Atlassian Data Center: Wie Atlassian neue Features für die Data-Center- und Server-Produkte priorisiert

Atlassian Data CenterConfluence hat kürzlich einen Read-only-Modus bekommen, damit das System auch während administrativer Wartungsarbeiten verfügbar sein kann. Für Jira Software gibt es nun die Möglichkeit der Projektarchivierung. Der vermeintliche Haken: Beide Features sind nur für die Data-Center-Ausführungen verfügbar, nicht aber für die klassischen Standardlösungen Confluence Server und Jira Software Server.

Das hat teils Unmut und Unverständnis in der Kunden-Community ausgelöst. Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, einen Blick auf den Priorisierungsprozess von Atlassian zu werfen und Unklarheiten darüber aus dem Weg zu räumen, wann ein neues Feature für welche der beiden On-Premise-Deployment-Optionen ausgeliefert wird und warum.

Zielgruppen und Kriterien

Atlassians Priorisierung basiert auf dem richtigen Verständnis davon, wer mit den beiden unterschiedlichen Software-Ausführungen für den On-Premise-Betrieb adressiert wird.

Server: Das ist die ursprüngliche Lösung für Kunden, die die Software herunterladen und auf einem eigenen Server, den sie voll und ganz kontrollieren können, betreiben wollen. Die Lösung eignet sich praktisch für alle Größen und vor allem für Kunden mit spezifischen Bedürfnissen, die außerdem viele Add-ons nutzen, um das System anzupassen.

Data Center: Data-Center-Versionen sind für den Betrieb im eigenen Rechenzentrum oder via Infrastructure as a Service (z.B. AWS) entwickelt. Im Fokus stehen Hochverfügbarkeit, Skalierbarkeit, Performanz und Kontrolle. Data-Center-Kunden sind in der Regel große Unternehmen mit einem hohen Grad an räumlicher Verteilung, für die Verlässlichkeit, Stabilität und Geschwindigkeit geschäftskritische Anforderungen bilden.

Atlassian Data Center

Das Wertversprechen von Atlassian Data Center

Wenn es um die Einführung neuer Features geht, bestimmen zwei Kriterien, ob sie für Server oder Data Center ausgeliefert werden:

  • die Übereinstimmung mit dem grundlegenden Wertversprechen von Data Center
  • die wesentliche Rolle, die mit dem Feature adressiert wird

Wertversprechen von Atlassian Data Center

Am Anfang steht die Bewertung, ob ein neues Feature dem Sinn und Zweck der Data-Center-Option entspricht, die auf Enterprise-Kunden und die Skalierung ihrer geschäftskritischen Atlassian-Anwendungen abzielt. Letztlich hat Atlassian die Data-Center-Variante vor allem aufgrund von Kundenwünschen entwickelt.

Dabei können Fragen wie diese aufgeworfen werden:

  • Trägt dieses Feature zu Uptime und Betriebskontinuität bei? Hilft es, Hochverfügbarkeit oder Disaster Recovery zu unterstützen?
  • Bietet oder steigert dieses Feature die Performance bei der Skalierung?
  • Bietet dieses Feature administrative Kontrolle bei der Skalierung?
  • Eröffnet dieses Feature Deployment-Flexibilität? Kann es beispielsweise in einer Public-Cloud-Infrastruktur (z.B. AWS oder Azure) betrieben werden?
  • Ist dieses Feature am besten für eine Multi-Node-Architektur geeignet?

Rollen

Dann geht es darum, wer von dem neuen Feature oder der neuen Funktionalität profitieren würde. Über die Server- und Data-Center-Produkte hinweg hat Atlassian diese Hauptrollen identifiziert:

  • Endnutzer
  • Projekt-, Repository- oder Bereichs-Admins
  • Globale Administratoren
  • Systemadministratoren

Features für Endnutzer sowie für Projekt-, Repository- oder Bereichs-Administratoren halten in der Regel sowohl in Server als auch in Data Center Einzug. Bei Features für globale Admins ist eine Auslieferung nur für Data Center eher wahrscheinlich. Infrastruktur-bezogene Features, die von Systemadministratoren kontrolliert werden, tendieren ebenfalls dazu, reine Data-Center-Funktionen zu werden.

