Warum ich inzwischen gerne bei unseren Webinaren mitmache und sie für sinnvoll halte

Wie ich zum Co-Gastgeber unserer Webinare wurde

Das Wort Webinar war bis vor kurzem eher kein Begriff, den ich besonders gerne höre. Es klingt staubig, trocken und langweilig. Und mitmachen möchte ich da schon gar nicht. Ich schaue mir auch keine Webinare im Netz an.

Dass mein Kollege Martin Seibert eine Webinar-Reihe ins Leben gerufen hat, hatte ich als Mitarbeiter im Marketing-Team natürlich mitbekommen. Beteiligt war ich daran allerdings nur am Rande; beispielsweise habe ich ein paar Sendungen als Video nachbereitet.

Bis – ja, bis an einem schönen Tag im Mai Martin auf mich zukommt und mich, der ich nichts Böses ahne, nun ja... überrumpelt. Die Frage lautet, ob ich mir vorstellen könne, an den Webinaren richtig mitzuarbeiten, vor allem als Moderator, aber auch fachlich und als Stichwortgeber. Das würde er sehr hilfreich finden. Und ich käme auch mal aus meiner Komfortzone raus. (Als wäre das mein sehnlichster Wunsch gewesen! Und als hätte ich überhaupt eine Komfortzone! 😀 )

"Naja, wir können's ja mal probieren", antworte ich. Martin strahlt und bietet mir die Hand zum Einschlagen: "Genau das hatte ich gehofft zu hören!" Ich gebe ihm halbherzig seine Fünf und damit ist der Weg auch schon frei für dieses Experiment. Einen Moment später denke ich mir: Mensch, bist du blöd, was hast du dir denn da wieder eingehandelt?

Kurz: Mir war gar nicht wohl dabei. Ich bin nicht der größte Fan davon, im Rampenlicht zu stehen. Frei sprechen – kann ich das überhaupt, ohne ständige Ähs und in ganzen Sätzen? Und was ist, wenn ich fachlich Mist erzähle? Und wieder eine komplizierte Software zum Einarbeiten, mal sehen, wann ich das erste Webinar crashe...

Webinar ScreenshotJa, was macht denn der für ein Theater wegen ein paar Webinaren vor ein paar Dutzend Leuten, fragt sich jetzt vielleicht der eine oder andere Leser... 😀 Ich höre ja schon auf! Und immerhin habe ich ja zu meinem Wort gestanden. Allzu viel Zeit blieb auch nicht, um zu lamentieren, und so saß ich schon bald hier in meinem Potsdamer Home-Office und zählte innerlich die Sekunden runter, um dann Punkt 10:15 Uhr mein erstes Webinar als Moderator zu eröffnen. Das Thema hieß Digitale Zusammenarbeit mit Atlassian-Tools.

Tja, nun haben wir inzwischen einige Sessions hinter uns. Ich möchte mal ein Zwischenfazit aus persönlicher Sicht teilen.

Unterstützung ist sinnvoll

Erstmal habe ich schnell verstanden, dass es absolut sinnvoll ist, jemanden dabei zu haben, der ein wenig moderiert und lenkt, auf organisatorische Dinge eingeht und das Feedback der Teilnehmer im Auge hat, während der andere sich aufs Fachliche und gegebenenfalls auf den Webinar-Gast konzentrieren kann. Das macht so eine Veranstaltung reibungsärmer und auch ein bisschen dynamischer. Martins Wunsch nach Unterstützung kann ich also direkt nachvollziehen.

Interaktivität macht Spaß

Man kommt mit den Leuten ins Gespräch. Unsere Webinare sind keine Einbahnstraßen, und ich war schon beim ersten Webinar erstaunt, wie aktiv die Teilnehmer waren. Im Chat war die ganze Zeit Betrieb, es gab Fragen, Rückmeldungen, Anmerkungen – eine richtige interaktive Session. Cool. Das gibt einem das Gefühl, dass die Leute auch wirklich etwas aus der Veranstaltung mitnehmen, wenn sie Antworten auf ihre konkreten Fragen bekommen. Und auch organisatorisch unterstützen die Leute uns ganz unkompliziert. Hört man mich? Sehen Sie jetzt den geteilten Bildschirm? Auf solche Fragen reagieren die Teilnehmer prompt und helfen uns so, das Webinar gut zu organisieren. Alles freundlich und gesittet. Am Schluss vielfacher Dank via Chat. Gefällt mir.

