Potenzial

Die Firma Diener Veranstaltungstechnik sorgt nicht nur für ordentlich Power unterm Disco-Dach, sondern hat sich auch eine griffige Abkürzung für das zweite Wort im Unternehmensnamen ausgedacht. Bleibt zu hoffen, dass man es insbesondere in Sachen Lautstärke nicht übertreibt und die Gäste dadurch in die Flucht schlägt, wie die URL der Website impliziert: http://www.dienervt.de.

dienervt.de

Platz 10: Blockhütten und bloggende Friseure

Englische Wortgruppen, in denen Apostrophe vorkommen, und URLs sind natürliche Feinde, wie die Internet-Präsenz des Kleinunternehmens Old Man’s Haven charmant belegt, das ebenso gemütliche wie komfortable Blockhütten in den urwüchsigen Hocking Hills vermietet. Liest man nämlich die URL, könnte man ebenso meinen, ein tüchtiger Barbier betriebe einen Blog, in dem sich alles um seinen rüstigen Stammkunden dreht, den rasierten alten Mann: http://www.oldmanshaven.com.

oldmanshaven.com

Platz 9: Ausfällig, na und? Hauptsache einprägsam!

Den Beratern der eidgenössischen ARS Computer Consulting AG spielt die Top-Level-Domain leider einen kleinen Streich. Vorteil: die wirklich gute Merkbarkeit! Zu erreichen ist die Website unter http://www.ars.ch.

ars.ch

Platz 8: Alles im ... Eimer

Bleiben wir gleich beim Thema. Man suche sich einen englischen Unternehmensnamen, unterlasse es aber, die Abkürzung für Athletic Sport Sponsoring einmal zusammenhängend auf Englisch auszusprechen – und schon fahren unzählige deutsche Spitzensportler in Autos herum, die sie als Mitglieder einer (vermeintlich) ziemlich dürftigen Truppe ausweisen, die unter http://www.ass-team.net erreichbar ist. Ähnliche Missverständnisse kommen auch bei den Booking-Profis der A.S.S. Concert & Promotion Agentur auf: Zumindest des Englischen mächtige User werden reiflich überlegen, ob sie wirklich wissen möchten, was sich hinter der Unternehmens-URL verbirgt ... nach Mit-allen-Sinnen-Genießen klingt http://www.ass-concerts.de jedenfalls nicht.

ass-team.net

Platz 7: Weg hier!

Sind wir ein wenig mit dem englischen Slang vertraut, stutzen wir, wenn wir die URL lesen, unter der das Unternehmen Effective Office Environments im Web agiert. Gerne würden wir uns die tollen Büromöbel-Lösungen in Ruhe ansehen, aber die Aufforderung ist dank der sehr durchdachten Abkürzung eigentlich unmissverständlich: Wir sollen gefälligst verschwinden, aber zügig! Fehlt nur ein Ausrufezeichen hinter http://www.effoff.com.

effoff.com

Platz 6: Wer wird denn gleich ungalant werden?

Der Chip-Hersteller Swissbit zeichnet sich offenbar auch durch seine Heimatverbundenheit aus – und öffnet der Verwirrung Tür und Tor. Vielleicht hätte das Unternehmen darüber nachdenken sollen, sich anstelle der Schweizer Landeskennung eine internationale Top-Level-Domain wie COM oder NET zu sichern. Das ist indes nicht geschehen, und so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, hier wäre jemand auf eine eidgenössische Dame nicht sehr gut zu sprechen: http://www.swissbit.ch.

swissbit.ch

Platz 5: Wein statt Wasser

Wer mit der Sprachverwendung in Chats und Foren einigermaßen vertraut ist, dem sind einschlägige Abkürzungen wie etwa 4U, CU, ME2, 2L8, die erst über die lautliche Aussprache ihre Bedeutung offenbaren, bekannt. Flüstert man nun die URL des Weinhändlers Ingleside Vineyards auf diese und jene Weise vor sich hin, stellt man verlegen fest, dass man soeben geäußert hat, Wein statt Wasser abzuschlagen, diplomatisch ausgedrückt. Bleibt zu hoffen, dass der Domain-Name keine Rückschlüsse auf die Qualität der guten Tropfen zulässt – ansonsten gute N8: http://www.ipwine.com.

ipwine.com

Platz 4: Wenn selbstkritisch, dann aber richtig!

