Atlassian Cloud: Graduelle oder vollständige Migrationsansätze für Enterprise-Kunden

Atlassian CloudAnfang des Jahres hat Atlassian final und unmissverständlich klargestellt, wo sie die Zukunft von Jira, Confluence und Co. sehen, nämlich in der Cloud. Die Weiterentwicklung der Server-Produktreihe ist mittlerweile eingestellt und als On-Premise-Option gibt es nur noch das Data-Center-Deployment. Viele Kunden evaluieren deshalb den Umstieg auf Atlassians Cloud-Produkte.

Hier gibt es im Wesentlichen zwei Vorgehensoptionen: den inkrementellen Ansatz, bei dem nicht gleich die ganze Organisation umsteigt, und die direkte Vollmigration. Beide Alternativen haben ihre Vor- und auch Nachteile.

Ein gradueller Weg

Nicht für alle Unternehmen kommt sofort eine komplette Umstellung auf Atlassian Cloud in Frage. Dem können externe Regularien, Compliance-Aspekte, erhöhte Sicherheitsanforderungen und andere Hürden entgegenstehen. Ein gradueller Migrationsansatz in Stufen könnte eine gute Alternative für diese Unternehmen sein, die mit den Cloud-Produkten liebäugeln, aber aktuell noch keinen unternehmensweiten Umstieg realisieren können oder wollen.

Mit dieser hybriden Deployment-Strategie ist es möglich, einige On-Premise-Instanzen zu behalten (Server oder Data Center) und währenddessen andere Instanzen in die Cloud zu migrieren. Dadurch können Unternehmen in einigen Bereichen von den Vorteilen der Cloud profitieren, während sie in anderen Bereichen die Kontrolle behalten, die für bestimmte Sicherheits- und Compliance-Anforderungen nötig ist.

Dieser Ansatz ist nicht nur für Organisationen sinnvoll, die aus unterschiedlichen Gründen (noch) nicht komplett auf Atlassian Cloud umsatteln können, sondern auch für Unternehmen, in denen es autonom operierende Teams oder Organisationseinheiten gibt, die mit dem Cloud-Umstieg beginnen können, während die anderen zunächst weiterhin bei den selbst betriebenen Server- oder Data-Center-Systemen bleiben.

Zwar kann die Administration zwischen unterschiedlichen Plattformen eine recht komplexe Aufgabe sein, doch Atlassian nimmt kontinuierlich Verbesserungen unter anderem in der Bereichen Nutzermanagement und Sicherheit vor, um die Situation zu entzerren. Dies sind einige Features im Deployment-übergreifenden Bereich, die Kunden helfen, sowohl Cloud- als auch Server- bzw. Data-Center-Instanzen zu verwalten:

  • Konsolidiertes Nutzermanagement: Die Verwaltung der User gehört in einer Multi-Deployment-Umgebung zu den schwierigsten Aufgaben für IT-Teams. Diese Situation wird dadurch entschärft, dass es es eine zentrale Stelle für die Nutzerverwaltung gibt und dass SSO sowohl für Cloud- als auch für On-Premise-Produkte verfügbar ist.
  • Datenkompatibilität: Die Nutzerdaten der Cloud- und der Server- bzw. Data-Center-Produkte sind oft inkompatibel, was die übergreifende Administration weiter erschwert. Um sie zu vereinfachen, arbeitet Atlassian an einer Lösung, die es erlaubt, die Nutzerdaten so abzubilden, dass sie konsistenter mit den Cloud-Lösungen sind.
  • Sichere Konnektivität: Häufig geäußerte Bedenken von Kunden beziehen sich auf die Sicherheit der Verbindung zwischen den Cloud- und den On-Premise-Produkten. Auch hier arbeitet Atlassian an einer Lösung, um beide Deployments nahtlos zu verknüpfen, ohne die Sicherheit zu vernachlässigen.

