Martin Seibert bloggt ‚English First‘

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Da habe ich mir doch vor ein paar Tagen von Winfried Felser anhören müssen, dass ich eigentlich ein "Fake" sei. Es war eine wohlwollende Übertreibung, weil ich Winfried gesagt hatte, dass einige meiner Tweets automatisch aus diesem Weblog bzw. aus unserem öffentlichen Microblog erstellt werden. Irgendwie hat er ja recht. Aber tatsächlich habe ich schon im Oktober oder November des letzten Jahres begonnen, aktiv Tweets zu veröffentlichen, zuerst über Buffer und aktuell über Hootsuite. Das funktioniert auch ganz gut. Und geantwortet und reagiert habe ich schon immer selbst und tue das natürlich auch weiter.

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, wieder deutlich mehr Zeit in die Erstellung von Online-Inhalten wie Blog-Artikel, Videos, Tweets und anderen organischen Content zu stecken. Mit unserer Confluence-basierten Intranet-Lösung Linchpin haben wir im letzten Jahr eigentlich fast jedes Event mitgenommen, das sich angeboten hat. Davon bin ich persönlich eher ernüchtert. Das Reisen und die Konferenzen an sich - das ist nicht mein Ding. Hinzu kommt, dass die durchaus beachtlichen Ergebnisse, die wir erzielt haben, viel mehr auf andere Themen und viel weniger auf diese Events zurückzuführen sind - es reicht nicht, um mich entgegen meiner persönlichen Präferenz für Konferenzen und so etwas zu begeistern.

Ich werde also wieder mehr schreiben. Und dabei will ich ein Prinzip von Google adaptieren und für uns nutzbar machen: 'Mobile First'. Grundsätzlich bedeutet das, Dinge zuerst mal für das Smartphone und dann für Desktop-Geräte zu entwickeln. Das erste Produkt, an dem ich das selbst erlebt habe, ist Google Inbox. Wenn man seine Mails über Google versendet und empfängt, ist Gmail der Standard. Seit einigen Monaten kann man auf Google Inbox zurückgreifen.

Dieses Produkt hat für mich die Art und Weise, wie ich E-Mails bearbeite, vollständig verändert. Früher habe ich auf dem Handy nur überblicksartig geschaut, was so reinkam, und nur die allerwichtigsten Nachrichten beantwortet. Das eigentliche Werkzeug für die nachhaltige und richtige Mail-Bearbeitung war mein Desktop-Rechner. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich geschworen, dass ich am Rechner immer eine Client-Software brauchen würde, um Mails zu bearbeiten. Nicht wenige von Ihnen werden genau das jetzt noch denken. Google hat das mit dem Produkt Inbox fundamental verändert.

Heute bearbeite ich Mails im Browser und brauche keine Desktopanwendung mehr. Unvorstellbar?

Es begann mit dem Smartphone. "Mobile First" bedeutet eigentlich, dass Google das Produkt Inbox für Mobilgeräte entwickelt hat. Dass es auch noch eine Web-Oberfläche für den Desktop gibt, ist eine Notwendigkeit, kein Hauptziel. Und eine installierbare Software gibt es dann gar nicht mehr. Kommt wohl auch nicht. Fällt hinten runter.

Ich bin mit der Situation überglücklich. Jetzt bearbeite ich meine Mails binnen 10 bis 20 Minuten - oft sogar schneller - komplett am iPhone. Aufwändiges wird auf einen Zeitpunkt am Desktop-Rechner verschoben. Antworten sind kürzer geworden. Benachrichtigungen von Confluence und JIRA überfliege ich und schließe zig davon mit einem Wischen ab. Probieren Sie es mal aus. Jeder kann ja kostenlos eine Gmail-Adresse registrieren. Aber man darf es erst nutzen, wenn man die App auf dem Smartphone installiert hat.

Durch die Fokussierung auf das Smartphone hat Google es geschafft, dass ich Mails jetzt mit dem Handy zu 85% erledige. Wow! Können Sie sich das für Ihre Mails vorstellen?

Aber zurück zum Bloggen. Ich blogge 'English First'. Das bedeutet, dass ich künftig meine Blog-Artikel auf englisch erstelle. Sie erscheinen dann dementsprechend in der englischen Ausgabe unseres Blogs.

Leider werde ich damit Ihre Arbeit nicht in dem Maße verbessern können, wie Google Inbox meine Mail-Bearbeitung verbessert hat. Aber vielleicht wird Ihr und mein Englisch etwas besser. Und natürlich hoffe ich, dass Sie mir trotzdem weiter folgen werden und zum Beispiel auch unseren englischen Newsletter abonnieren:

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Diese Strategie folgt ganz einfachen Zielen und Überlegungen:

  1. In Deutschland haben wir schon ein Team, das einen ganz hervorragenden Job im Blogging macht. Da werde ich gar nicht gebraucht.
  2. Der amerikanische Markt ist für uns noch klein und dort wollen wir wachsen.
  3. Englische Artikel werden (manchmal mit etwas Verzögerung) auch ins Deutsche überführt werden.
  4. Viele unserer Kunden können besser Englisch als ich.

Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören, was Sie von 'English First' halten und wie Sie heute mit Ihren Mails umgehen. 'Mobile First' für E-Mails?


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