Agilität neu denken: Durch kollegiale Führung den Spagat zwischen Chaos und Konzern meistern

Am 17. März 2021 hat das zweite Treffen der Agile Usergroup Rhein-Main in diesem Jahr stattgefunden – einmal mehr komplett remote. Um dennoch den ursprünglichen Network-Gedanken der Veranstaltungsreihe digital abzubilden, haben wir wonder.me genutzt. So hatten alle, die dabei waren, die Möglichkeit, sich intuitiv in einem virtuellen Raum zu bewegen und ganz unkompliziert mit anderen Anwesenden ins Gespräch zu kommen. Auf diese Weise konnte der persönliche Austausch, der die Agile Usergroup seit Jahren ausmacht, auch in die Pandemiezeit transferiert werden.

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Agile Organisationsentwicklung mit kollegialer Führung

Bei der jüngsten Zusammenkunft der Agile-Interessierten aus unserer Region stand das Thema agile Organisationsentwicklung im Mittelpunkt. Den Anfang machte Ralf Janssen, Gründer und Geschäftsführer der Organisationsberatungsagentur Kompano, mit seinem Impulsvortrag über das Konzept der kollegialen Führung.

Kollegiale Führung (nicht zu verwechseln mit dem kollegialen Führungsstil) ist ein Ansatz, der auf herkömmliche Hierarchien verzichtet und stattdessen Führungsarbeit dynamisch und dezentral auf mehrere Mitarbeitende verteilt. Das Ziel der kollegialen Führung ist es, ganze Unternehmen selbstorganisiert zu steuern.

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Bildquelle: Kompano Entwicklungsberatung

Wie sieht das in der Praxis aus?

Im Anschluss an den Impulsvortrag haben Jo Seibert und Sarah Boost gezeigt, wieso das Konzept der kollegialen Führung auch für Seibert Media sinnvoll ist. Bei starkem Wachstum und nunmehr rund 200 Angestellten stehen wir vor neuen Herausforderungen. Es ist spürbar eine Grenze erreicht, die es nötig macht, neue Entscheidungsstrukturen zu schaffen, die über die herkömmliche Teamorganisation hinausgehen.

Agilität alleine reicht einfach nicht mehr aus, um sich bei der aktuell erreichten Größe effizient zu koordinieren. Dennoch ist der klare Wunsch da, die kurzen, selbstorganisierten Wege beizubehalten, um die Dynamik unserer Organisation nicht zu bremsen und die individuellen Stärken und Erfahrungen der Menschen im Unternehmen in die Entscheidungsfindung zu integrieren.

Zunächst geht es vor allem darum, neue Entscheidungsstrukturen zu schaffen und zu klären, wer mit wem kommuniziert. Die Lösung besteht jetzt darin, fluide Entscheidungskreise zu bilden, die sich selbstorganisiert koordinieren und iterativ weiterentwickelt werden.

Solltet ihr den Livestream verpasst haben, habt ihr hier die Möglichkeit, die Aufzeichnung des Talks anzuschauen:

Und wie geht es jetzt weiter?

Wir laden euch ein, uns auf der Reise zu einer kollegial geführten Netzwerkorganisation zu begleiten. In unserem neuen Podcast "Echt jetzt? Seibert Media denkt Agilität neu!" geben wir euch Einblicke in unsere neue Organisationsstruktur und zeigen euch, was der Wandel für uns und alle Beteiligten bedeutet.

Euch erwarten ehrliche, ungeschönte Gespräche über persönliche Spannungsfelder, häufige Fehler und unsere Erfahrungen. Wir hoffen, Andere durch unsere Erfahrungen zu inspirieren und zu ermutigen, vielleicht ähnliche Schritte auszuprobieren – oder auch ganz andere neue Wege einzuschlagen.

=> Hier kommt ihr zum Podcast.

Möchtest du noch mehr darüber wissen, wie wir uns und unsere Arbeit organisieren? Gute Gelegenheiten, bei uns reinzuschnuppern, sind unser monatlicher Tag der offenen Tür (OpenOffice) und unser regelmäßiger TechTalk. Beides findet momentan rein digital statt, aber auch auf diese Weise erhältst du bestimmt interessante Einblicke, die vielleicht Lust auf mehr machen – beispielsweise einen neuen Job!

Weiterführende Infos

Common Leadership: Wo wir beim Thema “agile Führung” unsere Akzente setzen
Extreme Agile Leadership: Kooperative Führung in einer agilen Organisation
Führung durch "I intend to"
Agile Leadership: Nützlicher Ansatz für moderne Führung oder gefährliche Denkfalle?


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