Microsoft Powerpoint Online vs. Google Slides – Zwölf Funktionen im direkten Vergleich

Präsentationen verfolgen uns vermutlich unser ganzes Leben, sei es in der Schule, im Verein oder in Unternehmen. Sie helfen uns visuell dabei einem Publikum Informationen zu vermitteln. Hierbei gibt es unterschiedliche Vorlieben. Einige nutzen auf Präsentationsfolien nur Bilder, die das gesprochene Wort unterstützen, andere setzen auf Visualisierung in Form von Diagrammen oder bieten viel Text, auch zum späteren durchlesen zu Hause an. Entsprechend vielfältig sollten die Möglichkeiten von Präsentationstools sein.

In diesem Vergleich widme ich mich den zwei konkurrierenden Präsentations-Tools Microsoft Powerpoint Online und Google Slides. Beide Apps sind browserbasiert und Teil einer ganzen Office-Suite: Powerpoint Online ist ein Modul von Microsoft Office 365 und Google Slides ist eine Anwendung der Google G Suite. Microsoft Office ist hauptsächlich für seine lokal zu installierenden Applikationen bekannt und hat erst vor einigen Jahren mit Online-Versionen den Schritt in die Cloud gemacht. Die Office-Apps der G Suite sind dagegen von Anfang an für die Cloud entwickelt und haben keine lokal zu installierenden Gegenstücke.
Daher vorweg der Hinweis: In der nachfolgenden Gegenüberstellung werde ich Powerpoint Online (und nicht das lokal zu installierende Powerpoint) mit Slides vergleichen.

In vielen Bereichen haben Powerpoint Online und Slides nahezu einen identischen Funktionsumfang. Daher wäre es mühsam, jede Funktion aufzulisten und nach Detailunterschieden zu suchen. Nachfolgend beschränke ich mich daher auf diejenigen zwölf Features, bei denen ich wirklich Differenzen zwischen den Tools ausmachen konnte.

Inhaltsübersicht:

  1. Formen
  2. Tabellen
  3. Smart Arts & Diagramme
  4. Datendiagramme
  5. Animationen
  6. Videos
  7. Masterfolien und Folien-Layouts
  8. Icons und Symbole
  9. Fragen und Antworten
  10. Proben mit Feedback
  11. Foliennummern
  12. Benutzerdefinierte Farben
  13. Gesamtfazit

1. Formen

Formen wie Rechtecke und Pfeile eignen sich dazu Sachverhalte einfach zu visualisieren und können auch der reinen Gestaltung dienen.

Powerpoint Online
In Powerpoint stehen eine Fülle mehr oder weniger bekannter Formen zur Verfügung. Nach dem Einfügen können wir diese über die Eckpunkte in der Höhe, Breite und Größe anpassen. Weiterhin können wir die Form drehen. Auch die Füllfarbe können wir ändern. Die Konturfarbe, -art und -breite können wir ebenfalls anpassen. Powerpoint Online bietet uns außerdem eine Reihe an Styles, die automatisch die Füllfarbe und Kontur anpassen. Ansonsten können wir die Form noch in den Hintergrund- oder Vordergrund legen und diese spiegeln. Bei einem Doppelklick auf die Form können wir diese mit Text füllen. Reine Textboxen können wir ebenfalls erstellen. Diese sind aber immer nur so hoch wie der in ihnen enthaltene Text. Wollen wir also eine in der Höhe anpassbare Textbox, müssen wir den Umweg über eine Rechteckform gehen.

Google Slides
In Google Slides stehen uns identische Formen zur Verfügung. Auch hier können wir die Maße über die Eckpunkte anpassen. Beim Drehen bekommen wir zusätzlich die genaue Gradzahl angezeigt. In Google Slides werden uns Lineale am Rand angezeigt, mit deren Hilfe wir die Formen genauer auf einer Folie positionieren können. Auch hier können wir die Füllfarbe und die Kontur anpassen. Über die Formatierungsoptionen bieten sich uns weitere Möglichkeiten für Anpassungen. Wir können hier genaue Größenangaben in Zentimeter und Prozent machen und auch den Winkel der Drehung genau angeben. Die Position können wir ebenfalls über die X- und Y-Achse genau bestimmen. Auch die inneren Abstände von eingefügtem Text können wir definieren. Außerdem können wir als Effekte noch einen Schlagschatten und eine Reflexion aktivieren. Reine Textfelder sind auch hier möglich. Diese lassen sich auch ohne Umwege in der Höhe anpassen.

