Die veränderte Rolle von Führungskräften

In seiner Karriere-Glosse Nach Diktat verreist erzählt der Buchautor Klaus Werle auf Karriere Spiegel allerlei amüsante Geschichten aus dem Berufsalltag des Mittelmanagers Achtenmeyer. Im Spannungsfeld zwischen der Bewältigung der ihm übertragenen Aufgaben und dem Führen seiner Mitarbeiter kümmert er sich vor allem um eines: sein eigenes Überleben im Konzern.

Werle skizziert eine Führungskraft, die sicherlich auf so manchen Büroetagen vorzufinden ist. Der Arbeitsalltag ist davon geprägt, möglichst gute Strategien zu entwickeln, auf dem Hierarchie-Karussell weiterhin an Bord zu bleiben oder Insignien der Macht wie den Fluglinien-Status zu erhalten. Erinnerungen an Bernd Stromberg, den Leiter Schadensregulierung M-Z der Capitol Versicherung, werden wach.

Dabei schreibt die Studie Arbeit der Zukunft des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO eben dieser mittleren Führungsebene für die Zukunft eine wichtige Rolle zu:

Gerade diese Führungskräfte sind es, die Mitarbeitern in zunehmend komplexen und turbulenten Arbeitsbeziehungen Orientierung geben und wissens- wie teamintegrierende Funktionen wahrnehmen. […] Führungsarbeit befindet sich in zunehmendem Spagat zwischen intensiver Kommunikation und individuell zugeschnittener Betreuung bei gleichzeitiger Gewährleistung von Handlungsspielräumen für selbstbewusstere und eigenständigere Mitarbeiter. Die Schlüsselkompetenzen zukunftsfester Führungskräfte sind daher insbesondere Kommunikationskompetenz, Medienkompetenz sowie Faszinationsfähigkeit und erhebliche Veränderungsbereitschaft auch bezüglich der eigenen Position.

Während früher also eher nach dem Leitbild „Führen und fordern“ gearbeitet wurde, werden an die Führungskraft von heute eher Erwartungen der Mitarbeiter formuliert, die eine Weiterentwicklung durch Coaching einfordern und die Rolle des Vorgesetzten darin sehen, Rahmenbedingungen zu schaffen, um eigenverantwortlich arbeiten zu können.

Mit einem Social Intranet die Herausforderungen der Zukunft bewältigen

Ein Social Intranet bietet einer Führungskraft ein wirksames Instrument, sich selbst, aber auch das eigene Team für die Zukunft gut aufzustellen. Dazu sollten folgende Maßnahmen in Betracht gezogen werden:

1. Mitarbeiter bestärken, sich im Social Intranet zu engagieren

Oftmals engagieren sich Mitarbeiter schon im unternehmensweiten Social Intranet. Sie verfassen beispielsweise eigene Beiträge (Blog-Posts) oder unterstützen andere Kollegen dadurch, dass sie auf deren Fragen Antworten geben. Dies hilft dem gesamten Unternehmen: Mitarbeiter können sich als Wissensträger positionieren und werden zu gefragten Ansprechpartnern. Ihre Meinung ist gefragt und dies schafft auch Vernetzungsaspekte und Mitwirkungsspielraum für die gesamte Abteilung. Und die Mitarbeiter selbst können so ihre eigene Reputation stärken und finden unternehmensweite Anerkennung, was sich positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt. Unterstützen Sie also Ihre Mitarbeiter darin, ihr Wissen zu teilen (und damit auch für das Unternehmen zu dokumentieren) und andere daran teilhaben zu lassen.

2. Eine Abteilungsgruppe im Social Intranet einrichten lassen

Die Einrichtung einer Abteilungsgruppe schafft eine Anlaufstelle und Identifikationspotenzial. Sie bietet darüber hinaus auch die Möglichkeit, die Abteilung auf den gemeinsamen Weg „einzuschwören“ und zu verdeutlichen, was die Abteilung eigentlich erreichen will. Über den Austausch zu den laufenden Aufgaben wird das Transparenzniveau erhöht. Die Gefahr sinkt, dass Mitarbeiter redundante Tätigkeiten durchführen. Die Steuerung der Aufgaben fällt leichter, da klar ist, wer woran arbeitet und wie der Fortschritt ist. Mitarbeiter an unterschiedlichen Standorten können so einfacher mit einbezogen werden. Gemeinsame Erfolge können gefeiert werden, wenn Mitarbeiter Erfolgsnachrichten posten. Geben Sie Ihrer Abteilung also ein „digitales Zuhause“.

3. Arbeitsprozesse ins Social Intranet verlagern

Nachweislich lassen sich viele Prozesse im Social Intranet einfacher und damit effizienter abbilden als das bis dato der Fall war. Das lästige Erstellen und Abstimmen von Meeting-Protokollen entfällt, wenn gar keine Meetings notwendig sind, um sich über den Fortgang des Projekts auszutauschen. Das funktioniert viel effizienter über Projektgruppen im Social Intranet. Und selbst wenn ein Meeting stattfindet, gestaltet sich ein Abstimmungsprozess über die Meeting-Inhalte auch einfacher, wenn alle auf dem gleichen Stand sind. Und auch die vielen administrativen Prozesse wie Reisekostenabrechnungen und Urlaubsbeantragungen lassen sich über das Social Intranet abwickeln. Machen Sie das Leben Ihrer Mitarbeiter also einfacher.

