Ingress von Google: Mehr als nur ein Spiel

Dieser Artikel beschreibt meine persönliche Erfahrung mit dem Spiel Ingress von Google und warum ich aufhöre, es zu spielen, obwohl es wohl das beste Spiel ist, das ich je gespielt habe, und mich süchtig gemacht hat. Kurz zusammen gefasst sind die Gründe:

  • Ingress-Spieler sind verrückt und ich auch. Unten finden Sie zahlreiche kuriose Geschichten, die sich tatsächlich so zugetragen haben. Ich schreibe das nicht auf, um mit irgendwem abzurechnen oder nachzukarten. Ich bin beeindruckt von der Begeisterung, dem Enthusiasmus und der Intensität, den dieses Spiel bei anderen und mir entfacht.
  • Das Spiel kostet mich zu viel Zeit. Ich kann und will die nicht weiter investieren. Und dieser Blog-Artikel ist für mich auch öffentliche Selbstverpflichtung, das zu beenden.
  • Ingress ist ein Spiel und damit per Definition sinnlos. Das ist natürlich per se nicht schlecht. Aber es ist für mich auch nicht attraktiv.
  • Das Spiel ist aus meiner Sicht unvereinbar mit den Werten von //SEIBERT/MEDIA. Wenn man es richtig (ohne Absprachen) spielt, gilt man schnell als aggressiver, bösartiger Spieler, der die Bedürfnisse der Gegenpartei missachtet.
  • Ingress ist gefährlich beim Autofahren. Jeder Ingress-Spieler macht es. Und jeder weiß, dass es unverantwortlich ist und schlimmer als SMS schreiben. Ich hoffe sehr, dass es bald selbstfahrende Autos gibt.

Aber zum Inhalt:

Ingress ist ein Kriegsspiel. Und es ist so gut, dass einige Spieler den zweiten Teil des Wortes bereits vergessen haben.

Innerhalb von 60 Tagen habe ich es geschafft zu einem der unbeliebtesten Spieler des Spiels in Wiesbaden zu werden. Zumindest bei den Blauen. Denn ich gehöre zu den Grünen. Es gibt nur die Blauen oder die Grünen. Und wechseln ist (eigentlich) nicht.

Diesen Artikel schreibe ich nachts um halb eins, weil ich nicht einschlafen kann. Und er ist  für mich auch ein Abschiedsbrief. Das Spiel kostet  einfach zu viel Zeit, ist invasiv und überaus aggressiv. Zumindest wenn man sich an die Regeln hält.

Aber mal ein paar Grundlagen: Ingress ist ein Spiel von Google. Man spielt es mit einem Smartphone unterwegs. Überall gibt es Portale, die man erobern kann. Dann sind Sie grün oder eben blau. Besitzt eine Partei mehrere Portale, können diese verlinkt werden. Ein Dreieck ist ein Kontrollfeld. Es geht natürlich um die Weltherrschaft und die Kontrolle über meinen Vorort oder meine Stadt. Alles soll grün werden. Oder blau.

Ich bin guten Spielen schon öfter erlegen gewesen. Bei Clash of Clans blieb mir nach 10 Tagen nichts anderes übrig, als die App zu deinstallieren und den kalten Entzug zu überstehen. Und Ingress ereilt nun  ein ähnliches Schicksal. Es hat allerdings schon 60 Tage durchgehalten. Und ich habe vermutlich schon über 60 Stunden Zeit damit verbracht. Nichts im Vergleich zu echten Spielern.

Die treffen sich zum “Farmen”. So nennt man das Sammeln von Gegenständen im Spiel an Portalen. Das ist allerdings kein wirklich kommunikativer Vorgang. Wenn man Ingress zusammen spielt, dann muss jeder auf sein Handy schauen und den Großteil der Zeit damit interagieren.

Als ich noch ganz neu war, hat mir die grüne Fraktion in der Innenstadt direkt einen Mitspieler auf den Hals gehetzt: “Hallo, ich bin Amsel1980! Anni schickt mich”, sagte der, als er mir auf der Friedrichstraße gegenüberstand und wir uns ein paar Sekunden angesehen hatten. Sind Sie schon mal auf der Straße von irgendwem Wildfremden angesprochen worden? Das war ein bisschen wie im Film Matrix. Und es war ja auch ein grüner Agent.