Fazit
Der erste Punkt geht damit an Google Slides, das zusätzlich zu den gleichen Funktionen, die auch Powerpoint Online anbietet, noch weitere und genauere Anpassungen ermöglicht.

Formen in Powerpoint Online und Google Slides

2. Tabellen

Tabellen helfen vor allem Daten übersichtlich darzustellen und diese über die Zeilen und Spalten in Beziehungen zu setzen.

Powerpoint Online
In Powerpoint Online können wir mit der Maus einfach die Anzahl der Zeilen und Spalten markieren, um eine passende Tabelle einzufügen. Ähnlich den Styles für Formen, stehen uns auch hier vordefinierte Designs zur Verfügung. Über diese können wir per Klick die Farben wechseln und beispielsweise bestimmen ob es eine hervorgehobene Kopfzeile, letzte Zeile oder erste Spalte gibt. Die Tabellenlinien können wir nur begrenzt über die verschiedenen Vorlagen, aber nicht individuell anpassen. Ansonsten stehen uns die bekannten Tabellenfunktionen zur Verfügung, wie das Zusammenführen und Einfügen von neuen Zellen, das Positionieren des Textes darin und das Anpassen der Breite und Höhe.

Google Slides
Das Einfügen einer Tabelle funktioniert in Google Slides identisch der Vorgehensweise in Powerpoint Online. In Slides stehen uns keine vordefinierten Styles zur Verfügung, dafür können wir die Tabelle hier komplett individuell mit eigenen Farben, Rahmenbreiten usw. anpassen. Wie schon bei den Formen können wir auch hier Position und Textabstände innerhalb der Zellen genauer definieren, als in Powerpoint Online. Zusätzlich bietet uns Google Slides die Möglichkeit, Tabellen aus Google Sheets per Copy & Paste einzufügen und zu verknüpfen. Das hat den Vorteil, dass wenn jemand Zahlen bzw. Kalkulationen im Google Sheet anpasst, wir diese mit einem Klick auf einen Update-Button auch im Google Slide übernehmen können. So ist sichergestellt, dass wir immer die aktuellsten Zahlen in unserer Präsentation präsentieren, ohne diese manuell pflegen zu müssen.

Fazit
Bei den Tabellen kommt es ein bisschen auf die eigenen Vorlieben an. Powerpoint Online punktet mit einfach zu wechselnden Styles, Google Slides mit der kompletten Anpassbarkeit und der durchaus mächtigen Verlinkung von Google-Sheets-Tabellen.

Tabellen in Powerpoint Online und Google Slides

3. Smart Arts und Diagramme

Smart Arts und Diagramme setzen sich aus mehreren definierten Formen zusammen um auch komplexe Inhalte wie Prozesse, Strukturen und Abläufe visuell besser erklären zu können.

Powerpoint Online
Microsoft Powerpoint Online stellt sogenannte Smart Arts zur Verfügung. Diese sind in die Kategorien Listen, Kreislauf, Prozess und Hierarchie unterteilt. Fügen wir ein Smart Art ein, können wir in eine Aufzählungsliste den Text schreiben, der auf den Bausteinen des Smart Art sichtbar werden soll. Wie schon bei den Formen und Tabellen bietet uns Microsoft hier verschiedene Styles an, um die Farbe und das Aussehen anzupassen. Individuelle Farben sind hier nicht möglich. Dafür können wir einfach zwischen den verschiedenen Smart Arts wechseln, ohne dass der eingetragene Text verschwindet.

Google Slides
Statt der Smart Arts bietet uns Google Slides verschiedene Diagramme an. Google unterteilt diese in die Kategorien Raster, Hierarchie, Zeitachsen, Prozesse, Beziehung und Zyklus. Beim Erstellen können wir zwischen einigen Farben und der Anzahl der Ebenen bzw. Schritte wählen. Nach dem Einfügen können wir diese Diagramme komplett individualisieren. Das heißt wir können eigene Farben nutzen, Bestandteile verschieben, vergrößern, löschen oder kopieren. Im Gegensatz zu den Smart Arts wirken die Diagramme von Google von der Gestaltung und Komplexität wesentlich aufwändiger. Allerdings können wir hier nicht einfach zwischen den verschiedenen Typen hin und her wechseln, wie in Powerpoint Online.

Fazit
Auch bei diesem Punkt ist es schwer einen Sieger zu küren, da Powerpoint Online hier mit dem einfachen Wechsel zwischen den Darstellungsformen punktet, Google Slides aber auch hier wieder bessere Anpassungsmöglichkeiten bietet.

