Software-Entwicklung: Jira und Bitbucket für VS Code

Entwickler nutzen zig verschiedene Tools für ihre Aufgaben und Prozesse, aber in den meisten Fällen ist der Code-Editor ihrer Wahl der Ort, an dem sie die meiste Zeit des Arbeitstages verbringen. Im Editor werden Ideen zu Code und schließlich zu Produkten, die an die Kunden ausgeliefert werden. Hier findet die produktive Arbeit statt.

Doch außerhalb des Editors gehen viele Stunden dabei drauf, zwischen Anwendungen und Kontexten hin und her zu wechseln, was wiederum mit diverser Problemen einhergeht. Womöglich schlüpft ein entdeckter Bug durch die Maschen, weil ein Entwickler vielleicht vergisst, einen Vorgang anzulegen. Oder ein Pull-Request eines Kollegen wartet lange darauf, deployt zu werden, weil bisher keine Zeit war, die Änderungen in Bitbucket zu reviewen.

Jira und Bitbucket in den Code-Editor integrieren

Angesichts dieser und ähnlicher Herausforderungen hat Atlassian in den eigenen Produktteams die Frage aufgeworfen, wie ein besseres Nutzererlebnis speziell für Entwickler aussehen kann. Konkret: Wie lassen sich Funktionen aus Jira und Bitbucket in einen Editor integrieren? Atlassian hat sich dazu entschieden, in einem ersten Schritt Visual Code Studio zu erweitern, den führenden plattformübergreifenden Open-Source-Editor.

Die erste Version der VS-Code-Erweiterung wurde Anfang 2019 ausgeliefert. In der Zwischenzeit konnten die Produktteams das umfangreiche Entwickler-Feedback nutzen, um die Integration zu verbessern und weitere Anwendungsfälle abzubilden. Aus dieser Weiterentwicklung ist die nun verfügbare App Atlassian for VS Code in den Versionen 2.0 und 2.1 hervorgegangen.

Diese Releases bieten nunmehr Support für die Server- und Data-Center-Versionen von Bitbucket und Jira und darüber hinaus diverse neue Konfigurationsmöglichkeiten. Damit schafft Atlassian for VS Code gute Voraussetzungen für eine fokussiertere Entwicklungsarbeit und für schlanke, zeitsparende Prozesse.

Jira-Vorgänge in VS Code

Der Jira-Vorgangs-Explorer zeigt im Standard alle offenen Vorgänge. Die Ansicht ist aber mithilfe von JQL-Abfragen anpassbar. Das bedeutet, dass Entwickler im Editor bleiben können, wenn sie die nächste Aufgabe sichten, einen Vorgangsstatus ändern, einen Kommentar hinzufügen oder eine Bearbeiterzuweisung anpassen wollen. Ein Systemwechsel zu Jira ist dafür nicht nötig.

Direkt in der Oberfläche lassen sich Vorgänge erstellen, ansehen und bearbeiten. Mit der App-Version 2.0 sind zudem weitere Optionen für häufig genutzte Felder hinzugekommen (beispielsweise die Zeiterfassung), sodass die Notwendigkeit, den Editor zu verlassen, noch seltener entsteht.

Pull-Requests und CI/CD-Pipelines in VS Code

Der Bitbucket-Pull-Request-Explorer zeigt sowohl die offenen Pull-Requests des Entwicklers als auch die ausstehenden Reviews, die er prüfen muss. Diese Features machen sich die native Diff-Funktionalität von VS Code zunutze und schaffen visuelle Konsistenz zwischen dem Code, den der Entwickler schreibt, und dem Code, den er reviewt.

Der Pipeline-Explorer wiederum stellt die einzelnen Builds im Bitbucket-Cloud-Repository dar. Hier können Entwickler Build-Logs im Kontext des Codes einsehen, um Probleme schneller zu beheben.