Statt Morpheus hat Wiesbaden bei den Grünen Anni. Das ist die inoffizielle Anführerin. Und die hatte Amsel1980, dessen Name mir leider entfallen ist und hier aus Datenschutzgründen nicht erwähnt werden soll, kurzerhand gebeten, aus Erbenheim 20 Minuten in die Innenstadt zu fahren und mich zu “begleiten”. Was für ein Service.

Ich war ziemlich verdutzt und stellte mich mit “Martin” vor. Die nächsten 2,5 Stunden verbrachten wir auf dem Wiesbadener Marktplatz mit Leveln. Dabei haben wir bestimmt auch zehn Sätze echter Konversation gewechselt. Neben ein paar einführenden Erklärungen zu den Spieldetails standen wir aber fast die ganze Zeit nur nebeneinander und haben in unsere Smartphones gestarrt. Ich weiß bis heute nicht genau, was Amsel1980 die ganze Zeit machte. Aber nach 15 Minuten hat er für mich schon den Zweck erfüllt, den Anni ihm gegeben hatte. Es kam nämlich ein blauer Spieler und machte meine Portale und Kontrollfelder platt. Als Neuling halten die nichts aus und gehen sofort kaputt. Dank den Kräften von Amsel1980 und einem Chat konnte ich aber weiterspielen.

“Wir sind hier gerade am Leveln.” - “Aha! Dann trinke ich wohl erstmal ein Bier und räume hinterher auf.” - “Das wäre super. Danke.” So oder ähnlich ist die Konversation zwischen ihm und dem Schlumpf wohl abgelaufen. Schlümpfe nennt man im Spiel die blauen Spieler. Wir grünen sind die Frösche. Und da war es schon das erste Vergehen: Eine Absprache. Der blaue Spieler kam, um meine Sachen zu plätten. Er ließ ab, weil er darum gebeten wurde. Nicht so richtig spielkonform. Aber wir werden später noch sehen, dass Absprachen in Ingress üblich sind und letztendlich dazu geführt haben, dass mein Interesse daran deutlich zurück gegangen ist.

Spannend ist, dass der besagte Amsel1980 in einem Unternehmen mit 200 Mitarbeitern sowas wie ein IT-Abteilungsleiter ist. Ein IT-Nerd wie ich, der sich via Chat aus Erbenheim in die Stadt schicken lässt, um mich zu bewachen. Ich ahnte zu dem Zeitpunkt nicht, wie verrückt die Blauen sind.

“Warum verbringst Du eigentlich diesen Werktag Abend von 21:30 Uhr bis 23:30 Uhr mit mir in der Innenstadt? Vorhin wären wir von Jugendlichen beinahe angepöbelt worden? Richtig sicher ist das hier nicht”, fragte ich ihn gegen Ende. Die lapidare Antwort: “Morgen habe ich frei.” Gut.

Ich war also ein kleiner Frosch und wurde von besagter Anni in eine Chatgruppe “Quappen Wiesbaden” aufgenommen. Da werden die kleinen Spieler betreut. Der zweite Community-Frosch Ronny versorgte mich anschließend regelmäßig mit Material. Das muss man ja eigentlich recht zeitaufwändig farmen. Aber nicht als Quappe. Da kriegt man die kleinen Anfängerwaffen als Kapsel abgeworfen und kann Portale angreifen.

Darum ging es mir ja eigentlich. Als ich das Spiel (mal wieder im Urlaub) begonnen habe, war ich ein Schlumpf (also blau). Als ich nach Wiesbaden kam, habe ich gesehen, dass hier alles blau ist. Das ist ja, wie beim FC Bayern München Fan zu sein. Die gewinnen eh immer. Aber wechseln kann man nur auf Antrag. Und das dauert. Und man muss wohl von vorne anfangen, wenn man wechselt. Ich habe einfach einen anderen Google-User genutzt und neu als Grüner gestartet. Tada!

Nix tada. “So nicht!”, teilte mir Amsel1980 mit. “Das ist gegen die TOS!” Hä? Die Spielbedingungen von Google, die Ingress erfunden haben und betreiben. Ja, und? Man könne beide User gesperrt bekommen. So schlimm ist das ja auch nicht, dachte ich damals noch.

