SAFe-Implementierungs-Roadmap Teil 4: Den Implementierungsplan erstellen

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Bisher haben wir in dieser Serie über die zwölf Schritte der Implementierung von SAFe vorwiegend über konzeptionelle Aspekte gesprochen. Nun wollen wir zum ersten Mal tatsächliche Veränderungen in unseren Teams initiieren. Die Erstellung unseres Implementierungsplans bildet den Start unserer praktischen Aktivitäten. Dabei durchlaufen wir gemäß der Website von Scaled Agile drei übergreifende Schritte:

  1. Den ersten Value Stream wählen
  2. Den ersten Agile Release Train (ART) wählen
  3. Einen vorläufigen Plan für zusätzliche ARTs und Wertströme erstellen

Den ersten Value Stream wählen

Bei der Wahl des ersten Wertstroms gibt es kein Richtig oder Falsch. Ein Unternehmen hat sich entschieden, die Methoden und Prinzipien von SAFe einzuführen, weil die gesamte Organisation besser werden soll – und nicht nur ein Teil. Bei der Wahl des ersten Wertstroms ist es meist sinnvoll, ein einzelnes initiales Ziel zu setzen, auf das wir uns voll und ganz fokussieren können.

Sobald unsere Lean-Agile Leader, SAFe Program Consultants (SPCs) und die Mitglieder des Lean-Agile Centers of Excellence (LACE) ihren Value Stream gewählt haben, müssen sie sich tiefer in die Details einarbeiten. Wer sind die Hauptakteure in diesem Wertstrom? Worin besteht der Wert, den sie welchen Produkten und Diensten hinzufügen? Wie funktioniert die Erfolgsmessung?

SAFe bietet ein praktisches Canvas, um alle nötigen Informationen zusammenzutragen:

Ein Canvas für die Beschreibung von Entwicklungswertströmen, (c) Scaled Agile Inc.

Die Ermittlung all dieser Details wird etwas Arbeit erfordern. Das Team muss wissen, wie die Menschen im Value Stream heute arbeiten und wie sie in Zukunft arbeiten sollten. Und diese Aufgabe sollten wir nicht auf die leichte Schulter nehmen, sie kann durchaus mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Den ersten ART wählen

Die Suche nach dem ersten ART mag zunächst einfach erscheinen. In manchen Fällen ist der erste Value Stream gleich auch der erste ART. Wenn die Entwicklungswertströme aber größer sind, müssen wir andere Leader und Stakeholder einbeziehen. Idealerweise ist der erste ART einer, mit dem wir einen "Quick Win" erzielen können. Im Hinblick auf das Ziel für den ersten ART treffen häufig diese vier Charakteristika zu:

  • Leadership Support: Leader, die bereits Erfahrung mit Agile haben und die vielleicht schon in das LACE involviert sind.
  • Klare Produkte oder Lösungen: Etwas, das das Unternehmen verkauft oder als von hohem Wert einschätzt; in der Regel ein Produkt oder ein Dienst, das bzw. der externen Kunden angeboten wird.
  • Zusammenarbeitende Teams: Der ART sollte mehrere Teams umfassen, die eng zusammenarbeiten und willens sind, den Sprung ins SAFe-Wasser zu wagen.
  • Signifikante Herausforderung und Chance: Ein schwieriges Thema, idealerweise eine bestehende große Herausforderung oder Chance, gleich am Anfang erfolgreich anzupacken, wird helfen, Akzeptanz und eine breitere Adaption zu generieren. Es sorgt für schnelle Erfolge und führt rasch zu guten Ergebnissen.

Einen vorläufigen Plan für zusätzliche ARTs und Wertströme erstellen

Es ist wichtig, dass die Change Agents als geschlossene Agile-Einheit arbeiten und auftreten und vorleben, was sie predigen. Auf diese Weise beginnen sie mit der Etablierung ihres Plans, wobei nichts in Stein gemeißelt ist. Das Team lernt und wächst auf Basis seines ersten Value Streams und ARTs. Ein weiterer positiver Effekt: Veränderung ist ansteckend. Die Mitglieder anderer Value Streams und ARTs werden die Veränderungen interessiert zur Kenntnis nehmen und nach Tipps, Erfahrungen und Tricks fragen. Hier ist das LACE unerlässlich.

Im nächsten Schritt sollten die Change Agents weitere Stakeholder und Leader zum PI-Planning einladen. Das kann durchaus bereits dann passieren, während der erste ART noch anläuft. Wenn das Team fühlt, wie das Momentum entsteht, ist es an der Zeit, Mitglieder aus anderen Teams hinzuzuziehen, um die Roadmap für den Rest der ARTs zu planen.

Bevor wir uns voll auf die Roadmap verpflichten, sollte unser Team sicherstellen, dass der erste ART erfolgreich ist. Die Metriken zur Erfolgsmessung werden sich von Unternehmen zu Unternehmen unterscheiden, aber der zusätzliche Wert sollte in jedem Fall für die Stakeholder offensichtlich sein.

Im demnächst erscheinenden Folgebeitrag bereiten wir dann den Launch unseres ersten ARTs vor.

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