Die SAFe-Implementierungs-Roadmap Teil 7: Coaching der ART-Ausführung

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In dieser zwölfteiligen Serie von Blogposts gehen wir die zwölf Stadien der SAFe-Implementierung durch, die die Entwickler des Scaled Agile Frameworks skizzieret haben.

Die Hälfte der Schritte auf dem Weg zur umfassenden Implementierung liegen nun hinter uns. Zu diesem Zeitpunkt haben wir viele der größeren Aufgaben erledigt. Wir haben unsere Teams trainiert, unser erstes PI-Planning durchgeführt und sogar schon den ersten Agile Release Train (ART) ins Rollen gebracht.

Doch nur weil unsere SAFe Program Consultants (SPCs) die Teams geschult haben, bedeutet das nicht zwingend, dass ab jetzt alles reibungslos seinen agilen Gang geht. Die SPCs müssen weiterhin involviert bleiben, nachdem der erste ART gelauncht ist. Die agilen Teams müssen beständig an der Verfeinerung und Perfektionierung ihrer Fähigkeiten und Prozesse arbeiten, und die SPCs müssen verfügbar sein, um sie dabei zu unterstützen. Unter anderem deshalb sollte das Lean-Agile Center of Excellence (LACE) eine konzentrierte Aktion starten, um die Leute in der agilen Ausführung zu trainieren.

Unser Unternehmen hat inzwischen Zeit und Geld in signifikantem Umfang in die Schulung unserer SPCs und Lean-Agile Leader investiert; nun ist die Zeit gekommen, von dieser Investition zu profitieren. Durch Team- und ART-Coaching können SPCs und andere Personen des LACE unseren Teams dabei helfen, dass sie bei der Ausführung den größtmöglichen Wert in höchstmöglicher Qualität und geringstmöglicher Zeit zur Lösung beisteuern.

Coaching der agilen Teams

Viele Teams, für die die agile Zusammenarbeit neu ist, begehen den Fehler, sich zu sehr auf die Events zu konzentrieren. Sie sind einfach zu verstehen und schnell zu etablieren. Die SAFe-Events sind tatsächlich wichtig und werden zumeist als erstes thematisiert, aber noch notwendiger sind die Team- und die technische Agilität. Hierauf sollten sich die SPCs gleich nach den Events fokussieren.

Die Haupt-Events, die SPCs würdigen müssen, sind diese:

  • Daily Standups – Sie helfen dem Team, sich zu synchronisieren und Hürden zu umschiffen
  • Backlog Refinement – Hier werden die User-Stories, die im PI-Planning definiert wurden, verfeinert und angepasst.
  • Iterations-Planung – Das Team plant und ändert kommende Iterationen.
  • Iterations-Reviews – Das Team holt Feedback von den Stakeholdern ein, inwiefern das PI-Ziel erreicht wurde.
  • Iterations-Retrospektiven – Hier bewertet das Team seine Prozesse und Praktiken und sucht nach Verbesserungsmöglichkeiten.
  • Scrum of Scrums, PO-Sync und ART-Sync – Die Teams gleichen sich ART-weit ab.

Diese Termine sind beim Team-Coaching "tiefhängende Früchte". Die nächste Stufe ist das Training der Teams in modernen Entwicklungstechniken, zu denen die folgenden Ansätze gehören:

  • Test- und Behavior-getriebene Entwicklung
  • Testautomatisierung
  • Continuous Integration/Deployment
  • Pair Programming

Der Bereich der Software-Entwicklung hat sich in den letzten ein, zwei Jahrzehnten dramatisch verändert. Moderne Ansätze wie Lean-Agile und DevOps ermöglichen es Software-Teams, mehr Wert und eine höhere Qualität in besser prognostizierbaren Kadenzen auszuliefern. Diese Vorhersagbarkeit versetzt wiederum Business-Teams in die Lage, Strategien auf Basis des durch die Software-Teams ausgelieferten Werts anzupassen.

ART-Coaching

Essenziell ist die Kompetenz der Team- und der technischen Agilität. Das ist die Basis zur Implementierung von SAFe. Die nächste Kompetenz, in der Trainings nötig sind, ist der Bereich Agile Product Delivery. Sie hilft den Teams, ihre Durchlaufzeiten auf die kürzestmögliche Länge zu reduzieren.

Ohne ordentliche Schulung in dieser Kompetenz wird es den Teams schwerfallen, SAFe zu praktizieren. Hier können die SPCs den Scrum Mastern helfen, dieses Wissen und diese Skills zu vermitteln.

Auch hier ist es meist praktikabel, sich zunächst auf die Events zu konzentrieren:

  • PI-Planning
  • System-Demos
  • Inspect & Adapt-Workshops
  • Scrum of Scrums, PO-Sync und ART-Sync

Abgesehen von diesen Veranstaltungen müssen die SPCs die ART-Leader darin schulen, kontinuierlich nach Wegen der Verbesserung und Möglichkeiten der effizienteren Auslieferung von Wert zu suchen. Wenn die Teams des ART ihre Rollen und Events zu beherrschen lernen, sollten sie außerdem daran arbeiten, die Delivery-Pipeline zu optimieren und die Enterprise-Kompetenz der Agile Product Delivery zu meistern. Hier bringen SPCs die folgenden Konzepte und Fähigkeiten ein:

  • Kontinuierliche Exploration – Beobachtung und Reaktion auf Markt- bzw. Business-Anforderungen, um die Programmvision, die Roadmap, den Backlog und die Architektur auszubauen und zu pflegen,
  • Kontinuierliche Integration – Bauen, integrieren, validieren und von funktionierenden Systeminkrementen lernen
  • Kontinuierliches Deployment – Beständig und inkrementell validierte Features in die Produktion ausliefern

Reflexion

Der kritischste Teil all dieser Coaching-Arbeit ist der erste Inspect & Adapt-Workshop. Hier helfen die SPCs den Teams, ihre Zusammenarbeit zu reflektieren und nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Diese kontinuierliche Verbesserung ist bekanntlich ein Hauptpfeiler von Agile und SAFe.

In diesen Inspect & Adapt-Sessions erörtert das Team, wie es im Hinblick auf seine PI-Ziele performt, wie das PI insgesamt gelaufen ist, wie gut das Unternehmen SAFe adaptiert und wie gut die Lösung, die entwickelt wird, zurzeit ist. All diese Punkte können Verbesserungspotenziale eröffnen.

Falls in manchen Teams oder ARTs bestimmte Events nicht stattfinden, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Teile des SAFe-Trainings wiederholt werden sollten. Falls sich herausstellt, dass die Lösung suboptimal funktioniert, muss sich das Team womöglich erneut mit den technischen Kompetenzen beschäftigen.

Darum geht es: Die Teams müssen die Chancen und Verbesserungsmöglichkeiten ergreifen, die sich in ihren Retrospektiven und beim Inspect & Adapt auftun.

Im demnächst folgenden achten Teil der Reihe beschäftigen wir uns dann mit dem Launch weiterer ARTs und Wertströme.

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