Nachhaltigkeitsmanagement 1.0 – Ein Zwischenbericht

Seit meinem letzten Blogpost im November 2019 im Nachgang der Conscious-Capitalism-Konferenz in Berlin hat sich die Arbeit am Thema Nachhaltigkeit bei Seibert Media in kleinen und großen Schritten nach vorne bewegt. Es ist Zeit für einen Zwischenbericht im Hinblick auf drei Fragen:

  1. Aus welcher Ausgangsposition sind wir ins neue Jahr gestartet?
  2. Wie sieht unser Modus Operandi mittlerweile aus?
  3. Auf welche Meilensteine richtet sich unser Blick?

2020, Q1 - So sieht's aus

Die Conscious-Capitalism-Konferenz im September 2019 brachte uns den nötigen Reflexionsanstoß, um über uns und die Auswirkungen von Seibert Media auf unsere Umwelt nachzudenken. Während sich die Konferenz und das gesamte Konzept des CC besonders intensiv mit Themen wie Purpose und Leadership beschäftigen, entstand bei uns das größte Momentum im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit.

Dinge wie die Förderung des Jobtickets zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, unser Umstieg auf Ökostrom oder auch unsere Bemühungen, nur bei Caterern zu bestellen, die auf Einweg-Verpackungen verzichten, waren schon seit einiger Zeit im Prozess.

Was Seibert Media gut kann, ist berichten und Entwicklungen transparent machen. So kam es dazu, dass unser erstes Meetup zum Thema Bewusste Unternehmensführung und Nachhaltigkeit im Gespräch war, noch bevor sich unsere Nachhaltigkeits-Taskforce (mittlerweile möchte ich uns Team nennen) erstmals zusammensetzte.

Dass das eine super Idee war, wurde uns am 5. Februar klar, als mehr als 30 Externe im LuisenForum zu Besuch kamen, um unserem Keynote-Speaker Daniel Nowack (Yunus Social Business) und vier Impulsen zu den Themen Gemeinwohl-Ökonomie, Cradle to Cradle, Mitarbeitendeneinbindung und Nachhaltigkeitsmanagement bei Scholz & Volkmer zu lauschen. (Zur Videoaufnahme geht's hier entlang).

Unser Ziel war es, in die allgemeine Konversation rund um Nachhaltigkeit einzusteigen, einen Startschuss für uns intern zu setzen und regionale Kontakte zu knüpfen, um gemeinsam zu lernen und sich auszutauschen. Über das positive Feedback und die angeregten Gespräche im Nachgang haben wir uns im Organisationsteam umso mehr gefreut. Unser Plan sieht vor, dieses Jahr noch zwei weitere Meetups zu veranstalten.

Zusätzlich zu unserer Vernetzungsarbeit haben wir uns verschiedene Optionen der externen Unterstützung angeschaut, um zukünftig auch eine offizielle Bilanz unseres Nachhaltigkeitsmanagements vorweisen zu können. Im Rennen waren und sind Ökoprofit, der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) und die Gemeinwohl-Bilanz. Anfang des Jahres haben wir unsere feste Zusage zum Ökoprofit-Programm beschlossen und freuen uns nun auf die Teilnahme am Netzwerk zusammen mit anderen Unternehmen der Region. Innerhalb von acht Workshop-Tagen und vier Beratungsterminen vor Ort werden wir dadurch ab Mai die Möglichkeit haben, unser betriebliches Umweltmanagement in Bereichen wie beispielsweise Energie oder Abfallentsorgung auf den Prüfstand zu stellen.

Hier sind ein paar Impressionen vom Meetup Bewusste Unternehmensführung und Nachhaltigkeit am 5. Februar 2020:

Alltag und Team spielen sich ein

Es wird ernst! Das dachten wir uns vor einigen Wochen, als klar wurde, dass Kolleg:innen nicht müde werden, in unserem Google-Chatraum mit dem Namen "Nachhaltigkeit" fast täglich neue Themen einzukippen, die nach Aufmerksamkeit schreien:

"Wieso kaufen wir Tee, Müsli und Co. eigentlich nicht im Unverpacktladen ein?" - "Oh ja, sollten wir unbedingt angehen!"

"Inlandsflüge gehen gar nicht. Wir brauchen ein Verbot oder mindestens ein Kompensationskonzept, wenn nicht anders möglich." - "Definitiv. Wir sprechen mit den Betreffenden."

