Rotation ist in – das Web-Karussell

Das Karussell: Rotierende Bilder und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten

Es war einer DER Trends 2007 – die Rotation von Inhalten auf Websites. Kaum eine Komponente im Netz hat sich zuletzt so inflationär verbreitet wie das Web-Karussell. Als Vorreiter gilt einmal mehr Apple: Bereits seit einiger Zeit kann im iTunes-Store über Links- und Rechtspfeile in CD-Covern geblättert werden – und das auf so fließende und elegante Weise, dass nicht wenige User unabhängig vom eigenen Musikgeschmack und aus reinem optischen Genuss weiter und weiter blättern. Jüngste Relaunchs großer Seiten und Portale haben die Rotation des Karussells zusätzlich mächtig angekurbelt.

Das Web-Karussell ist ein Tool, das mehrere Elemente – in der Regel Bilder – enthält. Der Clou besteht in der Vielzahl der Möglichkeiten. Das Karussell lässt sich sowohl horizontal als auch vertikal darstellen und dementsprechend sowohl von oben nach unten (und umgekehrt) als auch von links nach rechts (und umgekehrt) navigieren. Diese reizvolle Navigation wird oft durch Animationen wie etwa Blenden oder auch aufwändige 3D- und Spiegeleffekte usw. unterstützt, die heute vor allem mit Ajax und Java, aber nach wie vor auch mit Flash umgesetzt werden.

Gründe für den Boom

Das alles ist zwar nicht wirklich neu und gibt es seit Jahren in Flash-Umsetzungen. Die derzeit zu beobachtende Häufung ist allerdings bemerkenswert und lässt sich auf vier wesentliche Gründe zurückführen:

01 / Der Bedarf an Platz sparenden Präsentationsformen wächst. Wer ein Karussell verwendet, kann auf wenig Raum viel Inhalt darstellen. Das wird immer wichtiger, weil auch der Umfang an Inhalten zunimmt, seien es Nachrichten auf News-Portalen oder Produkte in Online-Shops.

02 / Haptik und Materialität sind im Trend und finden immer stärkere Berücksichtigung beim Web-Design.

03 / Mit neuen Web-2.0-Technologien wie Ajax ist die Komponente noch einfacher als bisher zu implementieren.

04 / Designer und Entwickler sind stets bestrebt, neue und alternative Einstiegsmöglichkeiten in die Tiefe von Websites zu kreieren und umzusetzen. Das mit Bildern bestückte Web-Karussell eignet sich dafür ideal. Die Komponente ist Platz sparend, sendet starke Reize aus, ist einfach zu bedienen und sorgt obendrein für den viel gepriesenen Joy of Use.

Die Aussichten und die Herausforderung

Wer sich mit offenen Augen im Internet bewegt, der kommt am Web-Karussell heute nicht mehr vorbei. Die rotierenden Bilder begegnen uns als Amazon-Bestseller, beim Blättern auf MyVideo.de, auf der Website der ZDF-Mediathek, beim Betrachten der Bilder des Tages auf Bild.de und zu unzähligen weiteren Gelegenheiten. Das Web-Karussell dreht sich unaufhaltsam und wird weiter kräftig an Geschwindigkeit zulegen um das vorauszusagen, muss man kein Prophet sein.

Allerdings besteht die Herausforderung für alle Projektbeteiligten von den Konzeptionern über die Designer bis hin zu den Programmierern darin, Vorhandenes nicht einfach wieder und wieder zu klonen, sondern jeder Anwendung Persönlichkeit und eine individuelle Note zu verleihen, und so immer wieder aufs Neue für optische und benutzerfreundliche Überraschungen zu sorgen.

Einige bemerkenswerte Beispiele:

Gravis.de: Eine individuelle horizontale Lösung

Apple.com: Navigation über Scrollbalken

Amazon.de: Karrussell mit 3D-Effekt

Weitere Informationen:

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