Was ist eigentlich Web 2.0?

Immer häufiger wird man in letzter Zeit mit dem Begriff „Web 2.0“ konfrontiert. Hin und wieder bekommt man in diesem Zusammenhang auch merkwürdige Wortschöpfungen zu hören („Das ist ja richtig web-zwei-nullig...“). Trotzdem ist vielen nicht klar, was dieser Begriff eigentlich bedeutet. Die Netzeitung berichtet, dass laut einer Marktforschungsstudie nur 37% der Befragten mit dem Begriff etwas anfangen konnten. Wir wollen deshalb an dieser Stelle einmal für Klarheit sorgen und Ihnen den Begriff und das, was dahinter steckt, etwas näher bringen.

Zunächst einmal handelt es sich bei Web 2.0 nicht um eine neue Version einer Software oder um irgendein Update. Unter dem Begriff werden vielmehr neuartige Web-Applikationen zusammengefasst. Die Definition bei Wikipedia lautet folgendermaßen:

Web 2.0 ist ein Oberbegriff für die Beschreibung einer Reihe neuer interaktiver Techniken und Dienste des Internets – speziell des WWW – und einer geänderten Wahrnehmung des Internets. Der Begriff wurde durch den O’Reilly-Verlag und Konferenzveranstalter MediaLive International (heute CMP Technology) für die gleichnamige Konferenzreihe geschaffen.“

Dass es sich bei Web 2.0 nicht um eine neue Technik handelt, sondern lediglich um die Bezeichnung einer stetigen Weiterentwicklung und neuartigen Zusammenstellung von Bestehendem gemeint ist, wird in einem TAZ-Artikel anschaulich und etwas sarkastisch kommentiert:

„Web 2.0 ist gewiss nichts, was ganz anders ist als das bisherige Netz - also das Web 1.0. Es ist nichts, was es nicht schon gäbe. Web 2.0 ist nur einfacher, unkomplizierter, niedrigschwelliger. Anders gesagt: Web 2.0 ist all das wirklich, wovon bisher immer gesagt wurde, dass es das Internet wäre: demokratisch, jeder kann rein und sein Ding machen. Gewiss galt auch bisher: Jeder kann HTML lernen. Klar. Es kann auch jeder Japanisch lernen.“

Bekannte Web 2.0-Applikationen

Am besten versteht man den Begriff, wenn man sich das ganze in der Praxis anschaut. Deshalb sind hier einige Beispiele für bekannte Web 2.0-Applikationen angeführt:

Wikipedia ist ein mehrsprachiges Wissensportal, das eine durch die Web-Gemeinde geschaffene, digitale Enzyklopädie darstellt. User können das Portal selbst mitgestalten, indem sie Beiträge zu einzelnen Begriffen verfassen, ergänzen oder abändern. Alle Bearbeitungsschritte werden dokumentiert. So ist mittlerweile auf demokratischem Weg eine umfangreiche und dynamische Wissenssammlung entstanden.

YouTube ist eine Plattform, auf der User kostenlos selbst gedrehte kleine Videos hochladen und der Netzgemeinde präsentieren können. Eine erweiterte Variante bietet Jumpcut.com, hier können User ihre Videos nicht nur hochladen, sondern zusätzlich bearbeiten und schneiden.

Flickr ist eine Foto-Community, auf der die eigenen Fotos hochgeladen, präsentiert und kommentiert werden können, also ein digitales Fotoalbum, auf das die ganze Netzwelt Zugriff hat.

Weblogs entstanden als Online-Tagebücher einzelner Personen. Mittlerweile sind sie sowohl unter Privatleuten als auch unter Firmen (wie z.B. //SEIBERT/MEDIA) ein weit verbreitetes Instrument, um eigene Meinungen und Sichtweisen zu veröffentlichen und das Zeitgeschehen zu kommentieren. Auch hier sind die User aufgefordert mitzumachen, indem sie Kommentare zu Artikeln abgeben und an Diskussionen teilnehmen.

Eigenschaften von Web 2.0-Anwendungen

Zusammenfassend können einige gemeinsame Eigenschaften von Web 2.0-Anwendungen festgehalten werden. Sie zeichnen sich in der Regel aus durch:

  • Community-Charakter („Social Web“): Viele Anwendungen zeichnen sich dadurch aus, dass eine große Anzahl von Benutzern registriert ist. Die Anwendung wird als Kontakt- und Netzwerk-Plattform genutzt.
  • Benutzerbeteiligung: Benutzer können bei vielen Anwendungen ihr eigenes Profil erstellen und sich selbst in irgendeiner Form beteiligen.
  • Editierbarkeit durch Benutzer („Mitmach-Web“): Die Inhalte der Anwendung sind oft von den Usern selbst generiert und außerdem nicht mehr nur statisch, sondern größtenteils durch die User erzeugt und veränderbar.
  • Interaktivität: Die Benutzer sind nicht gezwungen, ein Angebot passiv zu konsumieren, sondern können selbst aktiv werden und die Anwendung gestalten.
  • Kommunikationsmöglichkeiten: Die User haben die Möglichkeit, untereinander direkt und unmittelbar zu kommunizieren.
  • Personalisierbarkeit und Regionalisierbarkeit: Inhalte können an die individuellen Interessen oder an die räumliche Position der User angepasst werden. Das Angebot geht also individuell auf den User ein.

Beeinflussung klassischer Web-Konventionen

Die neuen Anwendungen haben auch Einfluss auf die klassischen Konventionen, die bisher im Web bestehen. Ein anschauliches Beispiel dafür ist die Seite www.kochpiraten.de. Diese Website wirft die gängigen Konventionen für die Navigation einfach über Bord. Stattdessen findet die Navigation über mehrere Wege statt. Eine Tagwolke zeigt vielgesuchte Begriffe, die zu den einzelnen Artikeln führen. Dem User ist es kaum mehr möglich, sich linear durch die Seite zu bewegen, da gar keine lineare Struktur vorhanden ist. Weitere Navigationsmöglichkeiten sind die auf der Seite eingebaute Suche, oder die bestehende Vernetzung einzelner Inhalte (Beispiel: „Dieser Artikel zeigt auf ...“). Die Inhalte werden von einer Community nach dem Wiki-Prinzip erstellt.

Flexibler Einsatz und Funktionskombinationen auch für Unternehmen interessant

Das ist natürlich ein extremes Beispiel und gerade Unternehmen werden wohl nicht so ohne weiteres auf diesen unkonventionellen Trend der Webapplikationen aufspringen. Trotzdem kann der flexible Einsatz und die Kombination einzelner Funktionen auch für Unternehmen sehr interessant sein und sie können das Potential von Web 2.0-Anwendungen durchaus auch für sich nutzen. Wenn Sie wissen wollen, welche individuellen und modernen Lösungen es für Ihre Website gibt, setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Wir beraten Sie gerne.

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