JIRA und Confluence: Was viele Kunden wollen und warum Atlassian es nicht immer liefert

Einer der Werte, die Atlassian öffentlich für sich proklamiert, lautet Open company, no bullshit. Dieser Wert ist der wahrscheinlich am schwierigsten zu lebende. Atlassian ist inzwischen ein börsennotiertes Unternehmen, und das bringt noch mehr rechtliche Beschränkungen dahingehend mit, was gesagt werden darf und wann.

Atlassian Werte

Aber es sind die Handlungen, die zählen. Und Atlassian agiert offen. Sie haben eine öffentliche JIRA-Instanz, in der jedermann Feature-Wünsche hinzufügen oder für bestehende Vorgänge voten kann. Dort schließen Atlassian-Mitarbeiter Duplikate und verweisen auf den Originalvorgang, wenn jemand ein Issue einstellt, das inhaltlich deckungsgleich mit einem früheren ist. Sie kommentieren Vorgänge und helfen bei der Formulierung auf eine Weise, dass die Beschreibungen die Probleme und die Bedürfnisse der Kunden klar wiedergeben. Und sie bieten Kunden wie gesagt die Möglichkeit, Votes abzugeben und so zu indizieren, was sie am liebsten wollen.

Gewünschte JIRA-Funktionen

Hier ist eine Liste der am häufigsten gewünschte Features für JIRA:

most-voted-jira-issues

Gewünschte Confluence-Funktionen

Und hier ist eine Liste mit besonders häufig gewünschten Confluence-Features:

most-voted-confluence-issues

Das gibt es für alle Atlassian-Produkte. Auf http://jira.atlassian.com können Sie nach Vorgangsschlüsseln suchen, wie es in den Screenshots oben zu sehen ist. Wenn Sie sich einen User anlegen, können Sie einen Filter erstellen, wie ich das getan habe, und Änderungen auch per E-Mail abonnieren. Hier sind die beiden JQL-Abfragen, die Sie dafür brauchen.

JIRA meiste Votes:

project = JRA AND resolution = Unresolved AND assignee is EMPTY AND status in (Open, New) ORDER BY votes DESC, key DESC

Confluence meiste Votes:

project = CONF AND resolution = Unresolved AND status in (Open, “In Progress”, New) ORDER BY votes DESC, key DESC

Brauchen Sie eine Anleitung, wie man solche Filter erstellt, verwendet und abonniert? Atlassian bietet Dokumentationen zum Erstellen und zum Abonnieren. Und hier ist ein Video:

Die Schmerzen von Atlassian und die Schmerzen der Kunden verstehen

Nun, da wir alle leicht in Erfahrung bringen können, was den Atlassian-Produkten fehlt, das andere Produkte vielleicht bieten, und wo Nutzer unzufrieden mit der Software sind, zeigen sich einige Kunden sehr verärgert. Wenn Sie die Vorgänge durchgehen, finden Sie leicht welche, in denen Nutzer rummeckern und sich äußerst schlecht gelaunt darüber zeigen, „dass dieses große Unternehmen, das jetzt an der Börse ist und genug Geld in den Taschen hat, um die Bugs zu lösen, nicht auf die Anfragen reagiert“. In manchen Tickets gibt es Leute, die sogar die Tage, Monate und Jahre zählen, die seit dem Erstellen des immer älter werdenden Vorgangs vergangen sind.

Es muss sehr weh tun, diese Situation zu sehen und auszuhalten. Für viele andere Unternehmen ist das der Grund, nicht einen so offenen Ansatz im Hinblick auf fehlende Features zu verfolgen.

Brian Rollins von Atlassian hat detailliert darauf geantwortet, wie Atlassian die öffentliche JIRA-Instanz nutzt und wie die eigene Arbeit priorisiert wird:

Bestimmen Votes die Priorität eines Features?

