SEO und SEM: Suchphrasen werden länger

Aus einer Studie, die Hitwise zu Jahresbeginn veröffentlicht hat, geht hervor, dass Internet-Nutzer bei Suchmaschinen inzwischen offenbar zur Eingabe längeren Suchphrasen tendieren. Der Studie liegt die Auswertung der Suchanfragen von 10 Millionen US-amerikanischen Usern über ein Jahr hinweg zugrunde. Berücksichtigt wurden die Suchmaschinen Google, Yahoo!, MSN und Ask.

Das Ergebnis ist nicht uninteressant: Der Anteil der Suchphrasen, die acht oder mehr Wörter umfassen, ist innerhalb eines Jahres um volle 22% gewachsen. Gewiss sind Suchanfragen mit mehr als fünf Suchwörtern weiterhin die Ausnahme, doch ein Aufwärtstrend ist klar festzustellen. Bemerkenswerterweise ist zudem bei sehr kurzen Suchphrasen ein doch nennenswerter Rückgang zu verzeichnen. Die Verwendung von wenigen generischen, allgemein gehaltenen und ein vergleichsweise breites Spektrum abdeckenden Suchbegriffen ist also rückläufig.

Trend zu längeren Suchphrasen

Die Entwicklung ist einleuchtend und lässt darauf schließen, dass immer mehr Nutzer die Suchergebnisse bei verhältnismäßig wenig spezifischen, kurzen Suchphrasen als unbefriedigend empfinden. Um zufriedenstellende Resultate zu erhalten, bemühen sich mehr User offensichtlich um möglichst konkrete Suchanfragen. Die Logik dahinter: Je länger die Suchphrase, desto exakter das Ergebnis. Stellt der Nutzer etwa eine konkret ausformulierte Frage, erhält er im Idealfall auf ebendiese Frage eine konkrete Antwort.

Inwiefern die Erkenntnisse der Studie auf deutsche Verhältnisse übertragbar sind, ist noch nicht bekannt. Dennoch könnten sich hier Potenziale eröffnen und teilweise ein Umdenken erfolgversprechend sein. Insbesondere bei SEM-Maßnahmen wie Keyword Advertising dürfte es mittelfristig interessant werden, auch geeignete längere Phrasen zu identifizieren und zu berücksichtigen.

Geeignete SEO-Aktivitäten könnten zudem, sofern der Trend sich bestätigt, die Zahl der Mitbewerber um gute Rankings reduzieren, da diese über sehr allgemein gehaltene Suchanfragen gefunden werden, und gerade kleinere Websites würden so ihre Chancen verbessern, nicht angesichts der zahlreichen konkurrierenden Angebote unterzugehen. Wir sind auf die weitere Entwicklung gespannt.

Weiterführende Informationen:
Die Zusammenfassung der Studie im PDF-Format
Globales Suchmaschinen-Marketing darf nicht nur auf Google setzen
Keyword Advertising: Klickraten im Tagesverlauf berücksichtigen


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