Arbeiten im Scrum-Team: Der visuelle Teamraum

In Software-Entwicklungsteams wird oft sehr eng zusammengearbeitet: Die Arbeit des einen Entwicklers ist tief mit der Arbeit eines anderen Programmierers verzahnt, häufig brüten die Beteiligten zusammen über Herausforderungen, um gemeinsam optimale Lösungen im Sinne des Kunden zu erzielen. Eine wichtige Maßnahme für den Erfolg von Software-Projekten, an denen mehrere Entwickler über einen längeren Zeitraum hinweg gemeinsam arbeiten, ist die Einrichtung eines Teamraums.

Bei Software-Projekten von //SEIBERT/MEDIA kommt häufig das agile Vorgehensmodell Scrum zur Anwendung – so auch bei der Entwicklung der Egotracking-Software TwentyFeet. Dieses Modell fordert einen Teamraum sogar explizit, und das aus gutem Grund: Er vereinfacht nicht nur die Kommunikation zwischen den Teammitgliedern, sondern er bietet darüber hinaus auch die Möglichkeit, die wichtigsten Informationen visuell z.B. auf einem Flipchart oder an den Wänden aufzubereiten.

Einige Bilder aus unserem TwentyFeet-Teamraum (intern bekannt als das TwentyFeet-Bootcamp) verdeutlichen, welche Informationen sinnvollerweise für alle Beteiligten sichtbar vorgehalten werden.

Die Teamregeln

Die Teamregeln bestimmen das Miteinander und sind gemeinsam im Team beschlossen worden. Wichtig ist vor allem, dass die Teammitglieder selbst wissen, wie die Regeln auszulegen sind. Für Externe mag etwa eine Regel “Jeder macht alles” zunächst befremdlich klingen. Die von allen Teammitgliedern getragene Botschaft dahinter ist aber, dass jeder Beteiligte sich nach seinen Möglichkeiten einbringt und gerade auch Aufgaben, die vielleicht etwas lästig sind oder nicht so viel Spaß machen, nicht auf andere Teammitglieder schiebt.

Neben den Teamregeln sind zwei weitere Dokumente zu sehen: Es handelt sich dabei um die Vereinbarungen unter Beteiligten, sich an die Regeln von Scrum zu halten und gemäß der agilen Werte zu handeln.

Das Sprint-Ziel und der Sprint-Backlog

Bei der Verwendung von Scrum arbeiten Teams mit ein- bis vierwöchigen Iterationen, den Sprints. (Unser TwentyFeet-Team arbeitet mit Zwei-Wochen-Sprints.) Für jeden Sprint, mit dessen Zieleinlauf die Software einen neuen, funktionsfähigen Stand erreicht, wird ein Sprint-Ziel definiert. Dieses soll immer allen Teammitgliedern bekannt und präsent sein, denn hierauf wird gemeinsam hingearbeitet. Daher ist es sinnvoll, es deutlich sichtbar, z.B. über den Aufgaben des Sprints, vorzuhalten.

Auch die Aufgaben, die in den beiden Sprint-Wochen zu erledigt sind, werden für alle sichtbar an der Wand festgehalten. Die noch offenen Aufgaben stehen in einer To-do-Spalte, Aufgaben, die sich gerade in der Umsetzung befinden, unter in Arbeit und Aufgaben, die bereits abgeschlossen wurden, unter Erledigt. Jeder Kollege, der den Raum betritt, kann sich so schnell einen Überblick verschaffen, wie weit fortgeschritten der aktuelle Sprint ist.

Die Definition of done

Die Definition of done ist eine besondere Form der Teamregel. Sie klärt, was sichergestellt sein muss, damit eine Aufgabe auch wirklich erledigt ist. Im TwentyFeet-Bootcamp hängt die Definition of done neben der Erledigt-Spalte, so dass jeder Beteiligte, der eine Aufgabe von in Arbeit auf Erledigt verschiebt, sie stets vor Augen hat.

Der Release-Plan (Roadmap)

Was kommt über den aktuellen Sprint hinaus auf uns zu? Diese Frage beantwortet eine Roadmap für die nächsten Monate. Wir haben sie nach den Kategorien Must have, Should have und Could have (der MoSCoW-Priorisierung folgend) eingeteilt.

Die Personas

Zu Beginn unseres Projektes haben wir einige Personas entwickelt. Personas bieten eine sehr gute Möglichkeit, um während des Entwicklungsprozesses die Zielpersonen der Anwendung im Blick zu behalten. Name, Foto, Claim und ausführliche Hintergrundinformationen zu prototypischen Nutzern der Software sind so jederzeit einsehbar.

Ersetzt die Zettelwirtschaft Wiki und Aufgabenverwaltung?

So gut der visuelle Arbeitsplatz seinen Zweck auch erfüllt – hier können freilich immer nur ausgewählte Informationen präsentiert werden. Würden wir die projektrelevanten Inhalte aus unserem Firmenwiki und die entsprechenden Vorgänge aus unserer Aufgabenmanagement-Software Jira ausdrucken, könnten wir das Bootcamp damit x-fach tapezieren.

Die immer präsenten Infos und Hinweise an den Wänden sind wichtige Hilfsmittel, die für Transparenz und Orientierung sorgen und die wichtige Selbstorganisation des Teams unterstützen. Ohne systematische Informations- und Aufgabenverwaltung ist ein Software-Projekt aber natürlich nicht zu realisieren. (Übrigens ergänzen sich diese Systeme und unsere Scrum-Zettelwirtschaft sogar ausgezeichnet: Ein großer Teil der an den Wänden vorgehaltenen Informationen kommt sogar aus Jira.)

Planen Sie ein Software-Projekt? Möchten Sie agile Entwicklungsmethoden in Ihrem Unternehmen etablieren? Wir beraten Sie gerne und unterstützen Sie in Ihrem Projekt mit unseren als Scrum Master und Product Owner zertifizierten Mitarbeitern. Bitte sprechen Sie uns unverbindlich an.

Weiterführende Informationen

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