Deployment-übergreifende Unterstützung

Seit dem Release 2.0 der App ist es möglich, VS Code mit allen denkbaren Kombinationen aus Cloud-, Server- und Data-Center-Versionen von Bitbucket und Jira zu verbinden, um Vorgänge anzuschauen, Pull-Requests zu erstellen und so weiter.

Diese flexiblen Integrationsmöglichkeiten tragen dem Umstand Rechnung, dass die Systemlandschaft in vielen großen Software-Unternehmen in diverse On-Premise-Instanzen und Cloud-Systeme oder in Kombinationen aus beiden gesplittet ist. Sie alle in den Editor zu integrieren, ist nun kein Problem mehr.

Workflows durch Bitbucket-Jira-Verknüpfung

Mit dieser Grundlage ist es einfach, gängige Entwickler-Workflows abzubilden und ein reibungsarmes Nutzererlebnis zu schaffen, bei dem Entwickler im Kontext ihres Editors bleiben können und dabei Zeit sparen. Die Erweiterung automatisiert wichtige Jira-, Bitbucket- und Git-Aufgaben und bricht sie in einige wenige Schritte herunter.

Wenn der Entwickler mit der Bearbeitung einer Aufgabe beginnt, kann er aus der Vorgangsansicht den entsprechenden Button klicken. Dadurch werden gleichzeitig ein Git-Branch erzeugt und der Vorgang in den Status "In progress" transferiert.

Ganz ähnlich erfolgen die Erstellung eines Pull-Requests und die Transition des Vorgangs in den Status "In review" in einem Schritt. Nachdem der Pull-Request freigegeben wurde und die Pipeline durchlaufen hat, kann der Entwickler ihn mergen und damit den Vorgangsstatus erneut automatisch aktualisieren.

Im Rahmen eines nahtlosen Workflows ist der Lebenszyklus eines Vorgangs von der Idee bis zur Fertigstellung jederzeit sichtbar, ohne VS Code zu verlassen. Außerdem halten die Benachrichtigungen innerhalb des Tools über neue Vorgänge, Pull-Requests und Pipelines den Entwickler jederzeit auf dem neuesten Stand.

Vorgänge aus dem Code heraus erstellen und einsehen

Während der Arbeit an einem Feature kann es passieren, dass ein Entwickler ein Problem identifiziert, das jedoch nicht direkt mit seiner aktuellen Aufgabe zu tun hat - beispielsweise stellt er fest, dass eine angrenzende Funktion refakturiert werden könnte, um performanter zu sein. Im klassischen Szenario würde der Entwickler wohl handeln, indem er im Code einen Kommentar mit dem Inhalt // TODO hinzufügt.

Das ist für Kollegen, die diesen Code später bearbeiten, zwar hilfreich, aber für andere Beteiligte ist die Sichtbarkeit gering. Im Idealfall sollten Bugs und technische Schulden in Jira abgebildet werden, damit sie für das gesamte Team sichtbar sind.

Mit Atlassian for VS Code ist das anders. Wenn der Entwickler beginnt, einen Code-Kommentar zu schreiben, der eines von verschiedenen anpassbaren Kommentar-Präfixen enthält (TODO, BUG, FIXME, ISSUE etc.), wird er automatisch dazu aufgefordert, inline einen Vorgang anzulegen. Das bedeutet, dass er im Fluss seiner Arbeit bleiben kann, ohne dass Bugs in Vergessenheit geraten.

Außerdem bieten im Code enthaltene Vorgangsschlüssel direkt zusätzliche Informationen: Per Hover werden instantan Details angezeigt.

Dies sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie Atlassian for VS Code Software-Teams helfen kann, informiert zu bleiben, schneller voranzukommen und eine höhere Qualität auszuliefern, indem die App Jira und Bitbucket dorthin bringt, wo Entwickler die meiste Zeit verbringen. Die App steht auf dem Atlassian Marketplace bereit.

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Weiterführende Infos

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