Schwarzes Brett im Unternehmen – Mir gehört die Aufmerksamkeit!?

Alles hat seine Zeit, stellt Bernd innerlich seufzend fest. Das gilt auch für ihn, das schwarze Brett in einem Erdgeschossflur in Gebäude 7 des Unternehmens. Bernd das Brett hat sie alle kennengelernt, die Aufhänger.

Brigitte, die Spontane, die hin und wieder einen Zettel einfach raufgepappt und andere teilweise verdeckt hat; einmal sogar auf die Rückseite einer alten Kinokarte gekritzelt.

Jörg, der Mann mit dem inneren Zollstock, der seine Nachricht so akkurat im korrekten Winkel und mit gleichmäßigen Abständen angepinnt hat, als hätte er zuvor alles vermessen.

Oder Herr Meyer, der klassische Manager. Wenn er vorbeigekommen ist, hat er das Bernd das Brett immer mal wieder aufgeräumt: Nachrichten hin- und hergeschoben, alte Karten abgenommen und die Zettel so angeordnet, dass bloß jeder diese Nachricht, die oben bleiben und sichtbar sein muss, sehen kann. Die Vermischung von privaten Mitteilungen und Unternehmensankündigungen ist ihm immer ein Dorn im Auge gewesen.

Auch die Leser kennt er alle. Anita, die immer erst in der Tasche nach ihrem Brillenetui kramen musste. Bodo, der stets den Zeigefinger auf derjenigen Karte hatte, die er gerade gelesen hat. Christiane, die meist in Eile war und manchmal kurzerhand das ganze Brett mit dem Handy abfotografiert hat, um später in einer ruhigen Minute mal draufzuschauen.

Oft haben Leute vor Bernd dem Brett gestanden und sich über die Inhalte ausgetauscht. Das ist ja interessant, gehst du da hin? Kennst du den Kollegen? Schau mal, haha, hast du das hier schon gesehen? Also, das hier sehe ich ganz anders; ob ich das einfach mit drauf schreibe?

Hach ja, die gute alte Zeit. Es war ein bisschen chaotisch, aber eigentlich auch charmant und produktiv. Bernd das Brett hat gemeinsame Ski-Trips übers lange Wochenende vermittelt, Konzertkarten an Abnehmer gebracht, Leute zusammengeführt, um kleine soziale Projekte zu stemmen, und noch so Einiges mehr.

Und die Sicherheitshinweise gemäß Aushangpflichten, hm - ob die jemals wer gelesen hat? Oder die Mitteilungen des Betriebsrats? Die Ankündigungen des Managements, die Herr Meyer platziert hat? Views zählen geht hier nicht, und Feedback-Möglichkeiten, die mittelbare Rückschlüsse auf das Interesse zulassen, auch nicht.

Allein: Diese Fragen haben sich inzwischen erübrigt. Denn das Thema "charmant und produktiv" haben manche Leute anders gesehen - vor allem das "produktiv".

Ein Problem, das schon lange gärt

Zuletzt hat Bernd es immer häufiger gehört: Das ist alles gut und schön (wenn auch recht unübersichtlich und unstrukturiert) - aber was hier steht, sieht nur ein Bruchteil der Leute, die es eigentlich sehen sollten.

Das hier ist nur ein kleiner Ausschnitt der Firma. Es gibt noch viele andere Flure, Kantinen und Cafeterias im Unternehmen mit seinen diversen Standorten. Und es gibt selbst hier in der Abteilung reichlich Mitarbeiter, die sich so gut wie nie in die Nähe des schwarzen Bretts Bernd verirren.

Bei den privaten Aushängen war Herrn Meyer, dem Manager, das egal, aber da sind wie gesagt auch noch die Aushangpflichten, die erfüllt sein wollen, die Einladungen des Unternehmens, die Inhalte des Betriebsrats.

Das alles hat Bernd aus Gesprächen aufgeschnappt, die vor ihm stattgefunden haben Und Bernd hat munkeln hören, dass es in anderen Fluren des Unternehmens ganz anders zugeht. Dort sind die schwarzen Bretter hinter Glas in Vitrinen eingeschlossen. Wer etwas aushängen will, muss eine Art Dienstweg gehen und erst den Schlüssel anfragen. Schön übersichtlich (weil so gut wie leer), aber auch gähnend langweilig und nie aktuell.

Ein folgenreiches Ereignis

Und schließlich muss da etwas passiert sein, irgendetwas Einschneidendes, irgendeine weitreichende Entscheidung. Erst hat es sich nur allmählich bemerkbar gemacht, aber mittlerweile kann Bernd das Brett es nicht mehr ignorieren.

Die Kärtchen sind weniger geworden - sowohl die privaten Inhalte der Mitarbeiter als auch die Ankündigungen und Nachrichten der Abteilung und des Unternehmens. Und manche Leute, die sonst regelmäßig hier gestanden und gelesen haben, gehen heute einfach vorbei: Anita mit ihrer Lesebrille zum Beispiel, der mit dem Zeigefinger lesende Bodo auch, und Christiane hat seit Monaten kein Handyfoto mehr geschossen. Weder Brigitte noch Jörg haben in den letzten Wochen etwas Neues angepinnt und auch sonst fast keiner.

Und vor kurzem hat Herr Meyer einen radikalen Schritt unternommen: Eines Tages hat er vor Bernd gestanden, die paar Karten überflogen, dann mit entschlossener Miene einen Zettel nach dem anderen abgepflückt, zack, zack, zack, und schließlich ein A4-Blatt angepinnt.