Beispiele

Bei Atlassian kommt der Priorisierungsprozess über alle Data-Center-Produkte hinweg (also Jira Software, Jira Service Desk, Confluence, Bitbucket, Crowd, Hipchat) frühzeitig zur Anwendung, damit neue Funktionen an die Kunden ausgeliefert werden, die diese in ihren Nutzungsszenarien tatsächlich brauchen. Hier sind ein paar Beispiele für solche Roadmap-Entscheidungen.

Gleichzeitiges Editieren in Confluence: Das gleichzeitige Editieren ist ein Endnutzer-Feature, das nicht speziell Data-Center-Anforderungen abdeckt. Endnutzer-Funktionen werden für alle Kunden verfügbar gemacht, die ihre Systeme selbst hosten. Somit ist das gleichzeitige Editieren für Confluence Server verfügbar.

Smart Mirroring für Bitbucket: Smart Mirroring adressiert eine breitere, globale Anforderung in einer Organisation, da große, räumlich verteilte Entwicklungsteams oft unter Latenzproblemen zu leiden haben. Das Feature verbessert die Performance bei der Skalierung, indem an Remote-Standorten Spiegel-Server mit Lesekopien von Repositories aufgesetzt werden, was die Geschwindigkeit beim Klonen reduziert und Entwicklern Zeit spart. Da Smart Mirroring die Richtlinien oben erfüllt, gibt es dieses Feature für Data Center.

Zero-Downtime-Upgrades in Jira Software und Jira Service Desk: Upgrades ohne Downtime unterstützen die Hochverfügbarkeit und basieren auf einer geclusterten Architektur. Dieses Features hat auch Systemadministratoren als Adressaten und liefert ganz klar Mehrwert für Enterprise-Organisationen. Deshalb gibt es dieses Feature für Jira Software und Jira Service Desk Data Center.

Read-only-Modus in Confluence: Auch der Read-only-Modus bietet Mehrwert im Hinblick auf die Hochverfügbarkeit. Er adressiert Systemadministratoren, da er die Downtime reduziert, indem Endnutzer auch dann Inhalte lesen und durchsuchen können, wenn administrative Wartungsarbeiten am System durchgeführt werden.

Projektarchivierung in Jira: Die Projektarchivierung in Jira Software zielt primär darauf ab, die Performance bei der Skalierung zu unterstützen. Das Features bietet den meisten Wert für Data-Center-Kunden mit ihren Skalierungsstrategien und der Anforderung, Enterprise-Deployments von Jira Software administrativ kontrollieren zu können.

Wie es weitergeht

Seit der initialen Auslieferung hat Atlassian die Data-Center-Option kontinuierlich ausgeweitet. Sie umfasst mehr Produkte und erweiterte Funktionalitäten, die im Hinblick auf die Bedürfnisse von Enterprise-Organisationen entwickelt werden. Der Bedarf für diese Lösungen ist gegeben und Atlassian wird hier auch weiter investieren.

Das bedeutet im Gegenzug nicht, dass die Server-Produkte in irgendeiner Form vernachlässigt werden. Auch sie werden kontinuierlich weiterentwickelt – eben um Features, die in erster Linie Endnutzer und Administratoren auf niedrigerer Ebene berühren. Für den geschäftskritischen Betrieb in einem Enterprise-Umfeld ist das jeweilige Data-Center-Produkt die besser gerüstete Alternative und wird es bleiben.

Die Erklärung dieses Priorisierungsprozesses trägt hoffentlich dazu bei, besser zu verstehen, wie Atlassian die Roadmaps der unterschiedlichen Deployment-Optionen für selbst gehostete Produkte priorisiert, damit sie möglichst gut auf die spezifischen Kundenanforderungen abgestimmt sind.

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