Feedback von JIRA-Kunden ist ein wirklich wichtiger Bestandteil der Priorisierung. Feedback erreicht uns aus diversen Quellen:

  • Kundenkontakt: Wir haben beim Atlassian Summit, beim Atlassian Roadtrip, auf Entwicklerkonferenzen, User Groups, Partner-Events und anderen Veranstaltungen die Möglichkeit, Kunden zu treffen und ihre Erfolge und Herausforderungen zu hören.
  • Kunden-Interviews: Alle Produktmanager bei Atlassian führen häufig Kunden-Interviews durch. Diese Interviews sind nicht nur dazu da, eine Liste mit Features zu generieren, sondern um die Ziele und Pläne der Kunden zu verstehen.
  • Community-Foren: Es gibt eine große Menge an Posts hier auf Atlassian Answers, an Votes und Kommentaren auf jira.atlassian.com und an Konversationen in Community-Foren wie JIRA-Gruppen bei LinkedIn oder Reddit.
  • Kunden-Support: Unser Support-Team generiert klare Einsichten darüber, welche Probleme zu Herausforderungen und welche zu den meisten Anfragen beim Support führen.
  • Atlassian Experts: Unsere Experts liefern Einsichten im Hinblick auf Kunden-Deployments in der realen Welt, speziell für skalierende Kunden.
  • Evaluator-Feedback: Wenn jemand Neues JIRA ausprobiert, möchten wir wissen, was ihm gefallen hat und was nicht.
  • In-Product-Feedback: Wir sammeln von unseren Kunden quantitatives und qualitatives Feedback direkt im Produkt. Das ist vor allem wertvoll, um Rückmeldungen von ganz normalen Endnutzern zu erhalten.
  • Nutzungsdaten: Nutzen Kunden die Funktionen, die wir ausgeliefert haben? Wir haben mehrere Teams, die die In-Product-Nutzungsdaten analysieren und die Experimente durchführen, damit wir uns kontinuierlich verbessern können.

Der Umfang an Feedback ist riesig, speziell wenn man Zehntausende aktiver Kunden allein für JIRA hat und hunderte Leute pro Tag, die das Produkt ausprobieren.

Somit sind Votes nicht die einzigen Daten, die wir berücksichtigen, wenn wir ein Feature priorisieren.

Es läuft auf eine einfache Wahrheit hinaus:

Wenn Atlassian alle Issues umsetzen könnte, würden sie das tun. Sie können es aber nicht. Deshalb müssen Sie Entscheidungen treffen.

Darüber kann man enttäuscht sein. Aber es ist definitiv Atlassians Entscheidung, die die Kunden nur beeinflussen können.

Sie haben ebenfalls eine Wahl. Sie können ein Plugin nutzen. Einige dieser Vorgänge wurden durch Drittanbieter-Produkte gelöst. Das populärste Issue, das ich kenne, ist JIRA-4446: Sub-issues should be able to contain their own sub-issues mit über 1.000 Votes. Das Structure-Plugin der Kollegen von ALM works löst das Problem. Aber immer noch fragen Kunden nach einer 'eingebauten' Lösung.

Das verstehe ich. Es ist für alle leichter, wenn alles im Kernprodukt enthalten ist – abgesehen von den Nutzern, die einfach eine klare und saubere Oberfläche haben wollen, mit der sie problemlos arbeiten können.

Ich kenne auch keinen Königsweg dafür. Aber da ich häufig zu diesem Thema gefragt werde, wollte ich eine kurze Zusammenfassung geben.

//SEIBERT/MEDIA bietet Full-Service-Lösungen für Confluence wie mit unserer Confluence-basierten Intranet-Suite Linchpin. Mit Codeyard helfen wir Kunden, den vollen Nutzen aus dem gesamten Atlassian-Stack zu ziehen – für alle im Unternehmen inklusive der Software-Entwicklung. Auf diese Weise können Sie das Problem, fehlende Verknüpfungen zusammenzusetzen, auslagern.

Wie gehen Sie mit Dingen um, die Sie in Atlassian-Software verzweifelt vermissen?

Weiterführende Infos

Event des Atlassian Enterprise Clubs von //SEIBERT/MEDIA am 19. Mai mit dem Group Product Manager für Collaboration von Atlassian
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