Was JIRA 7 für Ihre Lizenzierung bedeutet

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Mit JIRA 7 geht Atlassian den Weg, einzelnen Teams im Unternehmen genau das Produkt zu geben, das sie für ihre Nutzung benötigen. Dadurch wurde die Lizenzstruktur aufgebrochen, gleichzeitig sind drei neue Produkte geschaffen bzw. die Anwendungsfälle verändert worden. Dies betrifft die Tools JIRA, JIRA Agile und JIRA Service Desk. In diesem Artikel bieten wir Ihnen genau für Ihre aktuelle Nutzung eine Hilfestellung hinsichtlich der zukünftigen JIRA-Lizenzierung und beantworten die wichtigsten Fragen.

Ich habe eine JIRA-Lizenz: Was ändert sich durch JIRA 7 für mich?

Mit dem Wechsel zu JIRA 7 wird Ihre JIRA-Lizenz zu einer JIRA-Core-Lizenz. Preislich ändert sich im Vergleich zur vorhergehenden Lizenzierung nichts. (Die konkreten Preise finden Sie hier.) Funktional werden Sie mit JIRA Core eine Konzentration auf Aufgabenmanagement, Projektmanagement und Prozessmanagement feststellen, also genau die Dinge, die für Business-Teams wichtig sind. Entwicklungsspezifische Termini bzw. Funktionen sind in JIRA Core nicht mehr enthalten, um Nichtentwicklern einen klareren Blick auf bspw. HR-Aufgaben oder Marketingprozesse zu ermöglichen.

Ich habe eine JIRA- und JIRA-Agile-Lizenz: Wie muss ich zukünftig lizenzieren?

Wenn Sie JIRA und JIRA Agile erworben haben bzw. aktuell noch in einer Version älter als JIRA 7 nutzen, ändert sich im Rahmen der Supportverlängerung für Sie vorerst nichts. JIRA und JIRA Agile werden zu JIRA Software zusammengefasst, für das Pricing gibt es allerdings keine Änderung, da Atlassian auf unbestimmte Zeit ein sogenanntes Grandfathering anbietet und Sie somit eine Supportverlängerung zu den gewohnten Kosten weiterhin in Anspruch nehmen können.

Für Upgrades sieht das anders aus. JIRA Agile war vor der Einführung von JIRA Software ab 100+ User preislich fixiert; dies ist zukünftig nicht mehr der Fall. Sollten Sie auf unter 500 User upgraden, so ändert sich auch hier nichts im Vergleich zu den früheren Kosten. Ab 500 Usern hingegen werden Sie für das Upgrade einen Kostenanstieg verspüren.

Wir organisieren aktuell mit JIRA und JIRA Agile sowohl Entwickler als auch Nicht-Entwickler: Wie müssen diese zukünftig lizenziert werden?

Mit JIRA 7 werden JIRA Core, JIRA Software und JIRA Service Desk drei eigenständige Produkte, die Sie allerdings in einer Instanz organisieren können. Früher musste JIRA Agile für alle JIRA- Nutzer lizenziert werden; dies ist nun nicht mehr der Fall. Sie haben 100 Entwickler, jedoch nur 25 Nicht-Entwickler? Dann benötigen Sie nun keine 250 JIRA- und JIRA-Agile-User mehr, sondern eine 100-User-Lizenz für JIRA Software und eine 25-User-Lizenz für JIRA Core. Das erweist sich auch preislich für Sie als günstig.

Wie werden denn die User gezählt, wenn alle drei Produkte im Einsatz sind?

Diese Frage ist einfach zu beantworten. JIRA Core beinhaltet die reine JIRA-Core-Lizenz. JIRA Software und JIRA Service Desk beinhalten ebenfalls einen Zugriff auf JIRA Core, jedoch auch einen Zugriff auf Software- bzw. Service-Desk-Funktionalitäten. Ein JIRA-Software- und JIRA-Service-Desk-User hat also immer auch eine JIRA-Core-Lizenz.

Wie geht der tatsächliche Wechsel der Lizenzen vonstatten?

