Team-Refactorings mit Self-Selection: Führt das zu großartigen Teams oder großartigem Chaos?

Das Thema Teamzusammenstellung ist ein Evergreen, das so lange existiert, wie es agile Methoden gibt. Und auch auf unserer jährlichen Tools4AgileTeams-Konferenz wird dieser Klassiker regelmäßig kontrovers diskutiert. So hat Thomas Vamos, der als Scrum Master und Organisationsentwickler bei Seitenbau tätig ist, auf der zurückliegenden zehnten Ausgabe der T4AT die Frage aufgeworfen: Team-Refactorings mit Self-Selection – führt das zu großartigen Teams oder großartigem Chaos?

Warum werden Teamumstellungen nötig?

Unternehmen evolvieren, Rahmenbedingungen verschieben sich und jedes Projekt ist anders. Dementsprechend ist es nichts Ungewöhnliches, dass sich Themenschwerpunkte verlagern und sich die Bedürfnisse der Stakeholder ändern. Dies kann unter Umständen bedeuten, dass die entwickelnden Teams – trotz cross-funktionalem Setup – nicht mehr ausgewogen mit Arbeit versorgt werden können.

Angesichts dessen stellen sich wichtige Fragen: Wie geht man damit um? Wie kann man die Kunden bestmöglich zufriedenstellen? Welche Leute können das als Dienstleister am besten liefern?

In seinem Praxisbericht erzählt Thomas von unterschiedlichen Ansätzen und Versuchen. Es einfach laufen lassen? Themen an andere Teams übergeben? Einzelne Kollegen das Team wechseln lassen? Das Ergebnis: Alles probiert, alles okay, alles nicht ganz zufriedenstellend.

Eine andere Idee musste her – und hier fiel die Wahl auf Team-Self-Selection, die schnellste und einfachste Methode, um stabile Teams zu formen.

Self-Selection am praktischen Beispiel

Im Prinzip geht es bei diesem Ansatz darum, dass Menschen sich aussuchen können sollen, mit wem sie woran arbeiten. Entscheidungen sollen also von den Personen gefällt werden, die Experten und direkt von der Entscheidung betroffen sind.

Wie ist Thomas’ Unternehmen vorgegangen? Zunächst: Das Team bekam die Entscheidung nicht aufgezwungen. Stattdessen wurde eine Umfrage durchgeführt, die ergab, dass die Mehrheit des Teams bereit war, das Experiment "Team-Self-Selection" zu wagen.

Dann wurde ein zweiteiliger Workshop angesetzt, um die Kollegen mit ihren individuellen Stärken kennenzulernen. Anschließend wurden die Themen aus dem Backlog evaluiert und so geclustert, dass sie idealerweise von einem Team umgesetzt werden können. Dem schloss sich die eigentliche Self-Selection an.

Im Nachgang folgten es eine Diskussion im Lean-Coffee-Format und die Umsetzung dieses Feedbacks. Den Abschluss bildete ein Voting: Kann ich damit leben? Die Bonusherausforderung: Das ganze Experiment fand während der Pandemie mit 32 Teilnehmern komplett remote statt.

Was ist dabei nun herausgekommen: hervorragende Teams oder hervorragendes Chaos? Thomas' Fazit lautet: "Mission Fit" ist gelungen! Die Teams passen gut auf den Backlog und die darin enthaltenen Themen.

Welche Herausforderungen es in diesem Prozess gab, was das Team aus dem Vorgehen gelernt hat und welche Ideen und Nebeneffekte daraus hervorgegangen sind – das alles beleuchtet Thomas in seinem interessanten Vortrag, der hier als Video zu sehen ist:

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