Zurück zu Ronny. Der stattete mich jetzt also regelmäßig mit Waffen für Anfänger aus. Und Tobi, ein Kollege von //SEIBERT/MEDIA, auch. Ich fing also an zu schießen - auf virtuelle Portale. Zur Belustigung der Schlümpfe, die in Auringen die Portale aufgebaut und gesichert hatten. Als Anfänger richtet man nämlich nicht so viel Schaden an. Und die blaue Vormacht im Wiesbadener Osten (oder auch bösartig von den Fröschen "Naher Osten" genannt) lachten nur. Die haben nämlich ihre Handys so eingestellt, dass sie sofort Alarm schlagen, wenn ein Portal angegriffen wird. Und dann wird aus der Entfernung einfach wieder Energie aufgeladen.

Der erste lachende Spieler war rollen? Der hasste mich später auch am meisten und hätte mir bei einem persönlichen Treffen am liebsten gar nicht die Hand gegeben. Ich blieb also zuerst wirkungslos und frustriert. Also wieder zurück in die Innenstadt und leveln, also Punkte sammeln. Im nächsten Level gibt es stärkere Waffen.

Und ein paar Tage später habe ich erstmals unter Einsatz eines ganzen Arsenals an Waffen mein erstes Portal erobert. Tada! Die Schlümpfe ließen mich gewähren. Mein Portal blieb stehen und wurde nicht geplättet. Dabei weiß ich heute, dass täglich zahlreiche Schlümpfe daran vorbei fuhren und mit wenigen Schüssen mein Portal wieder geplättet hätten. Das war die nächste Absprache, die ich nicht verstanden hatte: “Wir lassen dir deine Portals stehen. Du lässt unsere stehen.”

Im nächsten Level konnte ich dann schon mehrere Portale in einem Rundgang umhauen. Eigentlich ist Ingress ein ziemlich cooles Spiel. Es bringt die IT-Nerds an die frische Luft. Das Problem bei den Vorstadtjungs wie mir ist allerdings, dass man zu Fuß nicht weit kommt und daher in den Vororten doch alle mit der Karre rumheizen und sinnlos die Umwelt verpesten. Ich war also im nächsten Level und hatte mir vorgenommen, mehrere Portale in Auringen zu übernehmen. Das klappte auch. Es gehen wohl so zwölf oder 13 Stück. Als nur noch drei oder vier übrig waren, wurde ich angechattet. Besagter rollen schrieb: “Lass mir aber Stoneart stehen.” So hieß sein Langzeitportal. Die Nachricht erreicht mich erst Stunden später. Ich war im Rausch! So viele geschützte Portale hatte ich noch nie umgehauen. Und jetzt hielt mich nichts mehr auf, ganz Auringen einzunehmen. Der ganze Vorort unter meinen Kontrollfeldern. Der Weltherrscher von Auringen. Dieser Gedanke war es wohl auch, der mich übersehen ließ, dass ich etwa 200 Waffen für besagtes Stoneart-Portal verbrauchte. Das wollte und wollte nicht umfallen. Im Hintergrund lud wohl besagter rollen samt Kumpels das Portal nach und fluchte auf mich.

Stolz kam ich nach Hause und fand eine Nachricht von DJCutter, einem anderen Spieler aus einem weiteren Vorort nebenan: “Kannst du mir den Feldbergblick stehen lassen.” - “Äh? Was?” - “Na, das ist ein Portal direkt vor Auringen auf einem Berg. Das ist mein Langzeitportal.” - “Langzeitportal?” - “Klar. Das ist eine Badge (Auszeichnung) in Ingress. Die kriegt man, wenn man ein Portal wirklich lange halten kann.” - “Und du willst jetzt, dass ich das nicht plätte, damit du eine neue Badge kriegen kannst?” - “Nee. Ich habe schon alle Badges. Auch die ‘onyx’, die man erst nach 150 Tagen kriegen kann. Aber das Portal hat in ein paar Tagen Geburtstag.” - “Hä?” - “Naja, es wird ein Jahr alt. 365 Tage. Das ist mir wichtig.” - “Aha.” In dem Moment begann ich langsam zu erahnen, was der Unterschied zwischen einen Spiel und Ingress ist. Aber nur teilweise. “Klar! Lasse ich stehen”, war meine Antwort und ich war ziemlich stolz, weil ich vom Belächelten nun zum Gönner aufgestiegen war.

rollen hatte mich allerdings nicht lieb gewonnen. Er sagte mir später in einem Chat, dass er es persönlich genommen habe, dass ich ihm sein Portal geplättet hatte, obwohl er frühzeitig darum gebeten hatte, es stehen zu lassen. Der hatte mich auf dem Kieker. Ein Frosch im blauen "Nahen Osten". Braucht das einer? Keiner! Und dann noch frech.

