SAFe und ein Weg zu “reifen” Features im PI-Planning

Ohne PI-Planning ist SAFe nicht denkbar. Doch was ist zu tun, wenn Commitments aus dem PI-Planning nicht eingehalten werden können? Diese Frage hat Matthias Opitz in seinem Beitrag bei der Tools4AgileTeams-Konferenz im Dezember 2020 aufgeworfen. Er setzt als Scrum Master und Release Train Engineer (skalierte) agile Vorhaben um; seit 2015 beschäftigt er sich intensiv mit SAFe. Unten ist das Video zum Vortrag zu sehen.

Schneller ist nicht besser: unreife Features und andere Stolpersteine

Welche Gründe gibt es also dafür, dass die notwendige Planungsreife von Features nicht erreicht wurde? In seiner Session macht Matthias sich auf Ursachensuche und zeigt anhand eines konkreten Beispiels auf, welche Wege es gibt, die Ergebnisse deutlich zu verbessern. Dazu stellt er ein Tool vor, das unkompliziert eingesetzt werden kann, um die fachlichen Anforderungen für das PI-Planning gut vorzubereiten. Diese Anwendung ist Confluence-basiert und unterstützt Teams dabei, Probleme zu erkennen und notwendige Maßnahmen zu ergreifen.

Eine häufige Ursache für unreife Features sieht Matthias in einem Ungleichgewicht zwischen Planung und Teams. Ist der Fokus allein auf die Teams gerichtet, die agil arbeiten sollen, wird oft übersehen, dass die Planung weiterhin klassisch top-down organisiert ist. Die Folge? Teams, vor allem neue Teams, fügen sich dem klassischen Push-Prinzip, was zu unreifen Features führt, die dann in der Umsetzung nicht eingehalten werden können. Dieser Push führt zu Masse statt Qualität. Und dieses Vorgehen ist auch nicht konform mit den Grundlagen von SAFe, die besagen, dass der Input Qualität haben muss, sonst kann auch keine Qualität geliefert werden. Unreife Features nachträglich zu verbessern, ist mühsam und nicht immer erfolgreich.

Anforderungen, die machbar sind, und ein Tool, das bei der Planung hilft

Besser ist es, vor Beginn des PI-Plannings genau hinzuschauen und die fachlich richtigen Features zu identifizieren. Schneller ist eben nicht immer besser. Und was gut aussieht, muss nicht immer gut sein. Die Komplexität von Anforderungen muss vorher diskutiert werden. Matthias fordert: "Es muss möglich sein, dass auch neue Teams Nein sagen dürfen!"

Ein zu schnelles Ja führt vor allem bei neuen agilen Teams, die viel Erfahrung im Top-down-Umfeld haben, zu Überplanung und Problemen bei der Umsetzung. Matthias bemerkt aus seiner Erfahrung heraus: "Zu viel eingeplante Arbeit bringt den Fluss der Arbeit tatsächlich ins Stocken."

In seinem Beitrag zeigt er anhand eines konkreten Beispiels aus seiner Arbeit mit agilen Teams, welche Maßnahmen wichtig sind, um sicherzustellen, dass die Features qualitativ gut, sinnvoll und machbar sind. Welches Confluence-basierte Tool er für seine Teams verwendet, um auf einfache, aber effektive Weise den Prozess zu unterstützen, verrät er ebenfalls. Hier ist die Aufzeichnung:

Tools4AgileTeams 2021 am 2. und 3. Dezember

Der Termin für die diesjährige Ausgabe der T4AT steht fest: Die Konferenz wird am 2. und 3. Dezember stattfinden, und wir hoffen natürlich, dass wir das Event im Herbst dann wieder von Angesicht zu Angesicht und mit persönlicher Begegnung begehen können! In den nächsten Wochen wird es weitere inhaltliche und organisatorische Infos geben – auf der Konferenz-Website und hier im Blog werden wir euch dann mit allen Details versorgen.

Weiterführende Infos

Tools4AgileTeams 2020: Teilnehmerstimmen und Feedback zur digitalen Konferenz
Neu in Agile Hive: SAFe-Kanban-Teams und Optimierung der Report-Performance
We Run On Agile – Fachbuch über Agile-Skalierung mit SAFe und digitaler Transformation
Best Practice RTE: Wie Skalierung mit SAFe gelingt