Warum es Unternehmen nicht weiterhilft, auf Intranet-Referenzen aus der eigenen Branche zu pochen

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Immer mal wieder fragen uns Kunden, die sich für unsere Confluence-basierte Intranet-Suite Linchpin interessieren, nach Projektreferenzen aus derselben Branche. Der Ansprechpartner aus einem – sagen wir mal: Drogeriekonzern möchte beispielsweise also gerne wissen, in welchen anderen Drogeriekonzernen wir Linchpin schon erfolgreich eingeführt haben.

Zunächst klingt dieser Wunsch ja auch irgendwo verständlich:

Die sind in derselben Branche wie wir, und die werden bestimmt so ähnlich funktionieren und arbeiten wie wir; wenn das Projekt bei denen gut geklappt hat, stehen die Chancen besser, dass es auch bei uns gut klappt.

Auf den zweiten Blick ist das aber nicht besonders hilfreich und zielführend, und zwar aus drei Gründen.

Jedes Unternehmen ist anders

Binsenweisheit, klar. Aber so trivial diese Aussage sein mag, so ist sie doch nicht von der Hand zu weisen. Es kommt sehr wohl vor, dass Unternehmen derselben Branche sich grundverschieden organisieren. Um beim Eingangsbeispiel zu bleiben: Während das konservativ geführte Rossmann mit fliegenden Fahnen den Bach runter gegangen ist, hat dm durch seine konsequente Dezentralisierung erfolgreich auf die gestiegene Marktkomplexität reagiert. Toyota ist bekanntlich ganz anders organisiert als VW und Apple ganz anders als Microsoft und die wieder anders als Samsung.

Was in einer Organisation funktioniert, muss in der anderen noch lange nicht funktionieren und kann sogar gefährlich werden, wenn man es einfach adaptieren will. Das ist also kein gutes Argument, um den Wunsch nach Branchenreferenzen zu untermauern.

Die Anforderungen sind generisch

Wenn ich die Intranet-Anforderungen in Ausschreibungen lese, sind die Schnittmengen beachtlich, egal in welchen Geschäftsfeldern die Organisationen tätig sind. Wir bekommen lange Feature-Checklisten, die wir ausfüllen und kommentieren sollen, und die gewünschten Funktionswünsche sind sehr generisch. (Dass ich mit solchen Checklisten inzwischen auf Kriegsfuß stehe, ist eine andere Geschichte…)

Im Grunde teilen diese Unternehmen alle die gleichen Ziele. Sie wollen Unternehmens-News im Intranet für eine wirksamere Top-down-Kommunikation. Sie wollen Personalisierung für mehr Effizienz. Sie wollen offene und geschlossene Bereiche, in denen Teams und Abteilungen gemeinsam und unkompliziert an ihren Inhalten und Themen arbeiten können. Sie wollen eine effektive asynchrone und synchrone Abstimmung im Team und im Unternehmen. Sie wollen der internen E-Mail an den Kragen.

Was ihre Anforderungen betrifft, hat es nicht viele Unterschiede zwischen dem weltweit aktiven Hersteller medizinischen Bedarfs, der großen Werft und dem Tourismuskonzern gegeben – alle drei gehören zu unseren erfolgreichen Intranet-Kunden.

Schreiben Sie Ihre gewünschten Intranet-Anwendungsfälle doch mal auf und melden Sie sich damit bei mir. Dann können wir sie mal denen anderer Unternehmen aus allen möglichen Bereichen gegenüberstellen. Ich bin ziemlich sicher: Sie werden schnell sehen, dass Ihre Anforderungen sich nur in Details von denen fachfremder Organisationen unterscheiden, und diese Details sind in aller Regel praktisch gar nicht von Bedeutung.

Mit dem Intranet werden keine Kreuzfahrtschiffe gebaut

Ein Intranet ist kein Werkzeug, das exakt auf marktspezifische Projektarbeit abzielt. Unternehmen entwickeln mit dem Intranet keine medizinischen Geräte, bauen keine Kreuzfahrtschiffe und kreieren keine touristischen Dienstleistungen. Dafür gibt es in jedem Geschäftsfeld ganz spezifische Mitarbeiter-Fähigkeiten, Systeme und Tools in den Organisationen.

Ein Intranet ist kein branchenspezifisches Werkzeug wie eine CAD-Software, die im Maschinenbau eingesetzt wird; es existiert auf einer anderen als der Produkt- oder Dienstleistungsebene.

Ein modernes Intranet dreht sich um Zusammenarbeit im Team und schlanke Kommunikation. Es soll dafür sorgen, dass Mitarbeitern für alle denkbaren Projekte – von standardisiert bis hochkomplex – ein Werkzeugkasten zur Verfügung steht, in dem ein Team in jeder Situation passende Tools und Kollaborationsmethoden findet, die es dann richtig und zielführend einsetzen muss. Darum geht es.

Ein gutes Intranet hilft Unternehmen marktunabhängig dabei, Projekte wie die oben genannten besser, effektiver und effizienter durchzuführen, indem es digitale Dokumentation, Teamarbeit und die Eigenverantwortung der Leute fördert. Und das wollen und brauchen alle Organisationen über alle Branchen hinweg, wenn sie in ihren komplexen Märkten weiter erfolgreich und zukunftsfähig sein wollen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ja, es ist spannend und absolut sinnvoll, ein paar wirkliche Implementierungen bei Kunden zu sehen, wenn man sich mit einer bestimmten Intranet-Software beschäftigt. Wir können Ihnen sogar direkt Kontakte zu Ansprechpartnern anderer Kunden verschaffen. Verschwenden Sie aber besser keine Zeit damit, unbedingt nach Branchenreferenzen zu suchen, und machen Sie die schon gar nicht zu einem Ausschlusskriterium.

Vor allem empfehle ich Intranet-Evaluationsteams, einfach direkt mit der Software zu arbeiten, von der sie meinen, dass sie dem Unternehmen und den Mitarbeitern helfen könnte. Warum, darüber habe ich kürzlich in einem anderen Blog-Post nachgedacht – womit ich wieder bei meinen „geliebten“ Checklisten wäre…

Weiterführende Infos

Linchpin: Social Intranet mit Confluence
Der Intranet Compass zum Vergleich von Intranet-Lösungen
Einige Beispiele erfolgreicher Intranet-Implementierungen
Das Intranet-Special in unserem Blog

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