Ein schöner Mist! Auch der IT-Dienstleister IT Asset Management and Asset Recycling Service tritt ins Bindestrich-Fettnäpfchen. IT Scrap (Elektronikschrott) ist gemeint, doch was muss (nicht nur) der (böswillige) Nutzer beim Eintippen der URL lesen? Dass die Website, die man gerade aufrufen will, offenbar so richtig ... sagen wir bescheiden ist: http://www.itscrap.com.

itscrap.com

Platz 3: Gelächter beim Schlächter

Und noch einmal stiftet das Apostroph-Problem Unheil. Kinderlachen ist etwas Herrliches, und ehrenvolle Ziele hat sich die Children’s Laughter Foundation ja auf die Fahnen geschrieben, wie die kompakte, kleine Infoseite zeigt. Aber ach, die Zusammenschreibung! Das Lachen kann angesichts der URL nicht nur Kindern im Halse stecken bleiben: http://www.childrenslaughter.com.

childrenslaughter.com

Platz 2: Sittenstrolche in die Therapie!

Warum muss es auch immer Leute geben, die in jeder Kleinigkeit böse Doppeldeutigkeiten erkennen? Diese URL führt zu einem Portal, auf dem Patienten Psychotherapeuten in ihrer Nähe suchen können. Die Suche ist kostenlos, in Sachen Domain-Name aber guter Rat teuer: http://www.therapists.com. Und hier ist nicht einmal ein fehlender Bindestrich das Problem – ein solcher zwischen „the“ und „rapists“ würde alles nur noch schlimmer machen.

therapists.com

Platz 1: Das Land hinter dem Regenbogen ...

Kugelschreiber sind aus dem Alltag nicht wegzudenken, sie sind klassische und nach wie vor wichtige Werbemittel und in der goldenen Ausführung gar Statussymbole. Prima, dass sich ein Unternehmen wie Pen Island auf hochwertige Schreibgeräte spezialisiert hat und Kunden erstklassige, individuelle Produkte anbietet. Für den Internet-Auftritt besorgt man sich nun eine schöne NET-Endung ... Doch dann geschieht das Unglück! Was machen die ambitionierten Pen-Island-Leute nämlich? Genau, sie verzichten auf einen hier doch ziemlich wichtigen Bindestrich und sichern sich den peinlichen ersten Platz in unserer Liste. Hereinspaziert: http://www.penisland.net.

penisland.net

Kennen Sie weitere kuriose Beispiele?

Was lernen wir daraus? Zumindest dies: Es ist immer empfehlenswert, mögliche URLs für den Unternehmensauftritt genau unter die Lupe zu nehmen und dabei auch um die Ecke zu denken. Gut und schön, wenn man davon ausgeht, die eigene Zielgruppe sei vor „Hintergedanken“ gefeit. Wenn aber ein Kunde den neuen Werbe-Kugelschreiber mit einer URL wie www.expertsexchange.com, www.powergenitalia.com oder www.hollandshitfestival.nl anschaut und meint: „Tut mir leid, den kann ich wirklich nicht annehmen. Was soll meine Frau denken, wenn sie den sieht?“, kann man schon von einem Problem sprechen. Und wenn die halbe Kundschaft beim Domain-Namen der Website grinsen muss sowieso.

Auch die drei gerade genannten URLs sind keine Phantasieprodukte: Unter diesen Domain-Namen waren bis vor wenigen Jahren tatsächlich ein Beratungsportal, der italienische Energieerzeuger Powergen und die Website eines niederländischen Konzertveranstalters erreichbar! Offenbar gilt Murphys Gesetz auch bei vermeintlichen Kleinigkeiten wie der Wahl der richtigen URL 😉 Kennen Sie weitere kuriose Beispiele? Wir sind gespannt, bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion unten!