"Also, wir brauchen dringend mehr als einmal in der Woche vegane Gerichte auf der Karte." - "Wir sind dran."

Zu tun gibt es also einiges. Und natürlich wollen wir uns am liebsten die ganze Zeit mit den internen Verbesserungsoptionen befassen und Ideen umsetzen. Wie in jedem neuen "Projekt" sind wir aber zusätzlich noch fleißig dabei, uns selbst als Team zu organisieren, bei uns im Unternehmen die strategische Ausrichtung des Themas Nachhaltigkeit zu etablieren, Kontakte zu anderen Expert:innen und Interessierten zu knüpfen und weiter nach externer Unterstützung Ausschau zu halten - und das alles auf der Basis einer Teamzusammenstellung, in der jede:r außerhalb der Aktivität im Nachhaltigkeitsteam in einem anderen Fachbereich und Team als Designerin, Entwickler, Agile Coachin usw. beschäftigt ist.

Aktuell sind wir ein mehr oder weniger festes Team von acht Menschen, die sich entsprechend ihrer temporären Möglichkeiten mit Herz und Seele einbringen. Unser Modus Operandi baut auf unregelmäßige Termine (ungefähr alle zwei Wochen) und asynchrone Kommunikation im Chat sowie unsere Eigenverantwortung auf, zwischenzeitlich To-dos abzuarbeiten, die verteilt wurden.

Neuerdings versuchen wir, unsere Meetings mithilfe einer "Themenmarkt"-Seite in Confluence zu strukturieren, die wir alle zwischen den Meetings befüllen können. Außerdem findet sich auf einer weiteren Seite eine Übersicht aller Ideen aus dem Unternehmen, auf der ersichtlich ist, was bereits in Arbeit ist und was sich noch im Ideenstatus befindet. Langfristig planen wir für unsere interne Organisation, auf ein Jira-Board umzusteigen, halten unsere Projektarbeit gerade aber noch für zu wenig ausgereift, um ein Projektmanagement-Tool einsetzen zu wollen.

Bei aller Motivation im Team ist es eine wichtige Voraussetzung, Rückendeckung durch Kollegen und Kolleginnen zu erfahren. Anfang des Jahres haben wir deshalb noch einmal mit verschiedenen Stakeholdern aus unseren Teams und aus der Geschäftsführung abgeglichen, wie wir uns unseren Einsatz für das Thema vorstellen. Seither sind wir noch stabiler unterwegs, haben einen Nachhaltigkeits-Bereich in unserem Intranet veröffentlicht und berichten in unserem Microblog über aktuelle Entwicklungen.

Unsere größte Herausforderung liegt aktuell darin, dass niemand von uns zu 100 Prozent am Thema arbeitet, sondern jede:r parallel den Arbeitsalltag im Fachteam bestreitet. Zusätzlich müssen wir weiterhin lernen, wie wir den Ideenfluss im Unternehmen am besten auffangen und bearbeiten können. Und ein paar einzelne Kollegen und Kolleginnen werden sicherlich noch weiterhin Gesprächsbedarf ob der Sinnhaftigkeit unserer Aktivitäten haben, sodass wir auch hierfür weiter Energie zur internen Kommunikation aufbringen möchten.

Was kommt

Ganz viel Erwartetes und Unerwartetes, könnten wir wahrscheinlich sagen. Im Mai starten die Termine im Rahmen des Ökoprofit-Programms. Ab April wollen wir die Vorbereitung für das zweite Meetup im frühen Sommer angehen. Der Termin wird voraussichtlich im Juni stattfinden. Anmeldungen laufen dann wie beim letzten Mal über die Meetup-Gruppe Conscious Capitalism: Nachhaltige und bewusste Unternehmen. Momentan sieht es danach aus, dass wir uns dieses Jahr auch für eine weitere der ausstehenden externen Unterstützungsoptionen entscheiden, um noch effektiver voranzukommen.

Bis zum nächsten Update freuen wir uns über jegliche Möglichkeiten, unsere Erfahrungen auf der Nachhaltigkeitsreise (natürlicherweise ein Weg ohne Zieldestination) zu teilen und von anderen zu lernen, die sich schon länger auf der Reise befinden!

Weiterführende Infos

Podcast: Einführung zu Conscious Capitalism
Kann Kapitalismus bewusst sein?
Seibert Media und Conscious Capitalism
Nachhaltigkeit und so: der eigene CO²-Fußabdruck und die Mobilität


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