Design- und Usability-Trends im Suchprozess: Unser Fazit der Case Studies (Teil 1)

Im Rahmen von vier ausführlichen Case Studies hat sich unser Design-Team mit Verbindungssuchmaschinen im Web beschäftigt und dafür die Websites der Deutschen Bahn, von Condor, Sixt und Tui unter Design- und Usability-Aspekten unter die Lupe genommen. Fassen wir die Erkenntnisse aus diesen Nutzererlebnissen zusammen: Was macht einen zeitgemäßen, möglichst optimalen Suchprozess aus? Zunächst konzentrieren wir uns auf die Aspekte "weniger Klicks" und "schneller Überblick". Im zweiten Resümee-Artikel widmen wir uns anschließend der weiteren Nutzung der Ergebnisse und dem Faktor Nutzungsfreude, Joy of Use.

Mit wenigen Klicks ans Ziel

Es ist noch nicht lange her, dass man mit jedem Klick auf eine neue Seite gelangt ist und etliche einzelne Seiten durchdringen musste, um ans Ziel zu kommen. Das Motto heute lautet: Je weniger Klicks der User benötigt, desto weniger Fehler macht er, desto schneller und einfacher gelangt er an sein Ziel - und desto besser stehen die Chancen auf einen Abschluss für den jeweiligen Betreiber der Website.

Instant-Search
Die komfortablen Instant-Suchen setzen sich immer stärker durch. Der User erhält, wenn er mit der Eingabe im Suchfeld beginnt, ad hoc Vorschläge für Resultate. Bei Sixt bekommt man bei Mouseover über die Vorschläge noch zusätzliche Informationen zum jeweiligen Standort wie Öffnungszeiten und Adresse. Damit wird dem User bei der Suche Zeit erspart, die er zusätzlich auf den Ergebnisseiten verbringen kann. Darüber hinaus senkt die Autovervollständigung die Quote von Tippfehlern und vermeidet - gerade bei der Verbindungssuche interessant - die Auswahl eines falschen Flughafens/Bahnhofs oder Standorts.

Beispiele für Instant-Suchen (von oben: Deutsche Bahn, Sixt, Condor, Tui)

Komfortable Kalender-Funktion
Der Kalender ist eine altbewährte Funktion, deren Nutzung durch verschiedene Variationen inzwischen sehr komfortabel geworden ist. Bei manchen Websites öffnet sich der Kalender automatisch, wenn man in das Datumseingabefeld klickt - der User spart den Klick auf das Icon. Andere Seiten, wie die von Condor und Sixt, stellen statt der üblichen Ein-Monats-Ansicht gleich drei Monate auf einmal dar und ersparen dem Nutzer somit lästiges Blättern, was gerade bei der Reiseplanung im Voraus recht hilfreich ist.

Tui wiederum zeigt parallel zwei Kalender für Hin- und Rückreise: Hat der User einen Anreisetag gewählt, passt sich der Monat für die Rückreise automatisch an. Alle Tage, die vor diesem Datum liegen, werden für die Rückreise ausgeschlossen, wodurch das Fehlerpotential sinkt. Auch bei der Navigation innerhalb der Kalender sind Optimierungen vorgenommen worden: So ist der Monat etwa bei Tui nicht nur über die Pfeil-Buttons, sondern optional über ein Dropdown-Menü auswählbar.

Beispiele für Kalender-Ansichten (von oben: Tui, Sixt, Condor)

Schnell-Einstiegsmöglichkeiten
Die Anzahl der nötigen Klicks wird zudem dadurch reduziert, dass die Navigationskonzepte weniger linear sind und viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um Einstiege zu finden. Immer häufiger werden Flyout-Menüs für die zweite Navigationsebene genutzt.

Schnellen Überblick und Orientierung bieten

Ein Website-User möchte seinen Weg selbst steuern und wissen, was ihn erwartet. Daher ist es wichtig, dass er sich schnell einen Überblick über für ihn relevante Informationen verschaffen und gleichzeitig erkennen kann, welche Schritte ihn noch von seinem Ziel trennen.

Suchergebnis-Filter und dynamisches Nachladen der Inhalte
Grundsätzlich lassen sich Suchergebnisse auf den betrachteten Websites nach verschiedenen Kriterien sortieren (Preis, Reisezeit, etc.). Auffällig ist, dass zeitgemäße Suchen Filter anbieten, um die Anzahl der Suchergebnisse gezielt zu reduzieren: Wo der Nutzer früher lange Ergebnislisten Seite für Seite durchblättern musste, findet er dank der Eingrenzungsmöglichkeiten nunmehr die passenden Resultate übersichtlich auf einer Seite. Gibt die Suche trotz Eingrenzung viele Ergebnisse aus, werden diese dynamisch nachgeladen, sobald man scrollt. Eine Paginierung ist nicht mehr erforderlich.

Fortschrittsbalken
Alle getesteten Websites bieten beim Such- und Buchungsprozess Fortschrittsbalken, die die Orientierung erleichtern und dem User stets anzeigen, was ihn erwartet und wie viele Schritte er noch durchlaufen muss. Das Hin- und Herspringen zwischen den einzelnen Schritten ist nicht immer möglich. Dies ist offenbar auch nicht immer  gewünscht, da der User den Buchungsprozess von A bis Z durchlaufen soll - sinnvoll wäre eine solche Funktion aus Nutzersicht allerdings schon. Dafür gibt es jedoch Kurzzusammenfassungen, sodass der User bei jedem Prozessschritt sieht, welche Auswahl er im vorangegangenen Schritt getroffen hat. Häufig wird dort dann ein Link zum Ändern der Auswahl angeboten.

Fortschrittsbalken der Deutschen Bahn, Sixt und Tui

Im zweiten Teil unseres Fazits besprechen wir, wie Nutzer auf modernen Websites mit ihren Suchergebnissen weiterarbeiten können und welche Rolle der Faktor Nutzungsfreude heute spielt.

Weiterführende Informationen

Die Website von //SEIBERT/MEDIA-Design
Verbindungssuche: Mit der Bahn von Frankfurt nach London
Verbindungssuche: Mit dem Flugzeug von Frankfurt nach Istanbul (Condor)
Verbindungssuche: Mit dem Mietwagen von Wiesbaden nach Amsterdam (Sixt)
Verbindungssuche: Mit dem Flugzeug von Frankfurt nach Barcelona (Tui)
Web-Design-Trends: Mit intuitiver Navigation und informativen Mouseover-Effekten schnell ans Ziel
Das Wo und Wann der User-Erwartungen
Der Bestellvorgang: Was häufig schiefgeht und was User frustriert


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