Smart Arts bzw. Diagramme in Powerpoint Online und Google Slides

4. Datendiagramme

Datendiagramme dienen anders als die Smart Arts hauptsächlich dazu Zahlen zu visualisieren. Typische Datendiagramme sind Balken-, Kreis- und Liniendiagramme, die man vor allem aus Excel und Sheets kennt.

Powerpoint Online
Die Funktion um Datendiagramme in Powerpoint Online einzufügen sucht man vergebens. Versuchen wir alternativ ein Datendiagramm von Excel Online zu Powerpoint Online hinüberzukopieren, wird dieses nur als starres Bild eingefügt, das wir auch nur als solches bearbeiten können.

Google Slides
In Google Slides können wir Balken-, Säulen-, Kreis- und Liniendiagramme per Klick einfügen. Das Diagramm können wir in Slides selbst, bis auf die Größe, nicht weiter bearbeiten, da es dort sozusagen nur angezeigt wird. Beim Erstellen eines Diagramms legt Google nämlich im Hintergrund ein Google Sheet an, in dem das eigentliche Diagramm und seine Daten wirklich liegen. Dieses wird dann in Google Slides eingefügt und mit dem Sheet verknüpft, wie es auch mit Tabellen möglich ist. Das bedeutet wir können sehr wohl sämtliche mögliche Anpassungen am Diagramm vornehmen. Dazu müssen wir nur per Klick aus Slides das verknüpfte Google Sheet aufrufen und können dann dort die Daten, die Balkenfarben, die Beschriftung, die Art des Diagramms usw. anpassen. Auf diesem Wege können wir auch noch weitere Diagrammtypen, wie Flächendiagramme und Streudiagramme, nutzen.

Fazit
Dieser Punkt geht eindeutig an Google Slides, da Powerpoint Online gar keine Datendiagramme unterstützt.

Datendiagramme in Powerpoint Online und Google Slides

5. Animationen

Animationen lassen Übergänge von Präsentationsfolien fließender wirken oder helfen bestimmte Elemente auf Folien besser hervorzuheben.

Powerpoint Online
Powerpoint bietet sowohl Animationen für die Übergänge der Präsentationsfolien als auch für die Elemente auf den Folien. Für die diversen Übergangsanimationen stehen uns unterschiedliche Effektoptionen zur Verfügung und wir können die Dauer der Animation einstellen.

Um Elemente auf den Folien zu animieren, stehen uns recht viele Animationstypen zur Verfügung. Diese sind aufgeteilt in Animationen zum Erscheinen, zum Verschwinden und zum Transformieren. Um beispielsweise die Drehrichtung oder den Grad der Transparenz anzupassen stehen uns je nach Animation auch hier einige Effekt-Optionen zur Verfügung. Die Reihenfolge in welcher Animationen abgespielt werden, können wir anpassen. Allerdings können wir nicht definieren, ob eine Animationen automatisch nach der vorherigen starten soll. Alle Animationen werden jeweils per Klick ausgelöst. Auch können wir offenbar einem Element jeweils nur eine Animation zuweisen. Das bedeutet wir können kein Element per Animation erscheinen und danach wieder verschwinden lassen, wir müssen uns in dem Fall für eines von beiden entscheiden. Eine direkte Vorschau der Animationen gibt es nicht. Dafür müssen wir jedes Mal die Präsentation starten.

Google Slides
Auch Google Slides bietet sowohl Animationen für Übergänge als auch für die Elemente auf den Folien. Für die Übergänge stehen uns etwas weniger, aber die grundlegenden Optionen wie Auflösen, Überblenden oder von einer Richtung Einblenden zur Verfügung. Wie in Powerpoint Online können wir auch hier die Geschwindigkeit anpassen.

Die Animationstypen für Elemente unterscheiden sich auch in Slides in Animationen zum Erscheinen, zum Verschwinden und zum Transformieren. Die Anzahl fällt hier ebenfalls etwas weniger üppig aus, als das in Powerpoint Online der Fall ist. Dafür können wir einem Element mehr als nur eine Animation zuweisen. Zusätzlich können wir auch bestimmen, ob die jeweilige Animation nach oder gleichzeitig mit der vorherigen oder erst per Klick starten soll. Auch hier können wir wieder die Geschwindigkeit für jede Animation festlegen. Google Slides bietet uns außerdem eine direkte Vorschau der Animationen, ohne dass wir den Bearbeitungsmodus verlassen müssen.