Inhaltlich abwechslungsreich

Ich glaube, dass unsere Themen gut und für die Leute hilfreich sind und nicht nur Werbeveranstaltungen. (Martin hat in einem früheren Artikel von modernen Kaffeefahrten gesprochen.) Klar, wir möchten die Kontaktdaten der Teilnehmer haben. Wir möchten natürlich gerne auf unsere Produkte und Dienstleistungen aufmerksam machen und tun das auch. Aber unsere Webinar-Reihe ist keine Serie von Produktdemos. Das finde ich gut so. Mit unserem Webinar zusammen mit dem Komplexitäts-Guru Gerhard Wohland werden wir keine müde Mark an Aufträgen generieren und keine Produktlizenz verkaufen, das war völlig klar. Bei unserer Veranstaltung mit Björn Schotte über Anti-Patterns in agilen Projekten, die für Anfang Oktober angesetzt ist, sieht das nicht anders aus. Trotzdem finde ich es sinnvoll, solche Webinare zu machen. Solche Themen zeigen, wie wir arbeiten und warum wir so arbeiten. Wir machen nicht in erster Linie Vertrieb, sondern produzieren vor allem inhaltlich hochwertigen Content. Und das ist ja nun mal die Königsdisziplin.

Es ist effektiv

Mit den Webinaren können wir mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand vergleichsweise viele Leute erreichen. Und diese Leute melden sich ja aktiv an. Man ruft nicht einfach in den Wald rein, wie ich es mit diesem Blogpost tue, sondern hat es mit Teilnehmern zu tun, sich sich für das Thema auch tatsächlich interessieren. Es schaut sich ja niemand so ein Webinar an, weil er gerade nichts Besseres zu tun hat. Effektiver als irgendwelche Vorträge auf von uns gesponsorten Fachveranstaltungen ist es allemal.

Die Software - hmmm...

Das mit der Technik ist so eine Sache. Die Software an sich ist doch nicht so kompliziert, wie ich befürchtet hatte. Sie spuckt auch jede Menge nützlicher Reports aus. Bei einem Stelldichein mit drei Webinar-Beteiligten an unterschiedlichen Standorten sind wir aber technisch an einige Grenzen gestoßen. Auch bei einzelnen Zuschauern gibt es hier und da mal Probleme: Ich höre nichts, ich kann den geteilten Screen nicht sehen usw. Im Nachgang unseres Webinars über Diagramme im Intranet hat uns unsere Kollegin Christina Schantin von Communardo jedoch erzählt, dass auch die von ihr genutzte alternative Webinar-Software so ihre Tücken hat. Wir müssen wohl damit leben, dass es hier aktuell keinen Stein der Weisen gibt und wir immer ein paar Live-Teilnehmer verlieren. Für diese Leute haben wir ja dann unsere Videoaufzeichnungen.

Persönliches Zwischenfazit

Und wie steht es mit dem ganzen freien Reden? Naja, passt scho, würde ich sagen. Als eindeutig hauptsächliche Bremse meines Redeflusses hat sich Martin mit seinem Reingequatsche herausgestellt. 😉

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich beteilige mich mittlerweile ganz gerne an unseren Webinaren. Ich habe das Gefühl, dass es nicht nur eine von Martins fixen Ideen im Sinne seines geliebten fail fast ist, sondern dem Unternehmen etwas bringt – und den Leuten, die uns zuschauen.

Und während ich an diesem Text arbeite, denke ich immer mal wieder kurz an das morgen anstehende Webinar mit unserem Gast Frank Hamm zum Thema Intranet-Software vergleichen. Ich freue mich eigentlich darauf und bin sicher, dass es ziemlich cool wird!

Weiterführende Infos

Unsere Webinare und Themen im Überblick
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