dmexco 2010 – wir waren da: Eindrücke, Anregungen, Erfahrungen

Die dmexco: Platz für Antworten

Die dmexco ist das international führende Event für die gesamte digitale Wertschöpfungskette. Mit einer Kombination aus Messe und Konferenz steht sie im Zentrum eines globalen Wachstumsmarktes für innovatives und zukunftsweisendes Marketing. Denn: Das Marketing von heute ist digital!

Mit einem klaren Fokus auf Werbung, Kreativität, Markenführung, Relevanz und Effizienz ist die dmexco die zentrale, internationale Plattform für alle Player der Marketing- und Media-Szene. Von Vermarktern über Publisher und Werbekunden bis hin zu sämtlichen Agenturgattungen – auf der dmexco profitieren Fachbesucher, Aussteller und Gäste aus aller Welt vom gebündelten Branchen-Know-how sowie von aktuellen Trends und Innovationen. Die dmexco ist damit medien- und länderübergreifend der zentrale Hub für die digitale Wirtschaft und wird so zum „Platz der Antworten“.

So weit die Selbstdarstellung der Organisatoren. Tatsächlich haben sie nicht zu viel versprochen: Wir waren wirklich beeindruckt. Und offenbar nicht nur wir. 2010 verzeichnete die dmexco sowohl qualitativ als auch quantitativ ein starkes Wachstum: 355 nationale und internationale Aussteller auf 27.000 Quadratmetern, rund 15.800 Fachbesucher und ein Konferenzprogramm mit mehr als 150 Rednern aus aller Welt.

Anregungen, Eindrücke und Erfahrungen

//SEIBERT/MEDIA war in diesem Jahr mit vier Mitarbeitern vertreten, davon zwei Kolleginnen aus dem Design-Bereich. Und nach den ganzen „Antworten“, die auf der dmexco gesammelt worden sind, ist es nun an ihnen, Rede und Antwort zu stehen: Ein Interview mit Claudia Delang und Karolin Kutter, Art Directors bei //SEIBERT/MEDIA/DESIGN.

Welche drei Adjektive fallen Euch spontan ein, wenn Ihr an den dmexco-Besuch denkt?

Claudia Delang: Spannend (Themen), abwechslungsreich (z.B. Sprecherformate: Debatten, Elevator-Speech, Votings), gut besucht.

Karolin Kutter: Vielseitig, zukunftsorientiert, international.

Gibt es Vorträge, Referenten oder Statements, die Euch besonders in Erinnerung geblieben sind?

Claudia: Der Vortrag von Anders Sundt Jenson (Vice President Brand Communications, Mercedes-Benz): „Only quality will survive" und "Valuable content is king.“ Ich denke, man sollte sich von den neuen Kommunikationsformen nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass der User seine Aufmerksamkeit nur begrenzt aufteilen kann und sie auch nur wertvollen bzw. für ihn interessanten und nützlichen Informationen schenkt. Oder anders gesagt: Man muss wissen, wer die Zielgruppe ist und was sie interessiert. Nur verbalen Datenmüll zu produzieren, ist wirklich überflüssig.

Außerdem Dr. Döpfner vom Axel Springer Verlag über die Nutzeraktivität der Bild-Zeitung: „Für jedes Medium gibt es nachweislich messbar die richtige Zeit und die richtige Situation (Zeitung am Morgen, App auf dem Weg zur Arbeit, Website während der Arbeit, iPad als Lean-back-Device am Abend).“ Die Zahlen bestätigen, dass das richtige Medium zum richtigen Zeitpunkt das Leben bereichert und erleichtert. Was nicht heißen soll, dass Technik den kompletten Tagesablauf bestimmen muss (siehe Zeitung am Morgen).