Fazit
Auch dieser Punkt ist schwierig zu vergeben. Aufwändige Animationen, wie sie zum Teil in der Desktop-Variante von Powerpoint möglich sind, bieten beide Online-Tools nicht an. Allerdings gilt bei Animationen eigentlich auch schon immer die Devise weniger ist mehr, da diese sonst zu stark vom Inhalt ablenken, statt diesen zu unterstützen. Powerpoint Online punktet mit mehr Animationstypen, kann aber jeweils nur eine Animation pro Element und diese nur per Klick abspielen. Google Slides punktet damit mehrere Animationen pro Element zuzulassen und diese auch automatisch abspielen zu können. Da ich diese Funktionen wichtiger finde als ein ggf. unnötiger Animationstyp mehr oder weniger, würde ich diesen Punkt an Google Slides vergeben.

Animationen in Powerpoint Online und Google Slides

6. Videos

Bilder sagen mehr als tausend Worte und ein Video mehr als tausend Bilder. Dementsprechend werden kurze Videos auch gerne in Präsentationen genutzt.

Powerpoint Online
In Powerpoint Online können wir nur Online-Videos per URL von beispielsweise YouTube einbinden. Das Video können wir anschließend wie ein Bild an den Eckpunkt vergrößern oder verkleinern. Ansonsten gibt es keine weiteren Bearbeitungsmöglichkeiten. Um das Video abzuspielen müssen wir die Präsentation starten. Hier verhält sich das Video dann wie als wenn es auf einer Website eingebunden wäre und wir können es per Klick starten. Anschließend können wir das Video über den Youtube-Player steuern. Der Vollbildmodus ist allerdings deaktiviert.

Google Slides
In Google Slides können wir Videos entweder direkt über die YouTube-Suche, per URL oder über das Google Drive einbinden. Der Vorteil ist hierbei, dass wir also auch Videos verwenden können, die z.B. nicht auf Youtube hochgeladen werden sollen. Das Video können wir anschließend wie in Powerpoint Online in der Größe anpassen und verschieben. Google Slides bietet uns allerdings noch zusätzliche Optionen an. So können wir über Zeiteinstellungen beispielsweise definieren, ob das ganze Video wiedergegeben werden soll oder es erst ab einer bestimmten Zeit starten oder enden soll. Damit können wir aus langen Videos ganz einfach nur bestimmte Videoabschnitte in unserer Präsentation zeigen, ohne hin und her spulen zu müssen. Auch können wir definieren, ob das Video automatisch starten soll und ob der Ton ausgeschaltet sein soll. Das Video können wir schon im Bearbeitungsmodus anschauen und auch der Vollbildmodus steht uns zur Verfügung.

Fazit
Beim Thema Videos punktet eindeutig Google Slides mit mehr Funktionen.

Videos in Powerpoint Online und Google Slides

7. Masterfolien & Folien-Layouts

Masterfolien dienen dazu in Präsentationen ein bestimmtes Layout vorzugeben. Soll beispielsweise das Unternehmenslogo auf allen Folien immer rechts oben angezeigt werden und nicht von den Nutzern aus Versehen gelöscht oder verschoben werden, sollte es auf der Masterfolie platziert werden. Auch kann man hier Unterfolien erstellen die verschiedene Layouts haben wie beispielsweise eine Folie mit einem großen Bild, eine Folie mit Text, eine Folie mit beidem gemischt usw.. Diese Layouts können dann im normalen Bearbeitungsmodus genutzt werden, wenn man ein neue Folie hinzufügen will. So kann ein einheitliches Design gewährleistet werden.

Powerpoint Online
Powerpoint Online bietet uns selbst keine Möglichkeiten Masterfolien zu erstellen oder zu bearbeiten. Es bietet nur einige standard Folienlayouts, die wir nicht verändern können. Wollen wir also eigene Masterfolien und Folienlayouts erstellen, sind wir wieder auf die Desktop-Variante von Powerpoint angewiesen. Die hier erstellten Masterfolien können wir dann als Teil einer Präsentation abspeichern und sie ins Onedrive hochladen. Von dort können wir die Präsentation dann mit Powerpoint Online öffnen und die Masterfolien und Layouts nutzen.

Google Slides
In Google Slides können wir unter dem Menüpunkt Ansicht auf die Masterfolien zugreifen. Hier können wir die Masterfolie und die Folienlayouts anpassen, sowie beliebig viele neue Folienlayouts hinzufügen und diese benennen.