Mit diesen Funktionen sollen Deployment-übergreifende Szenarien für Atlassian-Kunden besser zu managen sein, sodass eine stufenweise Cloud-Migration deutlich reibungsärmer vonstatten gehen kann.

Die folgende Tabelle zeigt einige Aspekte, die bei der Evaluation einer graduellen Migration berücksichtigt werden sollten:

Vorteile Nachteile
  • Erlaubt den weiteren On-Premise-Betrieb, wo er nötig ist (z.B. in bestimmten Teams, Organisationseinheiten, Standorten)
  • Ermöglicht Pilotprojekte einzelner Teams, denen andere dann folgen können
  • Bietet die Gelegenheit, "Quick Wins" der Cloud-Adaption zu demonstrieren
  • Begrenzte Zusammenarbeit zwischen Cloud- und On-Premise-Instanzen
  • Erhöhte Anforderungen an das Nutzermanagement
  • Längere Migrationsdauer

Der vollständige Umstieg

Ein gradueller Ansatz ist eine gute Option für Organisationen, die einen sanften Übergang zu Cloud-basierten Lösungen wünschen und/oder brauchen. Andere Unternehmen machen es lieber kurz und schmerzlos und vermeiden dabei die Herausforderungen, unterschiedliche Deployments verwalten zu müssen.

Die letztere Alternative verspricht sowohl Endnutzern als auch Admins ein besseres Nutzererlebnis. Zwar ist der Migrationsprozess für Enterprise-Unternehmen komplexer, aber Atlassian bietet hier zahlreiche Ressourcen und Hilfestellungen, um die Transition so sanft wie möglich zu machen.

Wenn eine Gesamtmigration in die Cloud vorgesehen ist, kann damit allerdings ein hoher Skalierungsbedarf einhergehen – gerade auf Konzernebene. Für solche Organisationen, die eine sehr große Nutzerbasis unterstützen müssen, besteht die Möglichkeit, mehrere Cloud-Instanzen zu erstellen, um die Atlassian-Produkte für bis zu 100.000 User (und darüber hinaus) zu skalieren.

Der Enterprise-Plan für Atlassian Cloud bietet unbegrenzt viele Instanzen. Ein Unternehmen hat also die Möglichkeit, so viele Systeme aufzusetzen, wie es benötigt – zum Beispiel für unterschiedliche Teams oder Standorte. Diese Arbeit mit separaten Instanzen kann eine gute Option sein kann, wenn eine Organisation aus unabhängigen Teams oder Einheiten besteht. Und mit dem Lizenzmodell auf Nutzerbasis zahlt der Kunde nur für die tatsächlichen Anwender, egal auf wie viele Instanzen sie Zugriff haben.

Dann können die Cloud-Instanzen nach Funktionen (Marketing, Software-Entwicklung etc.), nach Standorten oder Geschäftseinheiten aufgeteilt werden. Sofern es im Unternehmen natürliche Abteilungen bzw. Einheiten gibt, ist dieses Vorgehen ein einfacher und praktikabler Ansatz.

Damit diese Transition sowohl für die Endnutzer als auch für die Administratoren möglichst reibungslos läuft, hält Atlassian eine Reihe hilfreicher Features vor. Der zentralisierte Admin-Hub und die in den Enterprise-Tarif integrierte Identitätsmanagement-Lösung Atlassian Access vereinfachen die User-Verwaltung über Instanzen hinweg. Smart Links und die Homepage start.atlassian.com helfen Usern, leichter zwischen unterschiedlichen Instanzen zu navigieren.

In der folgenden Tabelle sind einige Pros und Contras der Vollmigration im Vergleich zu einem stufenweisen Vorgehen aufgeführt:

Vorteile Nachteile
  • Abbildung des tatsächlichen Skalierungsbedarfs im Rahmen eines Multi-Instanz-Ansatzes
  • Zentralisiertes Sicherheits- und Nutzermanagement
  • Schnellere Migration
  • Weniger Möglichkeiten für Learnings im Hinblick auf Migrationsfragen als beim graduellen Ansatz

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