Dieser Wechsel ist tatsächlich das Komplexeste, was mit einem Update auf JIRA 7 auf Sie zukommen wird. Wir wollen daher die einzelnen Möglichkeiten möglichst präzise abgrenzen, damit Sie die Situation überblicken können:

  1. Sie haben eine JIRA-Lizenz und noch einen Restsupport beispielsweise bis zum 01.04.2016. Mit dem Update auf JIRA 7 wird Ihre Lizenz automatisch zu einer JIRA-Software-Lizenz; das heißt, Sie können bis zum 01.04.2016 kostenfrei auch agile und entwicklungsspezifische Features nutzen. Wenn Sie Ihren Lizenzsupport dann am 01.04.2016 verlängern möchten, erhalten Sie zunächst einen Quote von Atlassian zur Verlängerung als JIRA-Software-Lizenz. Sie können diese Lizenz aber auch als JIRA- Core-Lizenz verlängern, bitte setzen Sie sich hierzu über die E-Mail-Adresse lizenzen@seibert-media.net mit uns in Verbindung.
  2. Sie haben eine JIRA- und JIRA-Agile-Lizenz und wechseln. In diesem Fall wird Ihre JIRA-Lizenz automatisch zu einer JIRA-Software-Lizenz konvertiert; diese kann dann nach Ablauf des Supports als ganz normale JIRA-Software-Lizenz verlängert werden. Bitte beachten Sie, dass Sie eine Rückvergütung für den nicht mehr genutzten Lizenzzeitraum von JIRA Agile erhalten können. Sollten Sie also auf JIRA 7 wechseln und noch einen Restsupport für JIRA Agile haben, so kontaktieren Sie uns bitte.
  3. Sie haben noch eine JIRA-Service-Desk-Lizenz mit einer an JIRA gebunden User-Zahl statt des heute geltenden Agent-Modells? Mit dem Wechsel auf JIRA 7 wird Ihre Lizenz beispielsweise von einer 100-User-Lizenz zu einer 100-Agent-Lizenz konvertiert und Sie können die erste Supportverlängerung auch zu den Kosten der alten 100-User-Lizenz erhalten. Nach diesem Renewal sollten Sie allerdings auf jeden Fall prüfen, ob Sie künftig tatsächlich 100 Agents benötigen, und dann auch dieses Modell nutzen und verlängern. Mit JIRA 7 wird es keine Verlängerung des Supports und auch keine Upgrades im nutzerbasierten Modell geben.

Aber dann zahle ich bei einem JIRA-Service-Desk-Agent ja doppelt, wenn dieser auch gleichzeitig Entwickler oder Mitglied eines Business-Teams ist, oder nicht?

Diese Frage kann einfach mit „Ja“ beantwortet werden. Sollten Sie 100 JIRA-Core-User, 250 JIRA- Software-User und 50-JIRA-Service-Desk-Agents haben, so sind das faktisch insgesamt 400 JIRA-Core-Nutzer. Im Einzelfall werden Sie daher eventuell eine Überlizenzierung für JIRA Core haben. Langfristig wird sich die Trennung der Teams allerdings in den meisten Fällen positiv für Sie auswirken.

Und was ist mit Add-ons? Müssen diese für jedes Produkt einzeln lizenziert werden?

Nein, das ist nicht der Fall. Sie müssen Ihre Plugins so lizenzieren, dass die höchste User-Anzahl getroffen wird. Die folgenden Beispiele verdeutlichen das:

  • Szenario 1: JIRA Core: 25 User, JIRA Software: 500 User -> Plugin muss auf 500 User lizenziert werden.
  • Szenario 2: JIRA Core: 250 User, JIRA Software: 25 User -> Plugin muss auf 250 User lizenziert werden.
  • Szenario 3: JIRA Core: 50 User, JIRA Software: 100 User, JIRA Service Desk: 15 Agents -> Plugin muss auf 100 User lizenziert werden.