Fazit
Auch hier punktet Google Slides, da Powerpoint Online im Gegensatz zu Google Slides keine eigene Funktion bietet, um Masterfolien und Folienlayouts anzulegen und zu bearbeiten.

Masterfolien in Powerpoint Online und Google Slides

8. Icons und Symbole

Icons und Symbole unterstützen Text schneller zu erfassen und sehen natürlich auch schick aus.

Powerpoint
Powerpoint bietet uns über den Menüpunkt Einfügen Zugriff auf eine Icon-Bibliothek. Hier können wir passende Icons aussuchen und diese direkt in die Präsentation einfügen. Anschließend können wir die Größe und Farbe der Icons in der Präsentation anpassen.
Auch Symbole können wir in Powerpoint Online hinzufügen. Hierfür müssen wir zunächst ein Textfeld erstellen und dann den Menüpunkt Symbol auswählen. Anschließend können wir aus einer sehr überschaubaren Auswahl von Symbolen auswählen.

Google Slides
Google Slides bietet uns im Standard keine Möglichkeit Icons aus einer Bibliothek auszuwählen. Hier müssen wir entweder über die Bildersuche im Web nach einzelnen Icons suchen oder das kostenlose Addon “Insert Icons for Slides” aktivieren. Ist das Addon aktiv können wir auch hier bequem über eine Sidebar ein passendes Icon suchen und in die Präsentation einfügen. Dabei können wir zwischen den Icon-Sets von Font Awesome und Material Design wählen. Hier müssen wir direkt eine gewünschte Farbe beim Einfügen auswählen. Dafür können wir auch in diesem Fall, im Gegensatz zu Powerpoint Online, eigene Farben verwenden. Symbole können wir auch ohne Add-on in Slides über den Menüpunkt “Sonderzeichen” einfügen. Hierbei stehen uns weit mehr Symbole zur Verfügung, als in Powerpoint Online. Über eine Zeichenfläche können wir auch Symbole, deren Namen wir nicht kennen, sehr schnell finden.

Fazit
Bei diesem Punkt würde ich keinen klaren Sieger bestimmen, da Powerpoint Online zwar eine sehr schöne Funktion für die Icons bietet, aber nur wenige Symbole. Google Slides wiederum bietet im Standard gar keine Icons, allerdings ist das kostenlose Add-on mit dieser Funktion schnell hinzugefügt und Slides punktet dafür mit sehr vielen Symbolen.

Icons in Powerpoint Online und Google Slides

9. Fragen und Antworten

Google Slides
In Google Slides können wir während einer Präsentation eine Fragen-und-Antworten-Session aktivieren. Hierbei wird über der Folie eine URL eingeblendet, über die unsere Zuschauer auf ein Portal gelangen, auf dem sie uns als Nutzer sichtbar oder auch anonym Fragen stellen können. Diese Fragen sind auf dem Portal für andere Nutzer sichtbar und können Upvotes und Downvotes erhalten. Als Vortragender sehen wir die Fragen mit den Votings in der Vortragenden-Ansicht und können entscheiden ob wir auf diese eingehen wollen. Dazu können wir bei einer Frage auf präsentieren klicken. Anschließend wird die Frage mit Nutzer, falls nicht anonym abgegeben, als Teil der Präsentation für alle Zuschauer angezeigt und wir können diese beantworten.

Fazit
Diese Funktion gibt es in Powerpoint Online aktuell nicht.

Fragen und Antworten in Google Slides

10. Proben mit Feedback

Powerpoint Online
In Powerpoint Online können wir die Präsentation proben und sie gleichzeitig dabei analysieren lassen. Dabei müssen wir zunächst das Mikrofon aktivieren. Danach können wir die Präsentation wie vor normalen Zuschauern halten. In einem kleinen Fenster in der Ecke bekommen wir Feedback zu unserer Präsentation angezeigt. Nachdem wir die Präsentation beenden, bekommen wir in einer Übersicht noch mal angezeigt, was gut war und was wir noch verbessern sollten. Ob diese Bewertung wirklich sinnvolles Feedback gibt, sei mal dahingestellt. In meinem Test wurde ich nur darauf hingewiesen möglichst "Uhmms" bzw. "Ähms" beim Sprechen zu vermeiden.

Fazit
Die Möglichkeit der Probe mit Analyse gibt es in Google Slides aktuell nicht.