In der Folge versuchten mich die blauen Spieler aus den Vororten zu überzeugen, die Seite zu wechseln. Die Grünen versuchten, mich davon abzubringen. Ich stellte schnell klar, dass ich bewusst grün war, und diese Diskussionen verflogen.

Ich möge nun die Langzeitportale aller möglichen Spieler stehen lassen, ließen diese mich in 1:1 - Chats wissen und teilten mir sogar mit, welche es seien. Lauter Absprachen. Dabei sieht das Spiel selbst so etwas eigentlich gar nicht vor. Die Auszeichnungen erhält man ja, weil es so sackschwer ist, ein Portal lange zu halten. Aber die Statistik lügt nicht. Und ob ich das Portal durch Absprachen so lange halten konnte oder nicht, steht da auch nicht.

Ich stieg weiter im Spiel auf und erreichte Level 8. Dann kann man alle Waffen benutzen und ist nominell genauso stark wie alle anderen Spieler in Ingress. Spätestens da war eigentlich kein Portal mehr sicher vor mir. Zittert, Ihr Blauen!

Aber nein. Sie zitterten nicht. Sie wurden immer böser auf mich. Ich riss ständig ihre Portale ab. Ich sorgte dafür, dass deren Kontrollfelder zusammenbrachen. Ich nervte. Viel ausrichten konnte ich nicht. Schließlich sind hier im Umkreis gefühlte 20 Schlümpfe. Und ich bin der einzige Frosch bis nach Bierstadt. Wir begannen, uns im Chat zu necken. An einem Abend wurden die vermutlich etwas angetrunkenen Spieler rund um den Spieler “MrX” etwas derber und vergriffen sich mir gegenüber im Ton.

Nicht schlecht, dachte ich. Hier nimmt keiner Rücksicht auf dich. Das ist die harte Schule. Etwas problematisch wurde es, als ein anderer Spieler mich “homosexuell” nannte. Am nächsten Tag war ich ein “Pisser” und ein “Fatzke”. Nach dem ersten Abend fand ich es noch beeindruckend, wie ernst es Spieler, oder vermutlich sollte ich besser “Kämpfer der blauen Fraktion” sagen, nahmen, dass ich dem Spielziel gehorchte und Portale eroberte und deren Felder abriss. Bei “Pisser” fand ich dann allerdings, dass auch im Spiel gewisse Manieren beibehalten werden sollten, und forderte das auch ein. Nach weiterem Hin und Her entschuldigte sich der Spieler und wir legten die Sache ad acta.

Ich überlegte, was ich wohl tun könne, um die blaue Vorherrschaft einzudämmen. Zwischenzeitlich hatten die Blauen mit einem Stoßtrupp von zehn Personen in zwei Autos einen Abstecher nach Auringen gemacht und sämtliche Portale bestmöglich geschützt, damit ich sie nicht mehr einnehmen möge. Besagter rollen fuhr mir seither täglich hinterher und sorgte dafür, dass meine Portale nicht länger als ein paar Minuten oder Stunden halten. Was für ein Aufwand! Was für eine Energie!

Und ich machte mich nicht beliebter. Ich fing an, in den Hochburgen Naurod und Kloppenheim einfach Portale abzureißen. Ein No-Go, von dem selbst die Frösche abraten. “Du wirst den Zorn der anderen Spieler auf dich ziehen! Die lassen dann keines deiner Portale mehr stehen.” Ja, hallo? Das ist doch so im Spiel, oder? Jeder plättet die Portale der anderen - außer die Langzeitportale. Und außer den Farmen. Ja, aber die Farmen stützen doch gerade die Vorherrschaft der Blauen. Nee, da farmen ja auch die Grünen. Aber auf einen Grünen kommen zig Blaue, die die Farm benutzen. Nee, das kannst du so nicht sehen.

Ingress macht süchtig. So, dass aus dem Kriegsspiel für manche nur noch “Krieg” wird. Unvergessen bleibt ein Chat, in der eine grüne Spielerin mir nach meinem Chat mit einem blauen Spieler sagte, dass Ingress ja mehr als ein Spiel sei.