Nun hängt an Bernd dem Brett folgende Ankündigung:

"Aktuelle Nachrichten und Ankündigungen finden Sie in unserem Intranet. Sie können es über unsere mobile App, die Touch-Displays auf dem Firmengelände oder im Browser Ihres Arbeitscomputers aufrufen. Als schwarzes Brett können Sie jetzt das entsprechende Thema in der Intranet-Community nutzen.

Fragen? Unser Trainerteam unterstützt Sie gerne bei allen Aspekten rund um unser Intranet!"

Seitdem führt Bernd das Brett ein ganz schön tristes Dasein - verwaist und kaum beachtet.

Die veränderte Kommunikation im Unternehmen

Es gibt also das neue Linchpin-Intranet. Von vorbeigehenden Leuten hat Bernd ein paar Details aufgeschnappt. Man habe E-Mails und auch Anachronismen wie physischen Aushängen den Kampf angesagt. Anachronismen!, denkt Bernd das Brett verbittert. Unerhört!

Einmal sind zwei Kollegen in Bernds Nähe stehengeblieben und haben auf ein Smartphone geschaut. Auch darauf ist das Intranet verfügbar. Und hier irgendwo in der Nähe - genauer gesagt um die Ecke im Eingangsbereich des Gebäudes - soll sogar ein Art digitales schwarzes Brett stehen: ein großer Bildschirm mit Touch-Display, auf dem man dieses neue Intranet nicht nur sehen, sondern mit diversen Inhalten und Funktionen auch interagieren kann. Ha, Touch, da wird ja Finger-Bodo ganz in seinem Element sein!

Herr Meyer und seine Manager-Kollegen im Vorstand erreichen mit den Unternehmensinhalten und News viel mehr Mitarbeiter mit viel weniger Aufwand. Das gilt auch für die Unternehmenskommunikation, den Betriebsrat, die Interne Organisation, die IT und weitere Teams, die ihre Inhalte unters Mitarbeitervolk bringen wollen.

Sie alle können Inhalte sogar gezielt an ganz bestimmte Nutzergruppen streuen, ohne dass andere Leute Informationen empfangen, die für sie gar nicht relevant sind. Personalisierung - auf Bernds persönlichen Unwort-Liste rangiert dieser Begriff nur ganz knapp hinter "Digitaler Arbeitsplatz" und "Zusammenarbeit". Aber ihn fragt ja keiner.

Mitarbeiter, die sonst sehr selten in die Nähe von Aushängen gekommen sind, sehen wichtige Neuigkeiten heute, sobald sie am Arbeitsplatz sind und im Browser das Intranet öffnen. Oder auf dem Smartphone, auf dem sie Push-Mitteilungen zu für sie relevanten News erhalten können, wenn sie das möchten. Oder auf Dingern wie dem digitalen schwarzen Brett um die Ecke.

"Bernd das Brett 2.0" via Microblog

Und was ist mit den privaten Inhalten, für die die Mitarbeiter ebenfalls Bernd das Brett genutzt haben - für die Suche nach weiteren begeisterten Skifahrern für ein langes Wochenende in den Bergen, nach ehrenamtlichen Mitstreitern bei einem Projekt von "Wiesbaden engagiert!", nach einem Abnehmer für die übriggebliebene Konzertkarte?

Klar - auch das ist nun im Intranet. Dafür gibt es ein separates Topic im integrierten Microblog; "Community-Bereich" wird das hier im Unternehmen genannt.

Dort ist alles möglich, woran es Bernd dem Brett leider gemangelt hat: Die Leute können zu ihren Texten gleich Bilder und Fotos mit einstellen und weitere Infos verlinken. Andere können mit Kommentaren direkt Feedback geben und miteinander ins Gespräch kommen. Das kann das "eingleisige" schwarze Brett nicht bieten, muss Bernd selbstkritisch eingestehen.

Und hier kann lesen, wer will - quer durchs Unternehmen. Damit ist die Reichweite auch für solche Inhalte natürlich deutlich höher als bei Bernd und seinen (teils verglasten) Kollegen in den Fluren und Aufenthaltsräumen der Firma. Und wen das alles nicht interessiert, der wählt das Community-Topic einfach ab und abonniert nur die Themen, die für ihn wichtig und relevant sind.

Papier und Bernds Zukunft

Bernd das Brett hat jetzt reichlich Zeit zum Nachdenken. Wie wird es nun mit ihm weitergehen? Bedeutet das alles, dass Papier im Unternehmen tot und vergessen ist?

Er glaubt es nicht. Der Tag wird kommen, an dem auch an Bernd neue Inhalte angebracht werden. Er weiß, dass die physische Präsenz von Papier auch weiterhin spezielle Vorteile und oft zusätzliche Aufmerksamkeit bietet.

Deshalb befürchtet er eigentlich nicht, dass er in letzter Konsequenz abgehängt und in irgendeinem muffigen Stauraum abgestellt werden könnte. Nur sind den Leuten heute die Transaktionskosten oft zu hoch, die mit dem Ausdrucken und Aufhängen von Informationen zusammenhängen. Die Nutzungsszenarien sind deutlich weniger geworden. Doch es gibt sie auch weiterhin.

Geduld muss Bernd jetzt auf jeden Fall aufbringen. Aber alles hat seine Zeit.

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