Feedback in Powerpoint Online

11. Foliennummern

Foliennummern dienen der Strukturierung von großen Präsentationen und helfen bestimmte Folien auf Nachfrage oder ausgedruckt schnell wiederzufinden.

Powerpoint Online
Aktuell verfügt Powerpoint Online über keine Funktion für eine automatische Nummerierung der Folien. Hier müssen wir diese manuell über Textfelder einfügen.

Google Slides
In Google Slides können wir, ähnlich wie Seitenzahlen in Word oder Docs, Foliennummern einfügen. Hierbei können wir auswählen, ob die erste Folie bzw. Titelfolie übersprungen oder mitgezählt werden soll. Die Foliennummern erscheinen dann rechts unten auf den Folien, lassen sich aber auch beliebig verschieben.

Fazit
Hier punktet wieder Google Slides, da es die Funktion in Powerpoint Online nicht gibt.

Foliennummern in Google Slides

12. Benutzerdefinierte Farben

Bei den vorherigen Funktionen wie den Tabellen, Smart Arts und Icons ist diese Funktion schon immer mal wieder aufgetaucht. Da es aber gerade für Unternehmen ein sehr wichtiger Punkt vor allem für ein Präsentationstool ist, möchte ich hier noch einmal gesondert darauf eingehen. Jedes Unternehmen nutzt mindestens eine eigene Farbe. Manche Unternehmen nutzen Farben nur für das Logo und vielleicht die Website, andere besitzen unzählige Dokumente, Präsentationen und Werbematerialien, die alle mit diesen Farben ausgestattet sind. Dazu zählen natürlich auch Präsentationen. Hierdurch soll ein einheitliches Unternehmensbild und ein Wiedererkennungswert entstehen. Bekannteste Beispiele sind das Magenta der Telekom und das Gelb der Post.

Powerpoint Online
Wie auch Word Online und Sheets Online bietet uns Powerpoint Online nur ein Set von definierten Farben an. Diese können wir für Formen, Tabellen, Diagramme, Icons etc. nutzen. Es bietet uns jedoch keine Möglichkeit eine eigene Farbe anzugeben.

Google Slides
Google Slides bietet uns die Möglichkeit über die Farbpalette eigene Farben zu mischen oder was in dem Fall von Unternehmen häufiger vorkommen dürfte, einen Hexadezimal-Farbcode anzugeben. Dieser ist in der Regel in einem Styleguide des Unternehmens oder im Intranet vermerkt. So können wir unsere Präsentationen viel besser an das Unternehmensbild anpassen und wir müssen keine faulen Kompromisse bei Farbtönen eingehen.

Fazit
Da es keine Möglichkeit für eigene Farben in Powerpoint Online gibt, geht auch der letzte Punkt an Google Slides.

Farben in Powerpoint Online und Google Slides

Gesamtfazit

Um Präsentationen zu halten eignen sich beide Tools. Beide haben den Vorteil, dass man einfach über den Browser von überall auf sie zugreifen kann. Letztlich hat aber Google Slides mit acht Punkten und drei Unentschieden die Nase klar vor Powerpoint Online, das nur mit einer zusätzlichen Funktion punkten konnte.

Auch hier merkt man, dass Microsoft nur eine sehr abgespeckte Variante seines Präsentationstools in die Cloud gehoben hat, das weiterhin auf die Desktopversion von Powerpoint angewiesen ist. Google Slides bietet hingegen ein durchdachtes Nutzererlebnis mit sinnvollen Funktionen für Unternehmen und ist auf keine lokal installierten Anwendungen angewiesen.

Einige Funktionen wie die Kommentar- und Teilenfunktionen habe ich in diesem Vergleich nicht betrachtet, da ich diese bereits in vorherigen Vergleichen von Word Online mit Google Docs und Excel Online mit Google Sheets beleuchtet habe. Diese Funktionen verhalten sich in allen Online-Tools von Microsoft und Google gleich. Wenn du mehr darüber erfahren willst, schau doch mal in diese Vergleiche rein.

Beitrag als Video

Über Funktionen nur zu lesen, reicht Ihnen nicht aus? Alle Features, die wir oben diskutiert haben, greife ich auch im folgenden Video auf:

 

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Weiterführende Infos

Microsoft Excel Online vs. Google Sheets: Zwölf Funktionen im direkten Vergleich
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Office-365-Alternative: Wie sich Google mit der G Suite für Enterprise-Kunden positioniert


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