Diese Aufstellung hat fast überwiegend positive Aspekte, sofern Sie beispielsweise je 100 User für JIRA Core und JIRA Software haben. Sie haben dann 200 User mit JIRA-Core-Zugriff, müssen allerdings nur für 100 User zahlen. In einzelnen Fällen kann es jedoch auch nachteilig sein, wenn Sie etwa eine 25-User-Lizenz für JIRA Software haben und eine 500-User-Lizenz für JIRA Core. Brauchen Sie dann ein speziell für Entwickler gedachtes Plugin, müssen Sie dieses trotzdem auf 500 User lizenzieren. Atlassian arbeitet hier jedoch langfristig an einer Lösung, die eine Lizenzierung pro Produktgruppe ermöglicht.

Wann brauche ich denn JIRA Software und bis wohin reicht JIRA Core?

Die Beantwortung dieser Frage ist schwierig, da die Möglichkeiten von JIRA Core ‚out of the box‘ geringer sind als z.B. durch Customizing der Instanzen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Sie mit JIRA Core die Bedürfnisse klassischer Business-Bereiche wie Finanzen, Marketing, HR oder Recht vollständig abdecken können. Sobald Sie allerdings digitale Agile-Boards und entwicklungsspezifische Funktionen nutzen möchten, benötigen Sie eine Lizenz für JIRA Software. Eine Übersicht zu den jeweiligen Funktionen finden Sie untenstehend:

JIRA 7 Feature-Uebersicht

Wir arbeiten nicht agil, aber Boards wären dennoch schön, um uns im Team zu organisieren. Geht dies denn mit JIRA Core gar nicht mehr?

Sollten Sie sich für einen exklusive Einsatz von JIRA Core entscheiden, entfällt mit den Entwicklerfunktionalitäten tatsächlich auch die Möglichkeit, agile Boards zu nutzen. Atlassian hat auf dem Summit 2015 angekündigt, in naher Zukunft Taskboards für JIRA Core anzubieten; ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest.

Wenn Sie Sie bereits heute mit Boards in JIRA Core arbeiten möchten, so können Sie das Plugin Comala Canvas for JIRA in Erwägung ziehen. Das Plugin ist zwar kostenpflichtig, allerdings kommen Sie mit JIRA Core und Comala Canvas immer noch günstiger weg als mit dem Kauf von JIRA Software. Das Plugin können Sie über den Atlassian Marketplace evaluieren und dann gegebenenfalls bequem über uns erwerben (natürlich mit den gewohnten Vorteilen des Lizenzerwerbs über //SEIBERT/MEDIA).

Wenn ich JIRA Core, JIRA Software und JIRA Service Desk nutze, was kann denn dann jeder Nutzer sehen?

Wie bereits oben beschrieben, hat jeder JIRA-Software- und jeder JIRA-Service-Desk-User auch eine JIRA-Core-Lizenz. Vorausgesetzt, jeder Ihrer Anwender hat die Berechtigungen, alle Tickets der anderen Bereiche einzusehen, kann ein reiner JIRA-Core-User auch JIRA-Software- und Service-Desk-Tickets einsehen. Allerdings bleiben ihm spezifische Features wie Service Level Agreements (die ein Service-Desk-Agent sehen würde) oder Scrum-Boards (die ein JIRA-Software-User sehen würde) verborgen. Eine Beteiligung in Form eines Kommentars ist aber möglich; ein Manager kann also durchaus auch an einem Service-Desk-Fall mitarbeiten.

Alle gerade angesprochenen Aspekte werden auch in diesem Beratungsvideo noch einmal diskutiert und visualisiert:

Wir unterstützen Sie gerne!

Haben Sie Fragen zu den neuen JIRA-Produkt- und Lizenzstrukturen und ihren Auswirkungen? Dann wenden Sie sich an unsere Experten für Atlassian-Lizenzen, die Sie gerne beraten: Sie sind telefonisch unter 0611 205 70 42, per E-Mail an lizenzen@seibert-media.net und natürlich auch über unser Kontaktformular zu erreichen.

//SEIBERT/MEDIA ist offizieller Vertriebspartner von Atlassian und einer der größten Atlassian Experts Partner weltweit. Wir helfen Ihnen bei allen Aspekten rund um die Einführung und den Betrieb Ihrer Atlassian-Produkte – von der Lizenzierung bis hin zur produktiven Nutzung.

Weiterführende Infos

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