Die SAFe-Implementierungs-Roadmap Teil 6: Teams schulen und den ART launchen

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Alle Schritte, die wir in den vorangehenden Beiträgen der Serie beschrieben haben, laufen darauf hinaus, unseren ersten Agile Release Train (ART) ins Leben zu rufen. Das Stadium, das wir uns nun vornehmen, ermöglicht es uns endlich, von den tatsächlichen Vorteilen der Transformation zu profitieren.

Dabei müssen wir uns dessen bewusst bleiben, dass wir die Kultur und die Arbeitsweisen unserer Organisation dramatisch verändern. Dafür brauchen wir erstens das Commitment und aktive Engagement unserer wichtigsten Stakeholder. Zweitens ist ein kontinuierliches Training und Coaching entscheidend, um das neue Wissen und die neuen Fertigkeiten zu festigen und zu perfektionieren.

Training

Nun ist die Zeit gekommen, dass die Mitglieder unserer agilen Teams ihre Rollen im ART vollumfänglich verstehen. Diese Personen sind diejenigen, die die Lösung oder die Lösungen unseres Unternehmens designen, entwickeln, betreiben und finanzieren. Deshalb ist es wichtig, dass sie individuell und kollektiv wissen, wo genau sie im ART stehen.

Scaled Agile, die Entwickler von SAFe, bieten in diesem Zusammenhang ein zweitägiges Training an, das alle Aspekte abdeckt, die das Team braucht, um erfolgreich zu agieren. Zu den Inhalten dieses Trainings gehören die Grundlagen von Agile, die Scrum-Elemente, das PI-Planning und weitere SAFe-Events sowie der Aufbau von Kanban-Boards für das Story-Tracking. Außerdem nehmen die Teams an einem Backlog Grooming teil, das unter anderem zur Vorbereitung des kommenden PI-Plannings dient.

Falls unsere Teams bereits in der agilen Zusammenarbeit erfahren sind, wird sich womöglich Widerstand gegen ein solches Training regen, weil es vielleicht als unnötige Zeitverschwendung wahrgenommen wird. Doch es gibt viele Elemente bei der Agile-Skalierung, die auch für erfahrene agile Teams zumindest in Teilen neu sein werden, darunter die folgenden:

  • Die Rolle des Teams im PI-Planning, beim Inspect & Adapt und in der PI-Iteration
  • Die Partizipation an der System-Demo
  • Die Arbeit mit Features, User-Stories und Akzeptanzkriterien, um das Systemverhalten zu definieren und zu validieren
  • Story-Points als Maß der Velocity
  • Der Fluss von Arbeit durch Kanban-Systeme
  • Zusammenarbeit mit anderen Teams und Rollen inklusive Produktmanagement und Systemarchitektur
  • Anwendung von Qualitätssicherungspraktiken wie Continuous Integration, Test-first-Konzepten mit Testautomatisierung sowie Pairing
  • Aufbau des größeren Team of Teams, das den ART konstituiert

Im Hinblick auf die Größe des Trainings empfiehlt Scaled Agile eine große Gruppe von bis zu 100 Leuten (Big Room Training). Die Vorteile sind auf der Website ausführlich dargestellt. Doch letztlich hängt der personelle Umfang des Trainings von den individuellen Bedürfnissen ab: Jede Medaille hat zwei Seiten und mehrere Wege können zu einer erfolgreichen SAFe-Implementierung führen.

Launch

Die nächste Stufe ist der Launch des ARTs. Wie schon in vorangehenden Artikeln erwähnt: Es gibt hierfür keinen fixen, allgemeingültigen Zeitpunkt oder Prozess, aber SAFe-Praktiker raten, die Woche bis zum Go-live wie folgt zu gestalten:

Die Woche vor der ART-Launch, (c) Scaled Agile Inc.

Auf den ersten Blick ist das sehr viel für eine Woche. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es hier nur um einen einzelnen ART und seine Beteiligten geht und nicht um die gesamte Organisation. Wenn wir diesen pragmatischen Ansatz für jeden ART verfolgen, erhöhen wir unsere Erfolgsaussichten.

Das PI-Planning in der Mitte dieser reichlich gefüllten Woche ist der Kern der Vorbereitung. Dieses Meeting hilft beim Aufbau der Backlogs, sodass wir wissen, auf welche Features und Stories wir uns in den nächsten Wochen fokussieren werden. Die Metriken für eine erfolgreiche Planning-Session sind der SAFe-Website zufolge diese:

  • Aufbau von Vertrauen und Begeisterung für die neuen Arbeitsweisen
  • Initialzündung des ARTs als "Team of agile Teams"
  • Schulung der Teams im Hinblick auf die Übernahme von Verantwortung für die Planung und Auslieferung
  • Herstellen von voller Transparenz bezüglich der Mission und des Kontextes des Programms
  • Demonstration des Commitments der Lean-Agile Leader zur SAFe-Implementierung

Der beschriebene Schritt wirkt zunächst vielleicht etwas abschreckend, aber mit der richtigen Vorbereitung und den richtigen Werkzeugen sollte einem erfolgreichen ART-Launch nichts im Wege stehen. Im nächsten Artikel widmen wir uns dann dem Coaching im Hinblick auf die ART-Ausführung.

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