Den Höhepunkt meiner eigenen Begeisterung für Ingress erlebte ich, als auf einmal alles unter einem tiefblauen Kontrollfeld verschwand. Die Ecken waren gar nicht leicht zu finden. Sie befanden sich im Nahen Osten (nicht der in Wiesbaden!), in Fuerteventura und in Spitzbergen. Ein Kontrollfeld, das ganz Europa überspannte und so groß war, dass es auf der Ingress-Map rund war, um die Erdkrümmung darstellen zu können. Möglich wurde dieses Feld durch ULLA (Ultra Link Amp), mit dem man sehr lange Links zwischen Portalen schalten konnte. Und damit war Europa Ingress-mäßig lahmgelegt. Ein solches Feld nennt man “bad ass field”. Denn in einem Feld können keine weiteren Felder errichtet werden.

Ich beobachtete zwischen 23 Uhr und 0:30 Uhr für 90 Minuten einen Kerl in Spitzbergen, der auf Level 6 versuchte, so wie ich damals in Auringen, die gut geschützten Portale der mehrfach übereinander gelegten Kontrollfelder zu plätten. Er bekam irgendwann Hilfe und dann ging's. Für mich war das der Höhepunkt, weil zwei Menschen (wohl ein Paar) eine Reise in den Nahen Osten, nach Spitzbergen und nach Fuerteventura unternommen hatten, um ein Ingress-Kontrollfeld zu errichten. Und das war nicht langfristig geplant. Sondern das geschah gefühlte drei bis vier Tage, nachdem die ULLA herauskam. Bitte wie soll man sowas organisieren? Ich erfahre heute, dass ein neues Item herauskommt. Dann überlege ich, was ich damit machen kann. Dann konzipiere ich. Dann buche ich drei Flüge. Und dann bleibe ich da nicht lange, sondern reise direkt weiter, um mein Kontrollfeld zu bauen. Krass! Und teuer. Und auch nicht unbedingt umweltfreundlich.

Für mich ist inzwischen jedenfalls klar, dass ich viel zu viel Zeit in dieses Spiel gesteckt habe und nicht bereit bin, das weiterhin zu tun. Ich sage meinen blauen Freunden in Naurod und Kloppenheim also mal Tschüss. Denn am Samstag werde ich folglich nicht bei dem voll durchorganisierte “First Saturday” für Anfänger dabei sein.

Wer sich den Wahnsinn Ingress geben möchte, der sollte allerdings am 4. Juli um 10:00 Uhr im Café Extrablatt in Wiesbaden aufschlagen und natürlich die grünen Frösche unterstützen. Denn gewählt werden darf nur einmal zu Beginn des Spiels.

Ich werde mich derweil mit meinen Aktivitäten darauf beschränken, mich weiter unbeliebt bei den Schlümpfen zu machen, indem ich deren Farm zerstöre. Und das war’s für mich. Danke, Google.

Ach, noch was: Wer bis hierhin gelesen hat, ist vermutlich eh nur ein Ingress-Spieler aus Wiesbaden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass unsere Kunden bis hierhin durchhalten. In A4-Seiten sind wir jetzt auf Seite 6. 😀 Diese Ingress-Spieler können sich jedenfalls bei mir melden. Ich habe noch eine ULLA und eine rote Kapsel. Meine 20 Viren sollte ich wohl besser an Tobi zurückgeben. Das sind alles schrecklich seltene Gegenstände, die wertvoll sind. Äh: Und die einzigen blauen Spieler, die meine Items kriegen würden, sind rollen und MrX. 😀

Und hier noch eine Warnung für alle, die wie ich selbst Ingress zu lieb gewonnen haben: Google hat eine sogenannte “Toothbrush rule”. Das bedeutet, dass alles, was Google macht, mindestens zwei Mal am Tag benutzt werden muss. Sonst ist es Google nicht würdig und muss eingestampft werden. Arbeitet also schön an eurer “Sojourner”-Badge. Die erhält man nämlich, wenn man innerhalb von 24 Stunden mindestens ein Portal hackt. Das ist zumindest eine halbe Zahnbürste. Es könnte natürlich trotzdem sein, das Google Ingress einfach einstampft. Aber dann kann keiner böse auf mich sein.

Anmerkung: Die Spielernamen sind abgeändert worden.

Update um 14:59 Uhr: Auf Wunsch eines Spielers den Spielernamen auf MrX geändert. Meine Items sind nach zwei Minuten weg gewesen. So schnell kann man den Artikel eigentlich nicht lesen, aber ich bin jetzt blank.
Update um 16:42 Uhr: Auf Wunsch der Spielerin Wannika in Anni geändert.
Update am 02.07.2015 um 17:16 Uhr: Angaben über Spekulationen von Gehaltshöhen eines Spielers entfernt.


Mehr über die Creative-Commons-Lizenz erfahren