Google G Suite statt Microsoft Office 365 – Warum ich nach München zum Google Cloud Summit reiste

Auf dem Weg zum Google Cloud Summit in München am 6. Dezember 2017 habe ich mir ein paar Gedanken über Google und Microsoft gemacht. Es ist eine Art Bestandsaufnahme und eine Absichtserklärung, Unternehmen zu erklären, warum Microsoft weder die alleinige noch die beste Option ist und warum Google mit G Suite für Organisationen ziemlich attraktiv werden dürfte.

Das habe ich wirklich schon länger nicht mehr gemacht. Ich bin unterwegs zu einer Konferenz, bei der ich vermutlich nur einen kleinen Teil der Vorträge verstehen werde. Mir ist aktuell im Flieger noch nicht ganz klar, wofür ich die Reise überhaupt angetreten bin.

Ganz allgemein weiß ich, dass wir auf Google als Ergänzung zu unseren inzwischen wirklich erfolgreichen Atlassian-Angeboten setzen. Das ist, was wir intern erfolgreich nutzen. Und das ist, wohinter wir als Unternehmen wirklich stehen können.

Der Großteil unserer Kunden scheint aktuell Microsoft zu folgen und deren Lösungen einzusetzen, wo es geht. Allerdings passen Microsoft und Atlassian nicht wirklich gut zusammen. Atlassian selbst setzt im Hinblick auf die internen Werkzeuge vollständig auf Google und G Suite. Den SharePoint-Connector entwickelt Atlassian inzwischen gar nicht mehr.

Atlassian Confluence ist perfekt geeignet, um Mitarbeiter dazu zu „erziehen“, keine Dokumente mehr zu erstellen und gemeinsam an Inhaltsnetzen statt an isolierten Datensilos zu arbeiten.

Seien Sie mal ehrlich zu sich, wenn Sie an Ihre Arbeit mit dem Computer denken. Die meisten Sachen hängen nicht miteinander zusammen, sondern stehen in Dokumenten für sich allein, oder? Auf die meisten Dinge, die Sie schreiben, kann erstmal kaum ein Kollege zugreifen, nicht? Es ist nicht die Norm, dass Ihre neuen Inhalte für alle im Unternehmen sichtbar ist, richtig?

Und genau diese Intransparenz und dieses Verhalten, das es nahezu unmöglich macht, der Komplexität echter Probleme unserer Zeit zu begegnen – das wollen Sie jetzt einfach fortsetzen?

Unternehmen in Deutschland sind noch lange nicht bereit, ihre Daten in der Cloud abzuspeichern. Zwar ergeben sich mehr und mehr und gehen einfach den Weg des geringsten Widerstands. Aber dabei scheint Google als „Datenspeicher“ für viele direkt aus der Hölle zu kommen. Das hat oft gar nichts mit sachlichen Gründen zu tun. Es ist eine negative Konnotation ohne Substanz. Dennoch rangiert lediglich Facebook auf der „Datenschutz-aus-der-Hölle“-Skala wohl noch vor Google.

Zu Facebook habe ich außer als Nutzer keine Beziehung aufbauen können. Und auch wenn unser Geschäftspartner Robert Castaneda von ServiceRocket große Stücke auf Workplace by Facebook hält, kann ich der Sache so wenig abgewinnen wie Yammer von Microsoft. Microblogging ist halt nur einer von zig Anwendungsfällen im Unternehmen.

Wir schlagen uns also auf die Seite von Google. Früher war ich immer darauf bedacht, niemandem ans Bein zu pinkeln. Microsoft ist ein Weltkonzern. Er beherrscht Unternehmen technologisch. Es scheint nicht besonders populär zu sein, offen zu opponieren. Aber es hat uns in den letzten 20 Jahren nicht geschadet, zu unseren Überzeugungen zu stehen. Ich denke, dass das weiterhin richtig ist.

Und am Ende wollen wir ja auch nur, dass Sie Office 365 oder das uralte MS Office, das bei Ihnen immer noch im Einsatz ist, samt all der E-Mails über Bord werfen. Das wird keinesfalls einfach werden. Aber richtig erscheint es mir.

Dabei hat Microsoft mit dem neuen CEO Satya Nadella wirklich eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. Vieles von dem, was Microsoft heute macht, taugt was. Gerade Office 365 und Microsoft Teams kann wohl niemand wirklich „schlecht“ finden.

Aber Google und G Suite sind schlicht besser. Und während ich dies so plakativ schreibe, ist mir bewusst, dass ich den Beweis noch antreten muss. Aber es wird den großen Vergleich geben – und ich weiß jetzt schon, dass auch er Microsoft-Anhänger nicht überzeugen wird.

Deshalb reise ich nach München. Ich will wissen, wie andere Leute mit negativen Konnotationen und Vorurteilen gegenüber Google umgehen. Ich suche nach Verbündeten und nach Erfahrungen.

Als wir 2008 als Atlassian-Partner angefangen haben, standen wir allein auf weiter Flur. Im Gegensatz zu damals erwarte ich vom Google-Ökosystem ein paar Ratgeber und Unternehmen, von denen wir lernen können. Hier möchte ich den großen zuarbeiten und sie unterstützen.

Letzte Woche war unsere Konferenz Tools4AgileTeams mit etwa 200 Teilnehmern. Ein Teil der Leute hat eine Umfrage zu G Suite ausgefüllt. Die Konzernmitarbeiter kennen das Angebot oft gar nicht. Wenige wissen von G Suite-Initiativen. Ich bin ziemlich sicher, dass sich das künftig ändern wird.

G Suite ist besser und günstiger als Office 365. Das sind schon zwei wirklich krasse Vorteile. Watch out, Satya!

Weiterführende Infos:
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