Karolin: Der schon angesprochene Einleitungsvortrag zur Runde The Digital Intelligence Panel von Anders Sundt Jensen, der meiner Ansicht nach die wichtigsten Themen des Online-Marketings auf den Punkt gebracht hat:

  1. Intelligentes Targeting statt Privatsphären-Invasion
  2. „Content is King.“ (relevant, interessant und nützlich)
  3. Kunden in die Markenwelt einbeziehen
  4. Sich mit den neuen Möglichkeiten beschäftigen, aber nicht jedem Trend nachhecheln

Interessant war für mich auch der Vortrag von Harry Hui (PepsiCo. Intern.) über Megatrends in China, in dem sehr gut verdeutlicht wurde, wo die Unterschiede zwischen den chinesischen und europäischen Konsumenten liegen und was die Ein-Kind-Politik mit dem Social-Media-Boom in China zu tun hat.

Als Ausgleich zu den eher theoretischen Vorträgen fand ich die Anwendungsbeispiele im Digital Creativity Camp oder das Referat von Tom Eislinger (Saatchi & Saatchi) sehr inspirierend.

Claudia: Ja, richtig, das fand ich auch toll. Da gab es für uns Kreative statt abstrakten Theorien auch mal was fürs Auge.

Was habt Ihr auf der dmexco in Bezug auf Social Media und Online-Marketing für Euch persönlich gelernt?

Claudia:

  1. Interdisziplinäre Zusammenarbeit spielt bei der rasanten Entwicklung der technischen Möglichkeiten eine immer größere Rolle. Cross Media ist der Schlüssel, um die Zielgruppe zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort in der richtigen Situation anzutreffen und so das ganze Potenzial des Online-Marketings zu nutzen.
  2. Die Messbarkeit des Erfolgs wird immer wichtiger. Die Kunden wollen wissen, wie hoch der ROI ist.
  3. User generated Content wird professionellen Branded Content nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.
  4. Auch große, gestandene Unternehmen müssen die Trial-and-Error-Methode nutzen, also Mut zum Risiko haben.

Karolin: Multidisziplinären Netzwerken gehört die Zukunft, denn nur in enger Zusammenarbeit von Spezialisten aus Kreativbereich und Technik mit dem Kunden lassen sich die Möglichkeiten, die das Social Web bietet, professionell ausloten und die schnelle Entwicklung des Mediums Internet meistern. Aktuell ist ein Wandel vom Internet als Ziel hin zur Daten-Pipeline zu beobachten. Provokantes Zitat: „Das Internet ist tot, es lebe die App.“

Außerdem: Im Marketing wird das sog. User concentrated Thinking immer wichtiger. Im Social Web haben die User die Macht ergriffen. Positive wie negative Nachrichten verbreiten sich dank Facebook, Twitter & Co. rasend schnell. Unternehmen müssen sehr genau zuhören um herauszufinden, welche Themen für die Nutzer gerade von Interesse sind: Je offener das Ohr des Unternehmens, desto kürzer die Reaktionszeiten bei der Optimierung des Marketings oder auch des Angebots bzw. des Produkts.

Inhalte lassen sich relevanter und glaubwürdiger gestalten, wenn man seine Zielgruppe kennt. Dabei gilt jedoch, die Privatsphäre der User anzuerkennen und Inhalte in Kanälen bereitzustellen, in denen sie auch bereit sind, sich mit Unternehmensinhalten auseinanderzusetzen: „Moving world not ruling world“.

Habt Ihr Arbeitsbeispiele oder Projekte gesehen, die Euch begeistert haben?

Claudia: Spontan fallen mir die Bärenjagd (wurde mehrfach von Sprechern erwähnt), das Golfspiel und der Telekom-Dance ein.

Karolin: Bei mir sind es Diesel-Dance, ebenfalls Telekom-Dance, POS-Augmented Reality für Lego und Nike-Livestrong-Aktion.

Würdet Ihr wieder hingehen?

Claudia: Auf jeden Fall.

Karolin: Auf jeden Fall, ist gratis und ich bin Schwabe. 😉

Weiterführende Informationen

Die Website von //SEIBERT/MEDIA/DESIGN
Web-Design-Trends: Was ist typisch für aktuelle Websites?
Experten-Interview: Was machen Web-Designer eigentlich genau?
Der Kampf der Werbung um Aufmerksamkeit
//SEIBERT/MEDIA erhält auch 2010 den iF award


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