„Russen-Links“ und Link-Kauf: Aggressive SEO wirkt, ist aber gefährlich

Um Suchmaschinen-Optimierung wirkungsvoller zu gestalten, greifen einige Website-Betreiber zu hochwirksamen Mitteln der aggressiven SEO. Eine gängige Methode besteht darin, sich möglichst viele oder möglichst hochwertige Backlinks auf die eigene Website zu beschaffen.

Die Gleichung: Viele Backlinks auf die eigene Website mit passenden Link-Texten sorgen dafür, dass die Website von Suchmaschinen als thematisch relevant eingestuft und besser gelistet wird. Google stuft die Relevanz einer Seite also nicht nur auf Basis ihres Inhalts ein, sondern legt auch Link-Texte von Backlinks zugrunde, die auf sie verweisen.

Wenig umkämpfte Suchbegriffe mit Russen-Links erobern

Tatsächlich funktioniert dieses Prinzip prima und mitunter so gut, dass selbst Web-Seiten, die den spezifischen Suchbegriff gar nicht enthalten, in den Trefferlisten Top-Positionen einnehmen. Eindrucksvolle Beispiele sind die sog. Google-Bomben. So funktionieren auch die sogenannten Russen-Links, die man zum Vorteil der eigenen Website einsetzen kann.

Zunächst ist die Bezeichnung Russen-Links nicht abwertend zu verstehen: Vielmehr handelt es sich um einen in der SEO-Branche etablierten Begriff, der ein ganz bestimmtes Phänomen beschreibt: Oft verlinken ausländische Websites, auf denen häufig sogar fremdsprachige Zeichensätze verwendet werden – Russisch eben – auf die deutsche Seite. Eigentlich ist das absurd, da die allermeisten Besucher der verlinkenden Website des Deutschen wohl kaum mächtig sein dürften. Dennoch entfalten diese Links eine ausreichende Wirkung. Der Begriff hat sich aufgrund dieses plastischen Bildes unter Branchen-Insidern durchgesetzt.

Vor allem, wenn eine Website auf einen Suchbegriff optimiert werden soll, der relativ wenig begehrt ist und – als Richtwert – Google für den Suchbegriff weniger als 50.000 Treffer generiert, sind mit solchen Backlinks gute Erfolge zu erzielen. Russen-Links sind mitunter schon für Cent-Beträge zu haben, mit einer Investition zwischen 20 und 50 Euro pro Monat kann man Dutzende oder sogar Hunderte Links einkaufen und wenig umkämpfte Suchbegriffe erobern.

Begehrte Suchbegriffe: mit Links von Websites mit hohem PageRank optimieren

Wer nun aber seinen PageRank steigern oder für härter umkämpfte Suchbegriffe gut gelistet werden möchte, stößt mit diesen Russen-Links schnell an Grenzen: Es sind wirklich extrem viele solcher Backlinks nötig, um den eigenen PageRank zu pushen oder sich im Zusammenhang mit begehrten Suchbegriffen gut zu positionieren.

Gewiss kann ein Website-Betreiber Unmengen dieser günstigen Links einkaufen. Das Problem dabei: Ein solcher Link-Handel verstößt grundsätzlich gegen die Google-Richtlinien und Google sanktioniert unzulässige SEO-Maßnahmen rigoros. Wegen der sehr vielen Backlinks ist die Manipulation offensichtlich und Google kann ihr rasch auf die Schliche kommen. Dementsprechend groß ist die Gefahr, bestraft zu werden.

Als Alternative gibt es diese seriösere oder vielmehr „hochwertigere“ Variante: Es ist zu beobachten, dass viele deutsche Hochschulen Links von der Uni-Website verkaufen. Teilweise kann man eine dort positionierte Seite sogar mit eigenem Content füllen. Freilich gehen diese Aktivitäten von (möglicherweise studentischen?) Webmastern aus, die diese Geschäfte in aller Regel nicht mit der Hochschulleitung abgestimmt haben. Dementsprechend bestehen auch hier Risiken: Eine Garantie, dass diese Links dauerhaft sind, gibt es freilich nicht.

Diese Links entfalten eine beachtliche Wirkung, selbst wenige solcher hochwertigen Backlinks führen zu beeindruckenden positiven Entwicklungen in den Trefferlisten. Dafür muss man allerdings auch etwas tiefer in die Tasche greifen: Mit Beträgen zwischen ca. 50 und ca. 1.500 Euro monatlich ist man im Geschäft.

Allerdings verstößt auch diese Backlink-Beschaffungsmaßnahme gegen die Google-Richtlinien, doch ist es für Google hier sehr schwer, mithilfe von standardisierten Prozessen unerlaubte Maßnahmen zu erkennen. Jedenfalls schätzen Verkäufer von Hochschul-Backlinks die Gefahr einer Google-Abstrafung als eher gering ein.

Aggressive SEO: nicht illegal, aber von Google verboten

Um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich sind Verstöße gegen die Google-Richtlinien nicht illegal, man begibt sich keinesfalls in eine rechtliche Grauzone o. ä. Empfehlenswert sind aggressive SEO-Maßnahmen wie der Einkauf von Russen-Links und anderen Backlinks zum Zweck der Google-Optimierung dennoch nicht.

In der Übersicht:

Vorteile und Rechtfertigung für aggressive SEO

  • Google macht keine Gesetze sondern nur Richtlinien. Es ist also keineswegs illegal, derartige Maßnahmen durchzuführen.
  • Die Maßnahmen wirken schnell und beeindruckend, frei nach dem Motto „Wir können Google manipulieren!“
  • Die Maßnahmen sind sehr kostengünstig (einmalig anfallende Dienstleistungskosten und darüber hinaus nur geringe monatliche Kosten).
  • Im Vergleich zur Google-Klickkostenwerbung AdWords ist der Link-Kauf „spottbillig“.
  • Durch aggressive SEO werden mehr und interessantere Besucher generiert (bis zu 75% statt 5% aus den Suchenden).
  • Die Eintrittsbarrieren sind niedrig, es braucht „lediglich“ SEO-Know-how.

Nachteile und Herausforderungen

  • Es besteht die Gefahr, dass Google die Optimierungsseiten aus dem Index entfernt oder – noch schlimmer – die „Handbremse“ zieht.
  • Zudem besteht die – wenn auch geringere – Gefahr, dass die verbundenen Seiten ebenfalls entfernt werden.
  • Die Wirkung kann durch Algorithmus-Änderungen im Nu verpuffen.
  • Die Maßnahmen sind „böse“.
  • Es gibt es keinen Anspruch auf eine erneute Listung, wenn man einmal aus dem Google-Index verbannt worden ist.

Also: Mit aggressiver SEO sind wirklich beachtliche, kurzfristige Erfolge zu erzielen. Doch Google arbeitet hart daran, Manipulationen zu erkennen, und ahndet Richtlinienverstöße streng. Im Extremfall heißt es also: Das war’s mit der Auffindbarkeit im Netz. Dieser Gefahr müssen sich Unternehmen, die aggressive SEO-Methoden anwenden, bewusst sein.

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