4. Das Social Intranet für die interne Positionierung und das Marketing nutzen

„Tu Gutes und rede darüber.“ Das gilt auch für die eigene Abteilung im Intranet. Als Führungskraft positionieren Sie die eigene Abteilung und sollten auf breiter Ebene verständlich machen, wofür Sie stehen und welchen Beitrag Ihre Abteilung im Unternehmen leistet. Das bewirken Sie durch regelmäßige Beiträge über Ihre Arbeit und auch über Ihre Erfolge. Das schafft nicht nur Visibilität, sondern auch Anknüpfungspunkte für Projekte und Initiativen auf Gesamtunternehmens-Ebene. Vermarkten Sie also auch Ihre Abteilung im Social Intranet.

5. Loben und anerkennen

Lob und Anerkennung sind wichtige Instrumente einer Führungskraft. Mehr noch: Sie motivieren Mitarbeiter ungemein. Und wenn Sie Lob und Anerkennung nicht nur bilateral Ihrem Mitarbeiter gegenüber aussprechen, sondern in einem Social Intranet die Arbeit durch das Liken von Beiträgen oder in Kommentaren wertschätzen, wirkt dies noch viel stärker. Nutzen Sie also das Social Intranet auch für positive soziale Interaktionen.

Selbst lernen für die eigene Zukunft

Sie werden sich vielleicht denken: Das hört sich alles so leicht an, aber wie soll ich das machen? Zugegeben: Social Intranets sind eine neuere Form der Kommunikation im Unternehmen und auch diese will erlernt sein. Es ist also notwendig – wie die Studie des Fraunhofer IAO deutlich macht –, die Schlüsselkompetenzen Kommunikationskompetenz und Medienkompetenz (weiter) zu entwickeln. Dabei muss man sich vielleicht eingestehen, nicht mehr auf der Höhe der Zeit zu sein und den Trend der digitalen Kommunikation ein wenig verschlafen zu haben. Doch wenn Sie die Bereitschaft entwickeln, sich überhaupt mit diesem Thema auseinanderzusetzen, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung gemacht. Und vielleicht unterstützt dieser Schritt auch darin, künftig das Kommunikationsverhalten der eigenen Kinder besser zu verstehen.

Es ist also notwendig, jemanden zu finden, der die Wirkungsmechanismen von (unternehmensinternen) sozialen Plattformen vermittelt. Was ist ein Blog-Beitrag? Was bedeutet es, wenn ich einen Beitrag like? Wie folge ich einer Person? Was kommentiere ich und wie markiere ich dabei andere Personen, für die ein Beitrag auch von Interesse werde? Suchen Sie sich also – vielleicht auch in der eigenen Abteilung – einen jüngeren Mitarbeiter, der diese Wirkungsmechanismen aus dem Effeff kennt. Er wird sie Ihnen sicherlich mit Freude vermitteln, denn gerade in der jüngeren Generation gilt „Sharing is caring“.

Wenn Sie selbst in Zukunft auch Beiträge schreiben wollen, um beispielsweise über die Arbeit der Abteilung zu berichten, sollten Sie sich ein wenig damit auseinandersetzen, wie man relevante Inhalte erzeugt. Einfach nur loszuschreiben, kann zwar auch ein Weg sein, aber Sie wollen ja auch eine entsprechende Wirkung erzielen. Daher sollten Sie sich damit beschäftigen, wie man gute Beiträge verfasst. Literaturtipps hierzu finden Sie am Ende dieses Beitrags. So tun Sie ganz nebenbei auch noch etwas für Ihre eigene persönliche Weiterentwicklung.

No leaders without followers

In einem seiner Artikel brachte es Klaus Werle auf den Punkt:

Die alten Führungsmodelle von oben nach unten lösen sich zunehmend auf. Führungskräfte müssen heute durch ihre Person überzeugen, das Amt allein reicht nicht mehr. Denn eine Führungskraft ohne Leute, die ihr folgen, ist keine.

Machen Sie sich also im Social Intranet zu eigen, Follower zu gewinnen und so Relevanz für Ihre Mitarbeiter, Ihre Abteilung, Ihre Arbeit und nicht zuletzt für Ihre eigene Person zu erzeugen.

Weiterführende Literatur

Julia Cameron – Der Weg des Künstlers
Jörg Achim Zoll – Erfolgreich schreiben: Bücher, Blogs und Artikel veröffentlichen
Markus Reiter / Steffen Sommer – Perfekt schreiben

dfi_ed_logo_cmyk_pos_zwDas ist ein Gastbeitrag von Robert Mangelmann. Als Senior Berater bei der Kommunikationsberatung die firma . experience design unterstützt er Unternehmen bei der Konzeption und der herstellerneutralen Auswahl von Intranets sowie deren Einführung und begleitet die damit einhergehenden Veränderungsprozesse. die firma ist ein Linchpin-Kooperationspartner. Hier finden Sie weiterführende Informationen zu die firma gmbh.

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